Dry January im Check: Wie sinnvoll ist ein Monat ohne Alkohol?

Shownotes

In dieser Folge von „Risiko und Nebenwirkung“ dreht sich alles um den Dry January – und darum, was Alkohol eigentlich mit unserem Körper macht. Viele starten mit einem alkoholfreien Monat ins neue Jahr. Doch wie sinnvoll ist dieser kurze Verzicht wirklich? Und welche Auswirkungen hat Alkohol auf unsere Gesundheit, insbesondere auf unsere Leber?

Darüber sprechen wir mit Dr. Kai-Henrik Peiffer, Leitender Oberarzt in der Medizinischen Klinik B am UKM und Leberexperte. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die häufigsten alkoholbedingten Lebererkrankungen, klären den Unterschied zwischen einer alkoholbedingten Hepatitis und einer Leberzirrhose und ordnen ein, ab wann Alkoholkonsum wirklich gefährlich werden kann.

Fest steht: laut WHO kann schon der kleinste Tropfen Alkohol gesundheitliche Folgen haben. Für viele gehört ein gelegentliches Glas Wein oder Bier aber dazu. Dr. Peiffer erklärt jedoch, warum selbst ein kurzer Zeitraum des Verzichts helfen kann, die Effekte von Alkohol auf den eigenen Körper wahrzunehmen – und weshalb genau diese Erfahrung für viele ein wichtiger Motivator sein kann, den eigenen Konsum langfristig bewusster zu gestalten.

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Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:08: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Vollrisikonebenwirkung und ein frohes neues Jahr.

00:00:13: Wir hoffen, ihr seid gut gestartet, leicht ja sogar mit ein paar guten Vorsätzen.

00:00:17: Einer davon ist seit den letzten Jahren ziemlich im Trend, der Dry January.

00:00:21: Ein Monat ohne Alkohol für manche, easy für andere eher, na ja, sagen wir mal, eine Herausforderung.

00:00:27: Also mir persönlich fehlt nichts.

00:00:29: Ich sage an der Stelle noch einmal von mir auch ein frohes neues Jahr.

00:00:32: Gerne auch ohne Alkohol.

00:00:33: Da bin ich absolut nicht repräsentativ, denn ich trinke generell relativ wenig.

00:00:39: Und nach den Feiertagen ist das bei mir nicht anders als vor den Feiertagen.

00:00:42: Aber ich weiß, da gibt es auch Gegenbeispiele.

00:00:45: Für manche einen ist es sicherlich vielleicht ganz gut, eine Pause bei Rotwein oder Sekt einzulegen.

00:00:50: Das macht ja auch inhaltlich Sinn, denn wir haben ihm nicht jeden Tag Weihnachten oder Silvester.

00:00:55: Ich persönlich brauche also keinen Dran... bei January, weil ich eher selten trinke.

00:00:59: Und du, Felia, wie sieht es bei dir aus?

00:01:02: Ganz schwer fällt mir eine Alkoholpause.

00:01:04: Gerade im Winter eigentlich auch nicht.

00:01:05: Da fände ich es im Sommer fast schon schwieriger, mal so das Glas Aperol wegzulassen.

00:01:09: Aber bei anderen Lastern wie Schokolade würde mir der Verzicht definitiv schwerer fallen.

00:01:13: Also ein... Drei, Schokolad oder so wäre vielleicht für mich besser.

00:01:16: Aber grundsätzlich bestimmt sinnvoll, einmal komplett auf Alkohol zu verzichten.

00:01:20: Damit wir aber nicht nur nach Gefühl entscheiden, sondern auch wissen, warum der Verzicht eigentlich so gut sein kann, sprechen wir heute mit einem Experten.

00:01:27: Genau, wir haben Dr.

00:01:29: Kai Henrik Pfeiffer zu Gast, der uns erklärt, was Alkohol im Körper anrichtet, warum auch schon kurze Pausen etwas bewirken können und ob der Dry January wirklich so sinnvoll ist, wie man denkt.

00:01:41: Hallo, lieber Herr Dr.

00:01:42: Pfeiffer, schön, dass Sie da sind.

00:01:43: Ja, hallo und vielen Dank, dass ich mitmachen darf.

00:01:45: Ich freue mich sehr über die Einladung.

00:01:47: Der Gast.

00:01:49: Mein Name ist Kai Henrik Pfeiffer, ich bin Leidenoberts in der Medizinischen Klinik B des UKMs.

00:01:54: Wir befassen uns mit Gastroenterologie und Hepatologie, haben dementsprechend viel mit Lebererkrankungen zu tun und dementsprechend natürlich auch viel leider mit alkoholischen Lebererkrankungen.

00:02:03: Insofern fällt das doch ziemlich in meinen Aufgabenbereich.

00:02:06: Direkt zu Anfang mal die Frage an Sie, schon mal drei, drei sage ich schon, dry January gemacht?

00:02:11: Bisher noch nicht, aber in Vorbereitung auf dieses Thema, muss ich sagen, habe ich sehr darüber nachgedacht.

00:02:15: Sehr gut.

00:02:16: Ja, warum ist denn Alkohol aus medizinischer Sicht?

00:02:19: Überhaupt ein Thema, wo wir drüber sprechen müssen.

00:02:21: Es ist leicht erklärt, aber wir müssen es zu Anfang klären.

00:02:25: Das ist vielschächtig.

00:02:26: Der Alkoholkonsum ist in unserer Gesellschaft akzeptiert und total weit verbreitet.

00:02:31: Ich hab ihm ein paar Zahlen mitgebracht, damit man sich das vorstellen kann, wie viel Alkohol in Deutschland konsumiert wird.

00:02:37: Da hab ich mich gestützt auf einen epidemiologischen Suchtsurvey, der eine bestimmte Bevölkerungsgruppe befragt hat, wie viel Alkohol sie trinken.

00:02:46: Und zwar war das ... Personen die achtzehn bis vormund achtzig Jahre alt waren die wurden angeschrieben und erfasst wurde.

00:02:53: halt wie häufig trinkt man Alkohol?

00:02:56: trinkt man regelmäßig Alkohol?

00:02:57: gibt es episodenhaftes Raustrinken das ist wenn man fünf oder mehr Gläser Alkohol an dem Tag und an dem Abend trinkt besteht vielleicht sogar ein riskanter Alkoholkonsum.

00:03:08: Das ist gar nicht so viel.

00:03:09: Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

00:03:11: Zehn bis zwölf Gramm bei Frauen.

00:03:13: Ja, das ist...

00:03:14: Am Tag.

00:03:15: Am Tag.

00:03:16: Das ist gerade mal ein Glas Bier oder ein Achtel Wein oder ein kleiner Sekt.

00:03:20: Bei Mann ist das ein bisschen mehr.

00:03:22: Der kann ungefähr das Doppelte ab.

00:03:24: Und die Person wurde natürlich auch befragt, ob gegebenenfalls ein Alkoholmissbrauch oder auch eine Alkoholabhängigkeit vorliegt.

00:03:30: Das wurde dann über diesen Fragebogen auch diagnostiziert.

00:03:35: Und dabei kam raus, dass in dieser Gruppe von den achtzehn bis vierundsechzigjährigen, die hier einmal in einem bestimmten Artikel beleuchtet worden sind, siebzig Prozent regemäßig Alkohol drängen.

00:03:43: Wenn man das hochrechnet, sind das fünfunddraßig Millionen Menschen in Deutschland.

00:03:46: In dieser Gruppe?

00:03:47: Ja.

00:03:47: Wie ist denn da die Selbsteinschätzung?

00:03:49: Was begegnet Ihnen bei Patientinnen und Patienten?

00:03:52: Gehen die selber davon aus, dass die Menge, die man trinken darf, so gering ist?

00:03:56: Und wie schätzen die Ihren eigenen Konsum so ein?

00:03:58: Ja, es geht häufig ganz vollkommen auseinander.

00:04:00: Das können Sie sich vorstellen.

00:04:01: Da ist die Selbstvernehmung ganz anders als die eigentliche, wirkliche Menge, die auch konsumiert wird.

00:04:07: Gibt es verschiedene Faktoren, können wir vielleicht später drüber sprechen.

00:04:09: Ich würde nochmal zurückgehen auf diesen ... Auf diesen Fragebogen, weil in der Tat die Zahlen, die da auch rauskamen, zu wirklich episodenhaften Raustrinken, das waren knapp zehn Millionen Menschen, die das angegeben haben.

