Wenn die Stadt stresst: Wie urbanes Leben unsere Psyche beeinflusst
Shownotes
Wie wollen wir leben? Auf dem Dorf, in Ruhe und Idylle, aber eben auch weit weg von allem? Oder in der Stadt, wo das Leben pulsiert, wo wir jedoch Lärm, Enge und wachsende Anonymität ausgesetzt sind
Fest steht: Weltweit werden in Zukunft immer mehr Menschen in Städten leben – mit den entsprechenden Folgen. Denn das Leben in der (Groß-)Stadt bedeutet messbaren Stress, der sich nicht nur körperlich, sondern vor allem auch psychisch bemerkbar macht, sagt Prof. Bernhard Baune, Direktor der Klinik für Psychische Gesundheit am UKM. Er ist in dieser Folge unser Gast. Im Rahmen des EU-Projekts environMENTAL erforscht er zusammen mit anderen die psychischen Auswirkungen des Lebens in der Stadt. Ziel ist es, Lösungen zu erarbeiten, an denen sich die Politik orientieren kann, um das Zusammenleben in Städten zu verbessern.
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Weiterführende Links zur Folge:
- EU-Projekt "environMENTAL"
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00:00:00:
00:00:08: Hallo und schön, dass ihr wieder dabei seid bei einer neuen Folge Risiko und Nebenwirkung.
00:00:14: Heute starten wir mal ein bisschen anders, nämlich mit euch.
00:00:17: Wir haben unsere Community vorab gefragt, lebt ihr auf dem Dorf oder in der Stadt?
00:00:22: Und ganz ehrlich, was stresst euch dort eigentlich an eurem Wohnort?
00:00:26: Die Antworten, die uns erreicht haben, könnten unterschiedlicher kaum sein.
00:00:30: Viele Rückmeldungen kamen dabei aus der Stadt und Großstädten.
00:00:33: Hier wurde vor allem Belastungen genannt.
00:00:35: Lärm, Dreck, Wormitkosten und ein ständiges Gedränge von Autos, Fahrrädern und Fußgängerinnen.
00:00:39: Einig von euch empfinden die Stadt als unübersichtlich und wenig einladen, mit zu wenigen Grünflächen, gerade für Familien.
00:00:45: Andere sprechen auch soziale Spannungen an.
00:00:47: Zum Beispiel, als scheinheilig wird manchmal die Atmosphäre wahrgenommen.
00:00:51: Oder das Gefühl, alles immer schneller, voller und lauter wird.
00:00:54: Ganz anders dagegen klingen die Stimmen vom Land, aus den Dörfern oder den kleinen Städten und uns hat sogar tatsächlich eine Reaktion von einer Insel erreicht.
00:01:03: Da wird häufig die Ruhe betont.
00:01:05: Die kann schön sein, aber manchmal ist es eben auch ein bisschen zu ruhig.
00:01:10: Gleichzeitig nennen viele von euch ganz praktische Stressfaktoren, schlechte oder fehlende öffentliche Verkehrsmittel, lange Wege für Einkäufe und eine starke Abhängigkeit vom Auto.
00:01:21: Dazwischen liegen die Erfahrungen aus Vororten oder auch aus so ganz gemütlichen Großstädten wie Münster eine ist.
00:01:27: Für manche hat Münster genau die richtige Größe, kaum Stress, für andere dann doch wieder Reibungspunkte wie Volleradwege, E-Bikes oder der Alltagsverkehr.
00:01:36: Und während einige sich über neugierige Nachbarinnen in der Kleinstadt ärgern, sagen andere ganz klar, das Leben auf dem Dorf würden sie niemals gegen die Stadt eintauschen.
00:01:46: Ruhe, Reizüberflutung, Nähe, Anonymität, all das scheint eng damit verbunden zu sein, damit wo und wie wir leben.
00:01:55: Und genau da setzt unser heutiges Thema an, was macht die Stadt mit unserem Gehirn, warum kann sie also stressen?
00:02:02: Um diese Frage zu beantworten, haben wir uns heute unseren UKM-Experten Prof.
00:02:06: Bernard Baune eingeladen, der Direktor der Klinik für psychische Gesundheit am UKM ist.
00:02:10: Herr Baune, schön, dass Sie hier sind.
00:02:11: Herzlich willkommen.
00:02:12: Vielen Dank für die Einladung.
00:02:13: Freu mich, hier sein zu können.
00:02:17: Neben meiner Rolle, die Sie gerade schon vorgestellt haben, sind wir natürlich im Bereich der Erkrankungen, haben wir sehr viel zu tun, mit Stressfaktoren, die neue Erkrankungsschübe bei Patienten mit bestehenden psychischen Erkrankungen dann auslösen können.
00:02:35: Wir haben sehr viel auch zu tun mit Themen in der Forschung dazu, beispielsweise in einem Rahmen eines europäischen Projektes, wo es um die Erforschung eben solcher Umgebungsfaktoren auf die Psyche und auf die Neurobiologie der Psyche.
00:02:49: Wie funktioniert das?
00:02:50: Dann geht's.
00:02:50: Vorbei da gleich reinsteigen.
00:02:52: Wie ist es denn eigentlich bei Ihnen?
00:02:53: Sie leben ja auch eher städtisch.
00:02:55: Fühlen Sie sich manchmal auch vom Leben gestresst in der Stadt?
00:02:58: Kann man überhaupt Stress empfinden als Experte in psychischer Gesundheit?
00:03:02: Ja, also Stressempfindung ist eine natürliche Empfindung, die an eine neuobiologische Achse im Körper geknüpft ist.
00:03:09: und Stress kann jeder füllen.
00:03:10: Aber man kann eben die Auswirkungen von Stress unterschiedlich angehen und auch über kognitive Maßnahmen, über Atmung beispielsweise, kann man Stressfaktoren reduzieren, obwohl man diese dann erlebt.
00:03:25: Und ich selber, ja, ich lebe in Münster jetzt seit einigen Jahren, Münster ist sicherlich eine... gemütliche Stadt.
00:03:30: Man kann hier sehr gut Fahrrad fahren und so weiter.
00:03:32: Das relativ grün im Innenstadtbereich.
00:03:35: Aber es gibt auch Großstädte, in denen ich vorher gelebt habe, die auch durchaus ihren Reiz haben und auch eine Entspannung haben können.
00:03:41: Und das können wir vielleicht auch heute auch mal diskutieren, dass große Städte mittlerweile auch hingehen und städteplanerische Entwicklungen mitmachen, die es eben den Bürgern und Bürgerinnen, die dort leben, besser gehen lassen sollen.
00:03:53: Also, sprich Wort Barcelona als Beispiel.
00:03:56: Da findet viel statt.
00:03:58: Genau, Sie haben uns heute einen Fachbegriff mitgebracht, den Sie auch beforschen innerhalb eines EU-Projekts.
00:04:03: Das ist die Neuro-Urbanistik.
00:04:05: Das wird vielen da draußen nicht sagen, was genau ist das.
00:04:08: Also Neuro-Urbanistik ist ein technischer Begriff.
00:04:11: der letztlich die Urbanisierung, also die Stadt oder die Bevölkerung von Städten und das Wachstum von Städten insgesamt untersucht aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.
00:04:21: Das kann man politisch machen.
00:04:23: Wir haben jetzt gerade nochmal die größten Städte der Welt nochmal gesehen.
00:04:27: Im Economist ist das veröffentlicht worden.
00:04:29: Das ist ja nicht mehr Tokio, sondern Jakarta beispielsweise mit über vierzig Millionen Einwohnern.
00:04:33: Also solche Untersuchungen macht man natürlich.
00:04:35: und dann ist die Frage, Neuro.
00:04:38: Wie wirkt sich das auf das Gehirn aus?
00:04:40: Nicht nur auf das Gehirn, sondern auch auf Verhalten, auf Emotionen, auf Gedanken und auch auf soziale Interaktionen, beispielsweise auf Stresslevel und ähnliches.
00:04:50: Mögen Sie uns noch was über das EU-Forschungsprojekt erzählen?
00:04:53: Das heißt, Environmental, Achtung, Wortspiel, mental, steckt da natürlich drin.
00:04:57: Wer forscht da und was erforschen Sie?
00:04:59: Ja, also in dem EU-Projekt bin ich als externe Experte dazu eingeladen.
00:05:05: Und das ist ein internationales Forschungsprojekt, was hier in Deutschland angesiedelt ist.