00:04:20: Welche die riskante Mengen an Alkohol konsumieren, auch ungefähr acht bis zehn Millionen Menschen.

00:04:27: Und mindestens vier Prozent, die wirklich eine Alkoholabhängigkeit haben.

00:04:30: Also es ist ein Riesenproblem.

00:04:32: Dieses Rauschafter trinken war fünf Gläser und mehr.

00:04:35: Fünf Gläser und mehr, genau.

00:04:36: Am Tag, ja.

00:04:37: An einem Tag, ja.

00:04:39: Und die haben gefragt, ob innerhalb des letzten Monats das einmal vorgekommen ist.

00:04:42: Natürlich kommt das mal jeden ab und zu mal vor.

00:04:44: Es kann durchaus sein, aber da wurde sozusagen in dem letzten Monat einmal

00:04:48: befragt.

00:04:49: Ja, also da sehen wir ja schon definitiv, dass das Thema Alkoholkonsum in unserer deutschen Gesellschaft zumindest ein Thema ist, was man nicht irgendwie mal zur Seite kehren sollte.

00:04:58: Ist das auch was, was sich dann bei Ihnen in der Praxis oder in unserer Aufmerksamkeit?

00:05:02: Ja, in der Klinik zeigt, dass da viele Patientinnen kommen, die eben aufgrund von Alkohol beschädigte Organe dann auch haben?

00:05:10: Ich arbeite hier in der Klinik für, die sich mit Lebererkrankungen auch beschäftigt.

00:05:14: Und das ist in Deutschland einfach der häufigste Grund, dass Alkohol trinken, die für eine fortgeschrittene Lebererkrankung.

00:05:20: Und wir bereiten viele Patienten für Lebertransplantationen vor.

00:05:23: Und einer der häufigsten Diagnose ist eine alkoholische Leberzucht, wo sie als eine fortgeschrittene Erkrankung der Leber durch Alkohol verursacht.

00:05:30: Was mich tatsächlich interessiert ist, wie reagieren die Menschen, wenn das erstmals bei ihnen diagnostiziert werden, ist das immer ein Prozess, wo jemand sagt, ja, ich gebe zu, dass ich so viel Alkohol trinke oder gibt es da so auch so einen Negieren, das kann ja gar nicht sein, das ist ja bei mir nicht so.

00:05:45: Das ist sehr unterschiedlich, sehr individuell.

00:05:48: Es gibt sicherlich Personen, die da sehr differenziert sind und durchaus wissen.

00:05:52: dass das der zugrunde liegende Grund ist.

00:05:54: Und es gibt aber auch Personen, die das komplett negieren und sagen, nee, das kommt für mich nicht infrage, das war der Alkohol nicht.

00:05:59: Merkt man das denn?

00:06:00: Also man kennt das ja manchmal oder man umfällt, man.

00:06:04: sicherlich kennt man auch Menschen, die mal mehr Alkohol trinken und das bei denen natürlich die Wirksamkeit vielleicht weniger schnell sichtbar wird.

00:06:10: Was passiert denn eigentlich im Körper, wenn man Alkohol trinkt?

00:06:13: Also sowohl vielleicht organisch, wo geht das hin und was macht das dann mit meinem Organ?

00:06:17: Aber auch so generell, was ja auch so ein Rausch vielleicht ausmacht, das sind ja so zwei verschiedene Ebenen, auf denen das passieren kann.

00:06:23: Können Sie das mal so darstellen, was da passiert?

00:06:25: Ich kann es probieren.

00:06:27: Wie Sie vorkamen richtig sagen, es läuft auf verschiedenen Ebenen ab.

00:06:29: Zunächst trinkt man den Alkohol, der muss irgendwie aufgenommen werden.

00:06:32: Das passiert im Magen-Darm-Trakt.

00:06:34: Das geht relativ schnell, vor allem wenn Sie einen nüchternen Magen haben.

00:06:36: Dann geht das umso schneller durch und konkurriert nicht um andere Sachen, die aufgenommen werden müssen.

00:06:41: Und dann verteilt sich der Alkohol im Körperwasser.

00:06:43: Und das heißt Organe, die gut durchblutet werden, die werden vor allem schnell mit Alkohol angeflutet.

00:06:48: Und das ist zum Beispiel das Gehirn.

00:06:50: Und das ist aber auch die Leber.

00:06:52: Und was passiert zum Beispiel im Gehirn?

00:06:54: Also zunächst ist man enthämt, ja, gegebenenfalls redselig, ja, hat vielleicht auch ein bisschen weniger Angst als vorher, kann sein, und euphorisch.

00:07:01: Und das ganze liegt daran, dass halt einfach die Balance zwischen bestimmten Botenstoffen Neurotransmittern einfach geändert wird.

00:07:08: Also da sind bestimmte Botenstoffe wie Gaba, Glutamatopamin, die spielen dann eine Rolle.

00:07:13: Und das führt letztendlich zu diesen Reaktionen.

00:07:16: Wenn sie mehr Alkohol trinken, kommt es halt irgendwann auch dazu, dass sie Koordinationsprobleme haben, verlangsamte Reaktionen.

00:07:22: Sprachstörungen, Gleichgewichtsstörungen, gegebenenfalls sogar Amnesiemen.

00:07:26: Das ist dieser berühmte Filmriss, haben Sie sicherlich schon gehört.

00:07:29: Und das sind so die initialen Auswirkungen vor allem auf das Gehirn.

00:07:33: Und dann muss der Alkohol abgebaut werden und das passiert vor allem in der Leber.

00:07:37: Dafür brauchen Sie bestimmte Enzyme, zum Beispiel die Alkohol-Dedrogenase.

00:07:41: Die baut den Alkohol zu Acetylhytab und das Ganze ist ein Nervengift.

00:07:46: Also dieser Metabolid, der entsteht, schädigt, wirklich zählen und macht diese Zellen kaputt.

00:07:51: Der wird noch weiter abgebaut über weitere Enzyme und letztendlich geht das dann über Essexäure dann zu CO² und Wasser und dann ist das Ganze abgebaut.

00:07:59: Dann ist es aber nicht mehr im Körper drin.

00:08:00: Aber in der Zeit dazwischen kann er halt den Körper wirklich schon geschädigt haben.

00:08:04: Jetzt ist Alkohol ja eine Substanz, eine Droge, möchte ich fast schon sagen, die eben auch unter anderem Krebs hervorrufen kann.

00:08:12: Wie passiert das im Körper?

00:08:14: Können Sie das im einzelnen Schilden?

00:08:16: Was passiert da?

00:08:17: Im Einzelnen bin ich mir nicht sicher, ob das für alle Krebserkrankungen wirklich gezeigt worden ist.

00:08:22: Ich bin aber auch kein Onkologe.

00:08:24: Es ist aber klar, dass Alkohol... Ganz sicher ein Risikofaktor für eine Vielzahl von Erkrankungen ist.

00:08:30: Da sind über zwei Hundert Erkrankungen beschrieben und Krebs gehört dazu.

00:08:33: Es ist ein Carcinogen.

00:08:34: Das kann wirklich die Krebserkrankung zumindest mit beeinflussen.

00:08:38: Es ist ein Risikofaktor für die Entstehung eines Krebses.

00:08:42: Und das zum Beispiel beim Mammarkarcinom, zum Beispiel beim Kolonkarcinom, aber natürlich auch beim Leberzell.

00:08:48: Krebs ist Alkohol da durchaus ein Gruppe Eins Carcinogen, wie Asbest oder Vinikutin.

00:08:55: Die erstaunliche Zahl gelesen, zweihundert Millionen Menschen sind derzeit, während wir hier sprechen, erkrankt nachgewiesener Maßen an Krebs durch Alkohol.

00:09:05: Das fand ich eine enorme Zahl.

00:09:07: Das ist eine unglaublich große Zahl, ja.

00:09:09: Gibt es dann überhaupt eine unbedenkliche Mengen Alkohol, die man konsumieren kann?

00:09:14: Oder ist es eigentlich, wenn man jetzt mal wirklich ehrlich auf das Thema guckt, besser wäre wirklich komplett sein Leben lang Verzicht auf Alkohol?

00:09:22: Also die WHO nimmt da ganz klar Stellung und sagt, es gibt eigentlich gesundheitlich keine unbedenkliche Menge von Alkoholkonsum.

00:09:29: Das heißt, bereits der erste Tropfen könnt hier prinzipiell Schaden auslösen.

00:09:33: Weil wir haben es gesagt, es ist toxisch, es ist karzinogen, es ist psychoaktiv und kann die Gesundheit letztendlich schädigen.