00:05:11: Am ZI beispielsweise, am Zentralinstitut für seelische Gesundheit, vorher an der Charité.
00:05:16: Und beinhaltet letztlich eine Erforschung von Umgebungsfaktoren, Grünflächen beispielsweise.
00:05:23: Aber vor allen Dingen mit der Frage, wie kann man das simulieren?
00:05:26: und genauer untersuchen und welche Maßnahme kann man durchführen, um tatsächlich zum Beispiel eine Verbesserung herbeizuführen.
00:05:34: Also große Städte, beispielsweise in Mannheim, ist ja die heißeste Stadt Deutschland, weil so viel betoniert dort ist.
00:05:41: Das ist ein großes Thema und da hat es eine App-Entwicklung gegeben, die einem zeigt, welche grünen Wege man auch in Mannheim gehen kann und somit eben auch Stress reduzieren kann.
00:05:50: Also das sind so Dinge, die... in dem Environmentalprojekt mit erforscht werden, wie man das sozusagen in der Praxis dann runterbrechen kann.
00:05:58: Aber ein großer Teil ist auch das Verständnis der Neurobiologie und das ist recht komplex und kompliziert.
00:06:03: Das glaube ich sofort.
00:06:04: Gibt es denn überhaupt wissenschaftliche Belege schon für Großstädte und wie es den Menschen geht?
00:06:10: Also, dass es in Großstädten häufiger beispielsweise Depressionen gibt oder Ängste gibt es da Belege, die man auch dann in dem Forschungsprojekt vielleicht dahin zuzieht?
00:06:19: Also es gibt, dass die Grundlage sozusagen, weil es eine existielle Forschung in dem Bereich gibt, aus epidemiologischen Studien schon vor dreißig vierzig Jahren mit der Frage, inwieweit Urbanisierung dann zu einer erhöhten Rate von Schizophrenie-Erkrankungen beiträgt.
00:06:33: Also das Entstehen vom psychischen Erkrankungen, vor allen Dingen Schizophrenie als schwere psychische Erkrankungen.
00:06:38: ist schon lange erforscht worden, aber man hat nicht so richtig verstanden, ob das ein Effekt der Schizophrenie ist.
00:06:43: und nach der Motto solche Patienten ziehen eher in die Stadt hinein, weil sie auf dem Dorf überhaupt keine Hilfe bekommen oder ist es tatsächlich auch ein Effekt der Obernisierung selber?
00:06:53: und beides ist richtig.
00:06:54: Beide Faktoren spielen eine wichtige Rolle.
00:06:57: Aber eben auch andere Erkrankungen, die sie ansprachen, also Depressionen, Angsterkrankungen, Traumatisierung, können in Großstädten auch häufig passieren, aber auch in kleinen Städten auf dem Dorf natürlich auch.
00:07:07: Aber das sind Themen, für die man heute eine größere Achtsamkeit und Wertschätzung, die ihm auch entgegenbringt.
00:07:15: Und gleichzeitig... Dann eben der Punkt, da kommen wir sicherlich später noch mal drauf, wie man diese Mechanismen im Interesse der allgemeinen Bevölkerung, das ist ja auch politisches Interesse, nicht nur wissenschaftlich und klinisches Interesse, dass man gesündere Bevölkerung hat.
00:07:28: Es ist ja wahrscheinlich eine ganze Summe von Faktoren, die das Stadtleben oder das Leben in der Stadt stressiger macht als auf dem Land.
00:07:35: Welche zum Beispiel sind das denn?
00:07:37: Also das fängt an mit Lärm beispielsweise.
00:07:40: ist ein ganz wichtiger Faktor und wir sehen das ja mit der Dichte des Autoverkehrs beispielsweise, nimmt der Lärmpegel deutlich zu, auch in Münster.
00:07:48: Münster ist eine sehr dicht befahrene Stadt und das hat auch Lärmpegel kommen, auch aus der Quelle heraus.
00:07:55: Dann haben wir Luftverschmutzung, da hat Münstern relativ mittleren Wert, also gar nicht so schlecht, aber große Bereiche beispielsweise in Indien haben.
00:08:05: Dreiviertel des Landes haben extreme Luftverschmutzung, auch in China sehr, sehr große Teile.
00:08:11: Und das sind Faktoren, die nicht nur auch psychische Effekte auslösen, sondern tatsächlich eben auch Gesundheit insgesamt schädigen.
00:08:20: Was noch hinzukommt, ist Hitzebelastung.
00:08:22: Ich hatte das Beispiel Mannheim genannt.
00:08:24: durch die Verbetturnierung großer Städte.
00:08:27: Shanghai spielt eine ganz wichtige Rolle als zweitgrößte Stadt derzeit in der Welt.
00:08:31: Und das sind Themen, wo zum Beispiel auch Menschen sterben.
00:08:35: Wir haben noch die Hitze-Rekorde in Paris vor Augen jetzt vor, glaube, fünfzehn Jahren, etwa, wo viele alte Menschen in ihren Wohnungen einfach verstorben sind an Hitze-Einwirkungen.
00:08:45: Andere Dinge Mangel an Natur und Grün innerhalb einer Stadt.
00:08:48: Das heißt, es gibt als eine Problemursache sozusagen zu wenige Grünflächen insgesamt.
00:08:55: und da versucht man aufgrund der Erkenntnis, dass das so ist, eher auch politisch dann gegenzusteuern.
00:09:01: Grünflächen sind nicht nur angenehm da zu sein, also sich dort aufzuhalten, sondern tatsächlich eben kühlen sie auch die Städte dann deutlich, deutlich mehr.
00:09:11: Und vielleicht auch generell.
00:09:13: Zeitdruck und Pendeln spielt eine ganz wichtige Rolle, wenn man dann eben In Großstädten wohnt nicht jeder im Zentrum, sondern die meisten wohnen quasi außerhalb.
00:09:21: Und das ist ein ganz, ganz großes Thema, das damit eben eine chronische Anspannung stattfindet und so ein dauerhafter Stresslevel dann eben auch da ist.
00:09:30: So ein Gehetz fühlen, das ist ja wahrscheinlich auch irgendwie.
00:09:33: Ich finde, das hat man immer, wenn man so an New York zum Beispiel denkt, habe ich auch immer das Gefühl, alle rennen nur von A nach B, keiner bleibt mal irgendwie stehen.
00:09:39: Es ist immer nur in so einer Großstadt jeder rennt.
00:09:41: Und das hatten wir auch in den Stimmen aus der Community, die ja aussagen.
00:09:44: In einer Großstadt ist es irgendwie immer... Hektisch ist es viel los.
00:09:47: und selbst wenn hier in Münster mit den Fahrrädern fühlt man sich gestresst, weil auch wenn es keine Autos sind, von rechts von links kommt einer, von vorne zieht das da auch mit rein, dieses Gefühl von man muss immer schneller, mehr und alle rennen ja irgendwie um einen rum.
00:09:59: Ja, finde ich auch und das ist eigentlich ein bisschen unabhängig von der Größe der Stadt, also eher von der Dichte der Menschen, das ist so ein Faktor.
00:10:08: dass man natürlich auch sowas wie soziale Stratifizierung hat oder soziale Verdichtung.
00:10:12: Das heißt, man lebt in bestimmten Stadtteilen.
00:10:15: Ich denke beispielsweise an Brüssel.
00:10:16: Da gibt es wirklich kulturell sehr stark geprägte Stadtteile, wo auch nur Leute und Menschen aus einer bestimmten Kultur leben.
00:10:23: Das hat natürlich auch Effekte.
00:10:25: Einerseits stützend, andererseits aber auch eine gewisse Isolierung kann das dazu beitragen.
00:10:31: Und in Münster.
00:10:32: Naja, also Sie sprachen das mit dem Radfahren an.
00:10:34: Es gibt ja schon Leute, die mit diesen E-Bikes... Also nicht unaggressiv fahren.
00:10:39: Und das kann auch durchaus zu Stress führen.
00:10:42: Man sieht auch immer wieder, kann das beobachten, dass Fußgänger dann nicht das Recht bekommen, mehr über die Straße zu gehen, weil dann das E-Bike da vorher schießt.
00:10:50: Man ist ja so schnell.
00:10:51: Und das ist von der Seite her, ist das gut.
00:10:55: eine Distanz überwinden zu können, wenn man außerhalb wohnt, dann auch mit dem Rad reinfahren zu können.