00:09:40: Natürlich ist es so, dass gewisserweise die Dosis auch den Effekt bringt.

00:09:45: Je höher die Soße ist, desto höher ist das Risiko, dass sie auch eine Erkrankung bekommen.

00:09:50: Aber wirklich eine belastbare Schwelle zu definieren, wo wir sagen können, darunter ist Alkohol vollkommen ungefährlich, das können wir nicht.

00:09:56: Insofern müssen wir leider sagen, es gibt wahrscheinlich keine unbedenkliche Menge.

00:10:00: Also

00:10:00: der berühmte Spruch, die Dosis macht das Gift, gilt für Alkohol nicht?

00:10:04: Doch für bestimmte Erkrankungen schon.

00:10:06: Also es ist zwar ein Karzinogen, auch da kann es in kleineren Mengen... zur Entstehung von Krebs mit beitragen.

00:10:12: Aber zum Beispiel für die Entwicklung einer Leber zur Rose, da ist es vor allem entscheidend, dass man über mehrere Zeit oder lange Zeit auch relativ viel Alkohol konsumiert.

00:10:20: Dann reicht ja wahrscheinlich eigentlich die dreißig Tage im Januar, die so viele machen, gar nicht aus.

00:10:25: Oder würden Sie schon sagen, vielleicht um vielleicht auch eine Entwöhnung hinzukriegen, ist es ein guter Ansatz, dieses ein Monat mal bewusst auf Alkohol zu verzichten.

00:10:34: Oder es ist auch medizinischer Sicht Quatsch, wenn man danach eh wieder anfängt.

00:10:38: Also ich finde diesen Ansatz super spannend, weil in der Tat zum einen gibt es einfach kurzfristige Effekte, die sich auch schon messen lassen.

00:10:45: Es ist in der Tat wirklich so, Leberwerte können fallen in dieser Zeit, Leberfettgehalt kann weniger werden in dieser Zeit.

00:10:53: Das ist relativ gut gezeigt.

00:10:55: Was aber wahrscheinlich viel wichtiger ist, sind die längerfristigen Effekte, dass man nach dem Monat Trockenheit sozusagen an Führungstrichen wahrscheinlich auch weniger trinkt und seine Gesellschaftlichen oder seine Gewohnheiten etwas ändert.

00:11:08: Inwiefern ist Alkohol eigentlich eine Sache der Gewöhnung und ab wann fängt es an zu sucht zu werden?

00:11:15: Natürlich ist es eine Sache der Gewöhnung.

00:11:16: Also das ist, denke ich, psychologisch kann man sich das gut vorstellen, wenn man Alkohol immer häufiger nutzt, dann wird das in den Alltag mit integriert und man gewöhnt sich einfach daran, den immer wieder zu konsumieren.

00:11:30: Und Sie fragen natürlich, warum macht man es auch?

00:11:33: Ist es rein der Genuss?

00:11:34: oder ist es vielleicht auch, um sich gewisserweise dem Stress zu entledigen, macht man es vielleicht, um ein gewisses Ventil zu haben, um manchmal auch dem Stress und dem Alltag zu entfliehen, dann kann das Ganze natürlich schon problematisch werden.

00:11:49: Es ist ja auch schon, finde ich, fast dieser gesellschaftliche Druck bei Alkohol.

00:11:54: Ich finde es wird ein bisschen besser, hab ich manchmal das Gefühl, dass es mehr Menschen im jüngeren Alter gibt, die vielleicht auch bewusst auf Alkohol verzichten.

00:12:01: Früher war es ja häufig so, die Jüngeren gehen dann gemeinsam draußen feiern und das und das.

00:12:07: Wenn du nicht trinkst, bist du irgendwie komisch.

00:12:09: Warum trinkst du denn nicht?

00:12:10: Du musst doch gar nicht fahren heute, trink doch mal.

00:12:13: Es wird besser, aber es ist trotzdem noch, das kenn ich auch aus meiner eigenen ... noch jüngeren Zeit, also im Studium oder so.

00:12:19: Wo, wenn man die einzige Person, weil die keine Alkohol trinkt, irgendwie musste man sich immer rechtfertigen, als wenn man trinkt, was quasi mehr gesellschaftlich akzeptiert ist, als wenn man mal nicht trinkt.

00:12:26: Weiß nicht, wie du das fandest.

00:12:27: Doch,

00:12:27: doch, ich finde, das ist keine Frage der Generation, ehrlicherweise.

00:12:30: Also je nachdem, wo und vor allen Dingen mit wem man unterwegs ist, ist der Druck mal da.

00:12:35: Und mal ist die Akzeptanz, dass man nichts trinkt, eben genauso.

00:12:37: Das sind dann meistens die Leute, die selber es genauso halten.

00:12:41: Ja?

00:12:42: Und ich finde das immer total spannend, weil ehrlicherweise, ich habe gar keine Lust, mich dafür rechtfertigen zu müssen, warum mein Bier alkoholfrei ist.

00:12:51: Aber es gibt diese Diskussion dann und wann auch in meiner Generation.

00:12:54: Kennen Sie das auch aus Ihrem Umfeld?

00:12:55: Ach, genauso sehe ich das auch.

00:12:57: Genauso kann ich das natürlich auch beobachten.

00:12:59: Das ist ein gewisser sozialer Druck, der da besteht, wenn man gemeinsam unterwegs ist, alle anderen trinken Alkohol.

00:13:04: Warum ist denn derjenige, der keine Alkohol trinkt?

00:13:07: Kennt, denke ich, jeder.

00:13:08: Aber dafür muss man sich natürlich nicht rechtfertigen.

00:13:10: Das ist eher die bessere Alternative, kann Raku so trinken auch in diesen Situationen.

00:13:14: Ist natürlich im Dry January immer ein gutes Argument, weil man immer sagen kann, ja ich mache ja Dry January, deswegen trinke ich nicht.

00:13:19: Aber vielleicht ist es, kann man sagen, ich mache Dry February und noch den March, nehm ich auch noch mit.

00:13:23: Das könnte man sich vielleicht überlegen, um dann irgendwann in die Gewohnheit reinzukommen, dass man der nicht trinker ist.

00:13:28: Freundesgruppe.

00:13:29: Um das klarzustellen, natürlich wollen wir jetzt hier nicht nur mit erhoben im Zeigefinger sitzen, nur weil wir jetzt vielleicht gerade da nicht die Gewohnheitstrinker sind.

00:13:36: Ein bedingter, normaler, kleiner Alkoholkonsum ist ja durchaus den meisten Menschen dann und wann auch nicht abzusprechen.

00:13:45: Ich finde, da muss man ja irgendwie realistisch bleiben.

00:13:47: Natürlich gibt es Anlässe zu feiern.

00:13:49: Natürlich gibt es auch mal eine Gelegenheit gesellschaftlich, wo man sagen darf, okay, wir stoßen an.

00:13:53: Wie sehen Sie das?

00:13:54: Ich sehe das ganz genau so.

00:13:55: Also ich glaube... Wie wir eben schon sagten, es ist vor allem die Menge, die dann entscheidend ist und wie man den Alkohol nutzt.

00:14:01: Wenn man das als Genussmittel in der Tat wirklich nutzt, dass man zu seltenen Anlässen wirklich sich darüber freut und das ganz bewusst auch tut, dann ist das eine Sache der Menge, die da wirklich entscheidend ist.

00:14:13: Das ist genauso wie ein gutes Essen, das ist genauso wie ein guter Nachtisch oder mal ein Stück Schokolade.

00:14:18: Das kann man sich durchaus aus meiner Sicht auch mal gönnen.

00:14:20: Die Frage ist natürlich, wie häufig man das macht.

00:14:22: Merkt man denn schon recht schnell auch, wenn man vielleicht sonst jetzt nicht ständig Alkohol trinkt, aber ich sage mal regelmäßig, kann man dann schon auch in so einem Monat merken, dass das vielleicht positive Einflüsse auf einen hat.

00:14:34: Also ich jetzt nicht nur sage ich mal vielleicht vom Gemütszustand oder so, sondern auch auch hau teilweise hat ja manchmal Auswirkungen der Alkohol.

00:14:40: Ist ja jetzt auch auf viele Dinge nimmt das ja Einfluss oder auch Schlaf.

00:14:44: Also manchmal sagt man, Alkohol hilft ja vielleicht beim Einschlafen, aber beim Durchschlafen dann vielleicht nicht so.

00:14:48: Also gibt es schon kurzfristige Effekte, die so ein Alkoholverzicht mit sich bringen kann?

00:14:53: Auf jeden Fall.

00:14:54: Also... Insbesondere zum Beispiel der Schlaf, der Alkohol kann helfen beim Einschlafen, aber stört die Schlafarchitektur.

00:15:00: Dementsprechend haben sie weniger Tiefschlafhasen und das kann dazu führen, dass sie deutlich weniger ausgeruht sind nach der Schlafperiode.

00:15:07: Das ist natürlich schlecht.

00:15:08: Das führt natürlich auch dazu, dass man sich schlechter konzentrieren kann und weniger klar denken kann.

00:15:12: Dementsprechend kann das sich schon relativ schnell ändern.

00:15:15: Auch, dass die Haut sich bessert nach einer gewissen Zeit.

00:15:17: Das ist relativ gut auch gezeigt, dass nach wenigen Wochen sich das Hautbild schon bessert.

00:15:22: Und zum Beispiel auch, dass der Blutdruck, der sonst erhöht ist unter Alkoholgenuss, dass der etwas sinkt und auch der Ruhepuls etwas niedriger wird.

00:15:28: Also ja, durchaus innerhalb von kurzer Zeit kann sich das auch schon besser.

00:15:31: Vielleicht können wir jetzt nochmal kurz den Blick drauf werfen, wo wir schon gerade vom regelmäßigen Konsum weniger regelmäßigen Konsum sprechen.

00:15:37: Es gibt ja verschiedene Auswirkungen, die der Konsum haben kann.

00:15:40: Das eine ist den Kater, den man... oder so nennt, das ist ja das Typische, wenn man mal ein, zwei Glitter zu viel hat am nächsten Tag, Kopfschmerzen, Übelkeit etc.

00:15:50: Vielleicht können Sie dazu noch was sagen, woran, also was passiert da im Körper?

00:15:53: Und was ist dann schon eine Alkoholintoxikation?

00:15:55: Ist das schon der Kater?

00:15:57: Oder wo spreche ich dann schon fast von Krankheitserscheinungen, die auch chronisch vielleicht sogar sind?

00:16:01: Also der Kater und die Alkoholintoxikation, das sind akute Erscheinungen.

00:16:05: Das ist jetzt keine wirklich langfristige Erkrankung, der sich hier ausbildet.

00:16:09: Der Kater, das haben wahrscheinlich viele schon mal kennengelernt.

00:16:13: Man steht am nächsten Morgen nach einer vielleicht etwas längeren Nacht auf, hat Kopfschmerzen, fühlt sich nicht gut.

00:16:20: sind verschiedene Sachen, die da zum Tragen kommen.

00:16:22: Zum einen ist es einfach so, man ist dehydriert, man hat zu viel Flüssigkeit verloren, man hat zu viele Mineralstoffe verloren, dadurch das Alkohol auf den Hormonstoffwechsel einwirkt und in der Tat dazu führt, dass man mehr Handrang hat und einfach mehr Urin lässt.

00:16:36: Das ist ein Punkt.

00:16:38: Zudem ist es einfach so, dass auch bestimmte Metaboliten aus dem Alkoholstoffwechsel, wie z.B.

00:16:41: der Zetaldehyd, auch direkte Effekte einfach hat, und z.B.

00:16:45: Koschmerzen da auch mit verursacht.

00:16:47: Das ist so der Kater, den wahrscheinlich viele kennen.

00:16:50: Die Alkoholintoxikation ist noch mal so eine Stufe drauf in der akuten Situation, wenn man wirklich viel zu viel Alkohol getrunken hat.

00:16:57: Da kann das richtig atemdepressiv werden, dass man gar nicht mehr richtig atmet, nicht mehr genug tief und nicht häufig genug atmet.

00:17:05: Und in der Tat kann es zum Bewusstseinsverlust führen.

00:17:07: Und das kann in der Tat natürlich lebensgefährlich sein.

00:17:09: Das sind die Fälle, die dann irgendwie gerne auch genommen, vielleicht bei Jugendlichen, die ihr eigenes Risiko dann auch so noch nicht kennen, dann eben irgendwann in der Notaufnahme landen.

00:17:17: Ja,

00:17:18: die Jugendlichen haben häufig keine Erfahrung, damit wie viel sie vertragen, trinken die falschen Getränke.

00:17:22: Und dann ist das plötzlich viel zu viel und die landen dann zum Teil in der Notaufnahme.

00:17:26: Das ist ein Schreck für alle, für die Jugendlichen, für die Eltern.

00:17:29: Zum Glück ist das aber, wie gesagt, reversibel.

00:17:31: Und woran kann ich vielleicht merken, dass es schon in Richtung Krankheitsbild geht?

00:17:34: Also gibt es da auch Symptome, die da mit sich kommen, wenn man aufgrund von Alkohol einfach Erkrankungen ausbildet?

00:17:41: Leider gibt es nicht so viele eindeutige Symptome dafür.

00:17:44: Also gucken wir jetzt mal zum Beispiel von der Leberseite her.

00:17:48: Also da gibt es zum Beispiel die alkoholische Hepatitis oder auch die Leberzerose.

00:17:52: Wenn man viel und über einen längeren Zeitraum Alkohol trinkt, können sich diese Krankheitsbilder ausbilden.

00:17:58: Aber auch die Fettleber, die alkoholische Fettleber, haben häufig eigentlich keine Symptome wirklich diese auslösen.

00:18:04: Es kann sein, dass man so ein bisschen müde ist, Appetitlosigkeit, vielleicht ein bisschen Übelkeit hat.

00:18:09: Manche haben aufgrund dessen, dass die Leber etwas geschwollen ist, vielleicht auch so ein Druck im Oberbauch.

00:18:13: Aber viel mehr Symptome ist häufig, sind gar nicht dabei.

00:18:16: Und dann gehen sie zum Beispiel zum Arzt und dann fallen doch die erhöhten Leberwerte auf und dann... Denkt man, okay, da ist ja vielleicht doch was im Busch.

00:18:24: Und das kann dann auch richtig gefährlich werden.

00:18:25: Also so eine Alkoholhepertitis, das ist, wenn man über einen längeren Zeitraum viel zu viel Alkohol konsumiert hat, dann kommt so ein Teufelskreislauf, das wirklich eine schwere Entzündung in der Leber ist und die Leber wirklich... Ja, letztendlich versagt, muss man sagen, in ihrer Funktion einfach nicht mehr richtig funktionieren.

00:18:42: Ja, gibt es da Fälle, die lange unentdeckt bleiben?

00:18:44: Denn ehrlicherweise, wenn ich nicht regelmäßig meine Blutwerte beim Hausarzt checken lasse und ein bisschen sowieso vielleicht medizinische Untersuchungen scheue, das kann ja dann auch sein, dass einem das möglicherweise bewusst ist, dass man zu viel Alkohol trinkt.

00:18:57: In mich rein gucken kann ich nicht.

00:18:58: Und wenn es sonst keine Symptome gibt, wann kommen die Leute zu ihm?

00:19:01: Also bei der Alkoholapatite meistens, wenn die Leute Geld werden.

00:19:05: Das zeigt an, dass die Leber nicht mehr richtig entgiften kann im Körper.

00:19:11: Und dann steigt ein bestimmter Stoff im Körper an, das ist Bilirubin.

00:19:14: Und das macht eine gelbe Hautfarbe, im Anfangsstadion sieht man es vor allem in den Augen, dass die Augen gelb werden.

00:19:21: Und das ist relativ typisch für so eine Alkoholäpertit.

00:19:24: Wenn Patienten schon eine Leberzirose haben, dann sind das häufig andere Symptome, mit denen sie kommen, nämlich zum Beispiel die, dass der Bauch zum Beispiel sehr groß wird, der einfach sehr dick wird, obwohl man nicht viel Muskel massen und sonst nicht viel fettert.

00:19:40: Das liegt daran, dass sich da Wasser sammelt.

00:19:41: Weil die Leber schon sofort geschritten und erkrankt ist, dass einfach das Blut nicht mehr gut durch die Leber durchfließen können.

00:19:47: Unter anderem ist das ein Grund, und sich dann Wasser am Bauch sammelt.

00:19:50: Und dann wird er so richtig ausladend, nennt man das Zittis.

00:19:53: Kann man denn pauschal?

00:19:54: wahrscheinlich schwierig, aber sagen, wie viel Alkohol oder wie lange man Alkohol trinken muss, damit es dann so weit tatsächlich kommt.

00:20:00: Also, ich meine, das ist wahrscheinlich sehr individuell auf die Person.

00:20:02: Aber wenn wir jetzt davon reden, jemand trinkt viel Alkohol, ist das dann schon seit jungen Jahren, jeden Tag fünf Gläser?

00:20:08: Oder reicht das auch, wenn ich mal einfach ein Jahr ein bisschen mehr getrunken habe?

00:20:12: Aber wann kommt es tatsächlich zu diesen schweren Erkrankungen?

00:20:15: Er ist ein Alkoholeppatitis, kann sich... relativ schnell entwickeln.

00:20:18: in der Tat, also da würde ich jetzt durchaus sagen, ein halbes Jahr kann durchaus sein, wenn man da wirklich viel trinkt.

00:20:24: Also da sprechen wir über, sagen wir ungefähr eine Flasche schnelles pro Tag.

00:20:28: Aber es gibt durchaus die Situationen auch, wo das vorkommt.

00:20:32: Für eine Zirrose dauert das in der Tat länger.

00:20:35: Das ist aber, wie Sie sagen, wirklich sehr unterschiedlich, weil da natürlich auch genetische Faktoren noch mit reinspielen.

00:20:41: Manche sind einfach mehr so settibel dafür, dass eine Zirrose entstehen kann, weil da eher der Schaden zu trage kommt.

00:20:48: Deswegen würde ich mich da nicht so festlegen wollen, aber da dauert das in der Tat doch eher Jahrzehnte.

00:20:54: Wir sehen aber durchaus auch Patienten, die mit Ende dreißig mit einer fortgeschrittenen Zerose kommen.

00:20:59: Leberzirrose bedeutet oder wird ja von vielen gleichgesetzt mit erhöhtem Alkoholkonsum.

00:21:03: Das ist immer so die landläufige.

00:21:05: Ja, ganz falsch.

00:21:06: Richtig.

00:21:07: Das wollte ich hören.

00:21:08: Sie dürfen auch gleich erklären, warum.

00:21:10: Und dann erklären Sie vielleicht anschließend noch mal, was genau ist eigentlich eine Leberzirrose?

00:21:14: Also, wo ist der Unterschied zwischen der alkoholischen Hepatitis und der Leberzirrose?

00:21:18: Und warum ist eine Leberzirrose dann jetzt auch tatsächlich so final fast, dass man dann eben über Maßnahmen nachdenken muss wie eine Lebertransplantation?

00:21:28: Zum einen gibt es viele verschiedene Erkrankungen, die zu einer Leberzerose führen können.

00:21:33: Alkohol oder die Einwirkung von Noxen, von Giften ist eine Wortsache.

00:21:38: Aber auch Stoffwechselerkrankungen, jetzt Fettstoffwechselstörungen zum Beispiel, können auch Zenerzeurose führen.

00:21:44: Aber auch viele andere Erkrankungen wie die Vierale Hepatitis, Hepatitis C, Hepatitis B, Hepatitis B und D. Und auch andere Stoffwechselerkrankungen wie der Alpha-I Antitrypsin-Mange, wie die Hemokromatose, gibt eine Vielzahl von Erkrankungen, die Zenerzeurose führen können.

00:21:59: Und dann müssen wir uns ganz klar distanzieren.

00:22:01: Nur ein Patient, eine fortgeschrittenen Lebererkrankung, das ist dann auf gar keinen Fall per se ein Alkoholiker.

00:22:06: Das muss man ganz klar sagen.

00:22:08: Und die Zirrose, was ist das eigentlich?

00:22:10: Das ist in der Tat, wenn die Leber fibrotisch, d.h.

00:22:14: durch Bindegewebe umgebaut ist.

00:22:17: Das führt dazu, dass sie nicht mehr genügend Parentüme hat, um ihre Funktion aufrechtzuhalten.

00:22:23: Ihre Funktion sind z.B.

00:22:24: die Synthese, die Herstellung von bestimmten Körpereignenstoffen, wie z.B.

00:22:28: Albumin, Proteinen oder auch Rinnungsfaktoren.

00:22:32: Es führt aber auch dazu, dass sie weniger entgiften kann.

00:22:35: Das sieht man zum Beispiel, indem die Patienten dann und Patientinnen gelb werden, weil das Bilirubin einfach ansteigt.

00:22:42: Und dann ist es aber auch so, dadurch dass man kann sich das vielleicht so vorstellen, weil es so richtig so klein und höchrig und hart wird, kann das Blut, was normalerweise durch die Leber durchfließen muss und das ist viel Blut, was aus dem Magen-Darm-System durch die Leber durchmuss, kann das nicht mehr so gut und staut sich in der Tat vor der Leber.

00:22:57: Und da entsteht eine Portalehypertonie, so sagen wir das.

00:23:00: Ein Hochdruck vor der Leber wird sehr unangenehm folgen, insofern, als dass sich da Acetes entwickeln kann, dieses Bauchwasser, über das ich schon sprach.

00:23:08: Und aber auch schwere Blutung, weil sich das Blut natürlich einen anderen Weg sucht, zum Beispiel über wen in der Speiseröhre.

00:23:15: Und die sind dafür überhaupt nicht ausgelegt.

00:23:17: Ja, die sind eigentlich für deutlich weniger Blutvolumen ausgelegt.

00:23:20: Und wenn er plötzlich sehr viel durchfließen muss, dann kann das sein, dass die reißen.

00:23:24: Und dann zukommt noch, dass eine Gründungsstörung vorliegt, weil die Leber die Grennungsfaktoren nicht mehr macht und kann sehr stark und auch sehr lebensgefährlich bluten.

00:23:31: Das ist letztendlich kurz abgefasst ja das Vollbild von einer Leberzerose.

00:23:37: Der Unterschied zwischen einer alkoholischen Hepatitis und einer Leberzerose ist eigentlich der, dass ein alkoholischer Hepatitis ein akuter Zustand ist, wo sehr viel Entzündung in der Leber ist, ausgelöst durch Alkohol.

00:23:49: Dafür muss man keine Zerose vorherhaben.

00:23:52: Das kann zwar sein, muss aber nicht unbedingt sein.

00:23:56: Und in der Tat ist es auch so, wenn diese Entzündung abklingt und das passiert vor allem dann, wenn man den Alkohol weglässt, dann kann das Ganze auch wieder sich normalisieren.

00:24:05: Also

00:24:05: auch die normale, die normale.

00:24:07: Nein, die gar nicht hoffentlich normale Leberzirose ist reversibel.

00:24:11: Ist das so?

00:24:12: Also wenn die Leber schon umgebaut ist, ja, dann ist das sehr schwer, dass die wieder in den ursprünglichen Zustand zurückkommt.

00:24:19: Ansonsten ist per Zeit die Leber wahnsinnig viel.

00:24:21: Sie ist sehr regenerationsfähig und per Zeit extrem viel, was wir mit ihr anstellen.

00:24:26: Dann kommen wir mal zu der Behandlung.

00:24:27: Was können Sie denn tun, wenn jemand mit Leberzirose tatsächlich zu Ihnen kommt?

00:24:31: Das kommt sehr darauf an, in welchem Stadium er ist.

00:24:33: Ja, also wenn ja am Anfang einer Anfangsstadium der Leberzerose ist, dann sind wir vor allem supportiv.

00:24:40: Wir versuchen den portalen Druck zu senken und wir versuchen die Ereignisse von Bauchwasser und die Ereignisse von Blutung zu verringern.

00:24:47: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir hier anbieten können.

00:24:50: Ist die Leberzerose aber schon deutlich weiter fortgeschritten und muss der Patient immer häufig ans Krankenhaus und vielleicht kommt es sogar zu so einem sogenannten akutaufgrundischen Leberversagen, dann gibt es als einzige Therapiemöglichkeit eigentlich nur die Lebertransplantation.

00:25:04: Und wie ist das?

00:25:05: Da habe ich jetzt mal, das ist jetzt auch der Leinwissen gehört, bei der Leber kann man tatsächlich ja auch... Also ein Teil spenden oder geht das nur ganz als ganz Sorgarn jetzt vielleicht ganz leiden wissen.

00:25:14: Unter bestimmten Voraussetzungen geht das.

00:25:16: Da haben sie vollkommen recht.

00:25:18: Aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

00:25:20: Natürlich muss der Teil, den sie bekommen, also manchmal ist es so, dass eine Leber, die von einem Toten entnommen wird in der postmortalen Spende, dass die geteilt wird.

00:25:30: Ja, und sozusagen auf zwei aufgeteilt wird.

00:25:32: Das gibt es in manchen Situationen, dann die Leber sehr groß ist und die Empfänger relativ klein, sodass das ausreichend ist für diese Personen.

00:25:40: Es gibt aber auch die Situation, dass man eine Leber-Lebenspende in der Bewegung ziehen kann, wo zum Beispiel ein Angehöriger, der einen passenden Blutgruppe mitbringt, durchaus ein Teil seiner Leber spenden kann.

00:25:51: Das gibt es in bestimmten Situationen, kann man das auch

00:25:53: machen.

00:25:54: Das heißt, wir könnten mit, also ohne einen Teil unserer Leber auch tatsächlich gesund... in Anfangszeichen weiterleben.

00:26:00: Wie gesagt, die Leber verzeiht viel und die wächst auch sehr gut nach.

00:26:04: Das muss man vorher sehr genau sich anschauen, ob der Teil, der im Körper verbleibt, wenn man jetzt zum Beispiel ein Teil seiner Leber spendet, ausreicht, damit danach natürlich keine größeren Probleme

00:26:15: entstehen.

00:26:16: Aber wir sind jetzt hier bei sowas speziellem wie Lebertransplantation angelangt.

00:26:20: Korrigieren Sie mich aber auch da.

00:26:22: Ich glaube, Also es stehen ja nicht ausreichend Leber sowieso zur Verfügung.

00:26:26: Wir haben ja Organmangel in Deutschland.

00:26:28: Ist denn jemand, kommt jemand tatsächlich auf die Warteliste der Alkoholiker ist?

00:26:32: Ja, natürlich.

00:26:33: Aber ganz klar, das ist ja Alkoholismus bzw.

00:26:36: Alkoholabhängigkeit ist eine Erkrankung, die man auch behandeln kann.

00:26:39: In Deutschland ist es so geregelt, dass werden Patienten sechs Monate Karennt sind.

00:26:45: Man in den meisten Fällen davon ausgeht, dass sie auch Karin bleiben und dann kann man diese Patienten auch listen.

00:26:51: Dementsprechend natürlich, wenn sie vorher psychiatrisch und psychosomatisch evaluiert worden sind und keine Kontraindigationen hier gesehen worden sind.

00:26:58: Aber das geht natürlich.

00:26:59: Genau, aber das war das, was ich meine.

00:27:01: Also sie müssen in gewisser Weise abstinent sein, damit sie auf diese Liste kommen.

00:27:05: Das ist korrekt.

00:27:07: Es gibt in ganz seltenen Fällen, wenn jemand mit einer alkoholischen Leber zur Rose kommt und ein akutes Problem hat, zum Beispiel ein akutes, akut aufgrund des Leberversagen, was innerhalb von kurzer Zeit zum Tod führt, gibt es sogar die Möglichkeit, dass man eine Ausnahmegenehmigung in Anführungsstrichen erwirken kann, dass man für diesen Patienten gegebenenfalls auch eine Transportation in Bewegung ziehen kann.

00:27:26: Das ist aber nur selten der Fall und wird nur selten genehmigt.

00:27:29: Jetzt sind wir ja schon bei den drastischsten Mitteln, um quasi da zu helfen.

00:27:35: Bei der Hepatitis der Alkoholischen, was sind da die Behandlungsmöglichkeiten?

00:27:39: Was macht man da, wenn jemand mit dieser Diagnose kommt?

00:27:41: Ja, viel ist supportiv, muss man sagen.

00:27:44: Also vor allem... verzichten wir auf den Alkohol oder der Patient muss auf den Alkohol verzichten und dann hoffen in der Tat, dass die Leber sich selber heilt.

00:27:54: Wir können unterstützen.

00:27:55: Also es gibt eine Rolle für Cortison in der Tat.

00:27:58: Wenn der Patient keinen Infekt hat, kann das durchaus helfen, die Selbsthaltungskräfte des Körpers hier wieder anzutreiben.

00:28:05: Und wir müssen einfach gucken, dass wir die Komplikation, die dadurch entstehen, dass wir die in Griff kriegen, zum Beispiel Bauchwasser, Infektion etc.

00:28:11: Jetzt haben sie gesagt, der Patient muss aufhören, Alkohol zu trinken bestenfalls.

00:28:15: Gibt es da denn, wenn jemand so in die Klinik kommt mit dieser Diagnose und diesem Hintergrund, das der Alkoholismus hintersteckt, irgendwas, was sie denen an die Hand geben, um vielleicht diese Entwöhnung vom Alkohol schneller, besser durchhalten hinzukriegen?

00:28:28: Das ist total schwieriges Feld.

00:28:30: Es ist auch nicht ungefährlich, von heute auf morgen den Alkohol einfach wegzulassen.

00:28:34: wenn man eine schwere Alkoholabhängigkeit hat.

00:28:36: Das darf man nicht unbedingt einfach so machen, aber sich da durchaus ein schweres Entzugssymptom entwickeln können, ein schweres Alkoholentzugsdelier und das ist mit einer relativ hohen Sterblichkeit darauf verbunden.

00:28:47: Das heißt, da muss man wirklich aufpassen.

00:28:49: Aber natürlich können wir den Patienten hier unterstützen.

00:28:51: Also wenn sie in der Klinik sind, wenn sie stationär sind, dann können wir vor allem bei Suchtsymptomen versuchen zu helfen, die abzulindern.

00:28:59: Da sind wir auch sehr von psychatischen Kollegen angewiesen, die uns hier.

00:29:04: Wie lange dauert so ein Prozess, wenn jetzt wirklich jemand zu ihnen kommt, der schwer alkoholabhängig ist und es ist ganz klar, der muss vom Alkohol entwöhnt werden?

00:29:13: Also ich glaube jetzt diese Zahl, die dann da möglicherweise hintersteht, die ist ja vielleicht auch individuell, dass das wirklich nochmal etwas ist, was die Menschen da draußen interessiert, weil ehrlicherweise ist das ja was, was keiner für sich gerne möchte.

00:29:26: Wie lange dauert es, sich vom Alkohol zu entfüllen?

00:29:28: Also der ganz akute Entzug, der ist ungefähr so nach einer Woche, der vor dem körperlichen Entzug, hat man den einigermaßen gut im Griff.

00:29:37: Dass natürlich die psychische Komponente da viel, viel nachhaltiger ein Problem werden kann, ist dahingestellt.

00:29:44: Da kann ich Ihnen keine gute Zahl sagen.

00:29:45: Das ist sehr individuell unterschiedlich.

00:29:47: Also da würden Sie sagen, das muss eigentlich immer Hand in Hand gehen, sowohl die medizinische Seite als auch die psychologische Betreuung, wenn jemand da sich... dem Entzug stellen möchte.

00:29:56: Im optimalen Fall, auf jeden

00:29:57: Fall.

00:29:58: Wenn ich jetzt auf Alkohol verzichten möchte, weil es nun mal ungesund ist, gibt es denn andere Dinge, mit denen ich der Leber auch theoretisch so schaden kann?

00:30:05: Oder ist Alkohol schon wirklich der Worst Case an Dingen, die ich zu mir nehmen kann, die für meine Leber schlecht sind?

00:30:11: Oder gibt es auch andere Dinge, die ich vielleicht vermeiden sollte?

00:30:13: Oder gibt es viele, die Sie vermeiden sollen?

00:30:16: Was sind die Schlimmsten?

00:30:18: Schlimmste ist ein Knoll-Better-Pilz.

00:30:20: Das ist wieder ein anderes Thema, da können wir auch eine ganze Folge so machen.

00:30:23: Okay, giftige Pilze vermeide ich auch.

00:30:25: Die

00:30:25: sollten sie vermeiden.

00:30:26: Auf jeden Fall.

00:30:27: Nein, aber in der Tat auch die üblichen Risikofaktoren für den metabolischsten Syndrome.

00:30:33: Also spreche ich übergewicht.

00:30:35: sehr fettreiche Mahlzeiten etc.

00:30:38: Das ist auch sehr, sehr ungesund für die Leber und führt in vielen Fällen auch zu sterbingenden Lebererkrankungen.

00:30:44: Das ist in den nächsten Jahren wahrscheinlich immer mehr auch.

00:30:46: Wir sehen, dass in Deutschland und in Industrieländern vor allem die Fettlebererkrankungen deutlich im Vormarsch sind und das sind die Erkrankungen in der Hypertologie in der Zukunft.

00:30:55: Welche Rolle spielen dabei?

00:30:56: hochverarbeitete Lebensmittel?

00:30:58: Natürlich eine große Rolle.

00:30:59: Da sind viele versteckte Kalorien, viele versteckte Fette mit drin.

00:31:05: Man weiß eigentlich gar nicht, was man da zu sich nimmt und wie ungesunden man sich ernährt.

00:31:10: Und das ist natürlich klar, ein absoluter Treiber.

00:31:12: Also wie immer an Janja nehmen wir mit, gesunde Ernährung, Bewegung, Unterschlafen wahrscheinlich auch.

00:31:19: Und die Waage verstecken.

00:31:21: Es wird schon langweilig, aber so ist es.

00:31:22: Ja, das können wir über jede Folge schreiben.

00:31:25: Ernährt euch gesund, macht Sport, schlaft ausreichend.

00:31:29: Aber wenn es so einfach wäre, das ist ja auch irgendwie ...

00:31:32: Sagen können wir es ja, machen wir das auch?

00:31:34: Ja, ich versuch's mit jeder Folge, die wir aufnehmen, etwas mehr zu verinnerlichen.

00:31:38: Und gerade wenn man so was hört wie so Trigger-Words wie Fettleber, denke ich natürlich, oh Gott, das möchte ich nicht.

00:31:44: Ich glaube, da sind wir auch wieder beim Realismus.

00:31:46: Die kleinen Ausnahmen schaden vielleicht auch eben nicht so doll.

00:31:50: Und wie beim Alkohol gilt das wahrscheinlich auch für alles andere, oder?

00:31:54: Sollte ich denn dann vielleicht... Also es gibt ja mittlerweile wirklich viele Alternativgetränke.

00:31:57: Und gerade die antialkolischen auch Spaßgetränke, wie man sie so schön nennt, werden ja, finde ich, mehr.

00:32:03: Haben wahrscheinlich aber auch viel Zucker.

00:32:05: Ist das dann wirklich eine gute Alternative zu den alkoholischen Getränken?

00:32:07: Also statt, dass ich den klassischen Sekt mit Alkohol trinke, trinke ich lieber den alkoholfreien Sekt?

00:32:12: Ich glaube, das muss jeder für dich selbst entscheiden.

00:32:13: Aber... Ich glaube schon, dass es eine gute Alternative ist, besonders in sozialen Events, wo man vielleicht auch an der Tat anstoßen möchte und wo man vielleicht auch ein bisschen neidisch auf den Cocktail von nebenan ist, kann man sich ja vorstellen.

00:32:26: Und ich finde die zum Teil wirklich richtig lecker.

00:32:28: Ja, das ist schon so.

00:32:29: Aber das muss jeder für sich entscheiden.

00:32:31: Aber auch so die klassischen Getränke, ja.

00:32:32: Und Tee ist auch was Feines.

00:32:34: Von einem Winter-Monat.

00:32:35: Kann man schlecht mit dem Sektlas anstoßen, aber kann man ja mal auf den Eistee vielleicht gehen oder so, ne?

00:32:40: Coltern trinken, das geht ja auch.

00:32:42: Ich glaube fast.

00:32:43: Wir haben schon fast alles durch, ne?

00:32:45: Wollen wir mal Mythos oder Faktwagen?

00:32:47: Einig haben Sie sicher schon beantwortet.

00:32:49: Aber ich gehe noch mal der Reihe nach durch.

00:32:51: Ich weiß nicht, ob Sie das Prinzip kennen.

00:32:53: Ich lese Ihnen eine Frage vor und Sie müssten kurz in der Kurzfassung einmal beantworten.

00:32:57: ob das jetzt stimmt oder eher doch dem Mythos zuzuordnen ist.

00:33:02: Und ich würde sagen, wenn Sie bereit sind, ich bin's.

00:33:05: Mythos oder Fakt?

00:33:06: Der Check.

00:33:08: Das Erste ist ganz einfach.

00:33:10: Rotwein ist gut für das Herz.

00:33:13: Ich glaube, es ist leider ein Mythos.

00:33:14: Früher dachte man, dass in der Tat ... paar Daten aus Frankreich vor allem, wo man gemerkt hat, dass Franzosen, die relativ viel Rotwein zumindest dort in den Regionen getrunken haben, weniger Herzinfarkten hatten.

00:33:25: Und das hat man auf Stoffe vom Alkohol zurückgeführt, das scheint aber nicht so zu sein.

00:33:29: Ja, Rotwein ist keine mediterrane Ernährung,

00:33:31: oder?

00:33:33: Leider nein.

00:33:34: Okay, Alkohol hilft beim Einschlafen?

00:33:37: Ja, das haben wir schon angesprochen.

00:33:38: Das ist korrekt an der Tat.

00:33:40: Es hilft beim Einschlafen, stört aber die Schlafarchitektur.

00:33:43: Das heißt, der Schlaf ist insgesamt aber weniger erholsam.

00:33:45: Insgesamt weniger erholsam?

00:33:46: Wollen Sie das nochmal einmal erklären, die Schlafarchitektur?

00:33:49: Ich glaube, das haben wir ja vorhin abgebrochen.

00:33:50: Ich würde das aber gerne nochmal einmal hier hören als Erklärung.

00:33:53: Was genau passierte?

00:33:54: Es ist einfach so, Sie schlafen zwar schneller ein, aber insgesamt werden die Phasen von Tiefschlaf, die werden verringert.

00:34:00: Er werden kürzer und der Tiefschlaf ist... vor allem das, was so erholsam im Schlaf ist.

00:34:06: Und wenn sie da diese Schlafarchitektur dann missen, dann wird das Ganze nicht mehr so erholsam sein.

00:34:11: Eine Frage zum Alkoholkonsum insgesamt.

00:34:14: Wenn ich nur am Wochenende Alkohol trinke, dann ist das völlig unproblematisch.

00:34:19: Dann müssen wir leider auch sagen, das wird so nicht stimmen.

00:34:22: Natürlich ist auch da die Menge wieder entscheidend.

00:34:25: Also wenn man am Wochenende, zwar nur am Wochenende, aber dann wirklich viel trinkt, dann ist das natürlich nicht gut.

00:34:30: Ich glaube, da sind wir mittlerweile zu dem Ergebnis gekommen.

00:34:33: Das ist vor allem die Menge, die der entscheidend ist.

00:34:35: Wenn das selten am Wochenende mal eine kleinere Menge Alkohol ist, dann bin ich da bei Ihnen.

00:34:40: Das ist wahrscheinlich nicht so superproblematisch, aber das muss jeder für sich selber entscheiden.

00:34:44: Eine Behauptung, von der ich ahne, dass Sie die wahrscheinlich so nicht unterschreiben würden.

00:34:48: Alkohol schadet nur in Anführungsstrichen der Leber.

00:34:52: Oh, das ist ganz falsch.

00:34:53: Ja.

00:34:54: Nein, das ist natürlich gezeigt, dass es viele, viele Erkrankungen nach sich ziehen kann.

00:34:59: Wir wissen, es schadet der Leber, das ist ganz klar, es schadet aber auch dem Gehirn, es kann dem Herzenschaden, es kann der Bauchspeicheldrüse schaden, das wissen viele nicht.

00:35:07: Also man kann eine akute Pankreatitis, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine grusche Pankreatitis bekommen, kann lebensbedrohlich sein in der Situation.

00:35:14: Es gibt viele andere Organsysteme, die auch noch betroffen sein können.

00:35:17: Harmonstoffwechsel, Immunsystem, wird stark beeinflusst vom Alkohol.

00:35:22: Nein, stimmt leider nicht.

00:35:23: Das war doch knapp und gut.

00:35:25: Dann haben wir jetzt noch die Fragen aus der Community und sind dann schon echt am Ende angekommen.

00:35:28: Und oh Gott, ich werde viele für mich mitnehmen wieder aus dieser Folge.

00:35:31: Wie immer eigentlich, aber es ist sehr schön.

00:35:33: Nachgefragt.

00:35:34: Fragen aus der Community.

00:35:37: Stimmt es, dass ich mich langfristig ohne Alkohol auch besser konzentrieren kann?

00:35:42: Das ist denke ich schon richtig.

00:35:43: Sowohl kurz als auch langfristig.

00:35:46: Man hat einen besseren Schlaf.

00:35:47: Sie haben ein stabileres Botenstoffsystem im Gehirn.

00:35:50: Das hilft sicherlich für das klare Denken.

00:35:53: Thema Fett-Leber hatten wir vorhin schon.

00:35:54: Ich setze es ja irgendwie immer mit auch Fett-Leibigkeit in Verbindung.

00:35:58: Aber die Frage war, warum nimmt man durch Alkohol eigentlich zu?

00:36:01: Und deswegen Stichwort Fettleber hängt das irgendwie zusammen?

00:36:03: und generell Kalorien.

00:36:05: Ja, Alkohol ist sehr kalorienreich.

00:36:06: Also das ist ungefähr so in der Größe in Ordnung von Fett.

00:36:09: Also das ist vor allem auch mehr oder weniger versteckte Kalorien, weil sie keine zusätzlichen Nährstoffe da einnehmen.

00:36:13: Das heißt, es sind zusätzliche Kalorien, wodurch man zunimmt und es steigert aber auch den Appetit.

00:36:18: Ah, okay.

00:36:19: Ja, das kennt man vielleicht, wenn man mal irgendwie doch was getrunken hat, dass man immer Lust auf Pizza, oder?

00:36:23: Ja,

00:36:23: und die gebratenen

00:36:24: Eier in der Nacht.

00:36:26: Genau, das stimmt, das ist wirklich wahr.

00:36:28: Nächste Frage.

00:36:29: Ist es normal, während des Dry-Januaries, also wenn man kein Alkohol mal trinkt, vielleicht mehr Gelüste nach anderen Sachen, zum Beispiel mehr Hunger oder Lust auf Schokolade zu haben?

00:36:38: Ich glaube, das kann durchaus passieren.

00:36:39: Das gibt wahrscheinlich einigen Menschen so, vor allem dann, wenn man Alkohol auch als Belohnung einsetzt.

00:36:45: Ja, das ist ja jetzt auch nicht so selten, dass man sagt, ich hab mir jetzt mal wirklich mal ein Glas Wein verdient.

00:36:51: Und wenn das dann wegfällt, dann muss man natürlich irgendwas anderes ausweichen und das kann dann vielleicht eine Schokolade sein.

00:36:57: Das ist aber schon so, dass das wahrscheinlich erst nur in der ersten Woche so ist und dann wird der Appetit eigentlich immer weniger und spätestens so in der vierten Woche sollte der Appetit eigentlich sogar drunter sein als vorher, sprich, das gleist sich dann

00:37:10: aus.

00:37:11: Ja, das sind ja gute Aussichten eigentlich.

00:37:12: Das kann man ja mal so mitnehmen als Motivation vielleicht.

00:37:15: Wie viele Drinks pro Woche würden Sie sagen, aus medizinischer Perspektive sind denn noch vertretbar, wenn man das so sagen kann?

00:37:23: Wir hatten am Anfang die Umfrage, wo es eingeordnet wurde, was kritisch ist.

00:37:27: Jetzt in die andere Richtung, was würden Sie denn jetzt so sagen, kann man denn mal vertreten, ohne dass man direkt sich vielleicht dauerhaft schadet?

00:37:34: Ich finde das eine total schwierige, aber trotzdem nachvollziehbare Frage, dass man die stellt.

00:37:38: Vor allem, wenn man sich selber anschaut, wie viel Alkohol man trinkt.

00:37:41: Wir hatten eben schon besprochen, eigentlich eine richtig unbedenkliche Menge an Alkohol gibt es nicht, aber ich glaube wir sind auch zu dem Schluss gekommen, dass jeder für sich selber entscheiden kann und dass bei sehr kleinen Mengen das Risiko gegebenenfalls auch vertretbar ist, wenn man sich für sich selber entscheidet.

00:37:56: Also

00:37:56: ich bin da so in der Größenordnung ein Glas Wein.

00:38:00: Ab und zu.

00:38:01: In

00:38:01: der Woche oder in zwei Wochen oder im Monat.

00:38:04: Der Zeitraum wäre das

00:38:06: entscheidend.

00:38:06: Ja, wahrscheinlich.

00:38:07: Das lasse

00:38:07: ich jetzt mal offen.

00:38:08: Das kann jeder für sich selbst entscheiden.

00:38:10: Und jetzt abschließen noch, um auch das Thema Dry January vielleicht noch mal zu schließen an dieser Stelle.

00:38:14: Wie steige ich denn wieder in Anführungszeichen gesund?

00:38:16: Wir haben es gerade schon gesagt, richtig gesunde Alkoholkonsum ist eigentlich auch nicht wirklich existent.

00:38:20: Aber wie steige ich in den Alkoholkonsum wieder ein nach dem Dry January, wenn ich doch mal wieder was trinken möchte?

00:38:26: Ohne, dass das jetzt vielleicht auch für den Körper direkt so ein

00:38:28: Schock.

00:38:29: Ich glaube, das ist total wichtig, dass man hier reflektiert.

00:38:32: Dass man wirklich sich überlegt, was hat mir dieser Monat gebracht?

00:38:36: Was sind vielleicht die positiven Schlüsse, die ich daraus ziehen kann?

00:38:40: Geht es mir insgesamt besser?

00:38:41: Geht es mehr körperlich besser?

00:38:42: Geht es mehr psychisch besser?

00:38:43: Dass man das wahrnimmt und in der Tat sich dann auch fragt, wie möchte ich das in den nächsten Monaten gestalten?

00:38:50: Führt das vielleicht sogar dazu, dass ich meinen Konsumverhalten etwas ändere und das vielleicht etwas seltener mache?

00:38:57: Ich glaube jetzt nicht, dass wenn sie dann wieder anfangen Alkohol zu trinken, dass sofort der Körper einen Schockzustand gerät und die Leber versagt.

00:39:03: Das wird nicht passieren.

00:39:05: Aber vielleicht können sie ja wirklich in der Tat diesen Zeitpunkt nutzen, sich selber mal in sich rein zu horchen und zu schauen, ob das nicht längerfristigen Auswirkungen haben können.

00:39:14: Ich glaube, das ist genau der Sinn dieser Aktion.

00:39:16: Genau, dass sich bewusst machen, das halten wir fest.

00:39:19: Es macht auf jeden Fall mal Sinn.

00:39:21: In diesem Dry January und ob man den dann ausdehnt auf February und so weiter, muss dann eben jeder selbst entscheiden.

00:39:27: Man kann ja auch mal eine Woche machen zum Beispiel, dass man sagt, okay, jetzt habe ich einen Fest, wo ich gerne was trinken würde, dafür triege ich die nächste Woche noch gar nicht.

00:39:37: Ist ja auch vielleicht eine Alternative.

00:39:38: Sehr gut.

00:39:39: Zum Glück haben wir schon am Anfang festgestellt, betrifft uns das alle drei nicht.

00:39:43: Aber wir hoffen, ihr da draußen konnte zumindest Anregung mitnehmen.

00:39:47: Vielen Dank, Herr Dr.

00:39:48: Pfeiffer.

00:39:48: Das war total interessant, was Sie vor allen Dingen erzählt haben über den Zusammenhang von Alkohol und Lebergesundheit und warum es eben auch wichtig sein kann, mal ein Monat zu verzichten, eventuell eben auch länger.

00:40:00: Und wenn ihr bis jetzt dann auch nicht darüber nachgedacht habt, Dann würde ich sagen, wir haben erst den sechsten Januar.

00:40:06: Es ist definitiv noch nicht zu spät.

00:40:07: Kein Grund, das Ganze aufs nächste Jahr zu verschieben.

00:40:10: Wir drücken euch auf jeden Fall die Daumen, dass ihr das durchhaltet.

00:40:14: In unserer nächsten Folge wird es dann ein bisschen abstrakter, aber nicht weniger spannend.

00:40:18: Wir sprechen dann mit dem Direktor unserer Klinik für psychische Gesundheit, Prof.

00:40:22: Bernhard Baune.

00:40:24: Da geht es dann darum, ob und vor allen Dingen, wie das Leben in der Stadt Menschen psychisch krank machen kann und welchen Einfluss Lärm, Enge und fehlende Grünflächen auf die Psyche haben.

00:40:35: Wir schauen aber natürlich auch auf das Landleben und ob das tatsächlich wirklich immer besser ist für uns.

00:40:40: Das ist so ein richtiges Thema für mich, weil auch ich Plage mich immer mit der Frage, wo denn jetzt eigentlich der perfekte Wohnort für mich ist.

00:40:47: Ich bin gespannt, ob ich am Ende der Folge mit Professor Baune darauf die Antwort kenne.

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