00:10:59: Auf der anderen Seite innerhalb der Stadt selber, ja, müsste man da auch drüber nachdenken, ob man nicht vielleicht eine Schwindigkeitsbegrenzung macht für E-Bikes.
00:11:06: Achtung, Beobachtung an mir selbst.
00:11:08: Also sind ja auch immer hervorrangig die anderen, die die Fehler machen, niemand selbst.
00:11:12: Aber wenn man mal den Perspektivwechsel hat zwischen Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer, je nachdem was man gerade ist, sind es immer die anderen.
00:11:19: Hat natürlich auch irgendwie was Entlastendes, wenn man nicht selbst schuld ist.
00:11:23: Genau, Stressreduktion.
00:11:24: Das ist ein Mechanismus, der ist nicht unbedingt gesund, aber ein natürlicher Mechanismus, der uns allen inne wohnt.
00:11:29: Es sind immer die anderen oder was?
00:11:32: Genau, dass man sozusagen projiziert, dass der anderen Fehler gemacht hat.
00:11:35: Man hat ja selber quasi nichts falsch gemacht und das reduziert dann in dem Moment Stress für einen selber, für den anderen nicht.
00:11:43: Ja, das stimmt.
00:11:44: Dann schreibt man sich noch an auf dem Radweg oder so.
00:11:45: Das habe ich heute in Münster auch schon mal erlebt.
00:11:49: Das ist natürlich in der Stadt begegnet man sich eher als auf dem Land.
00:11:53: Da hat man etwas mehr Zeit, wo man vielleicht dann es dauert, bis man den nächsten Radfahrer vielleicht zieht oder man hat breitere Radwege oder so.
00:11:59: Ich meine, Münster sind wir ja Gott sei Dank schon.
00:12:01: auch gut aufgestellt, dass es Radwege gibt.
00:12:03: Ich
00:12:03: wollte jetzt gerade mal anfangen, den engen Blick nicht nur Münster, Münsters enge Grenzen zu sehen, sondern tatsächlich mal den Blick zu weiten.
00:12:09: Wie machen wir das auch im Ausland?
00:12:11: Sie haben lange selbst in Australien gelebt.
00:12:14: Ist Australien aus ihrer Beobachtung stressiger?
00:12:18: Die haben ja wahrscheinlich in der großen Stadt gewohnt.
00:12:20: Ja,
00:12:20: also in Australien ist insofern ein interessantes Land, weil der Großteil der Bevölkerung, also ungefähr, achtzig Prozent in Großstädten leben.
00:12:27: Und die Großstädte ... Variieren ein bisschen in der Größe, was die Eingunnerzahl angeht, zwischen, sag ich mal, zweieinhalb Millionen und... ...einzig Komma fünf Millionen etwa, so die wirklichen Großstädte.
00:12:41: Aber das Leben ist insgesamt entspannter, ruhiger.
00:12:44: Das kann man darüber spekulieren, woher das kommt.
00:12:48: Es gibt in Australien viel Platz.
00:12:50: Und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Faktor, dass man einen eigenen Platz hat für sich und man hängt sich nicht so sehr beim Nachbarn sozusagen oft im Schoß, weder im öffentlichen Nahverkehr noch im Wohnbereich.
00:13:03: Viele Leute haben auch Häuser, also prozentual mehr als hier in Deutschland.
00:13:09: Also das sind so Faktoren und auch Mentalität.
00:13:12: Also The Aussie ist einfach entspannt.
00:13:16: vom Typ her.
00:13:18: Und das ist so die mentale Seite.
00:13:20: Mentalität hat eben nicht nur was mit Werten, Ethik und Einstellungen zu tun, sondern auch so ein bisschen wie man mit Stress halt umgeht.
00:13:27: Und man will halt... Ja, man, das ist ein Teil der Etikette, dass man eben keinen Stress erzeugt.
00:13:32: Aber dann würde man sich doch die Frage stellen, ist Stress in Städten da überhaupt ein Thema?
00:13:37: Ja, auf jeden Fall.
00:13:37: Also auch da gibt es natürlich Phänomene.
00:13:40: Das hat er jetzt noch gerade vor einigen Wochen den Bondar Beach-Angriff gegeben mit vielen Toten.
00:13:46: Und das ist eigentlich etwas, was man in Australien für undenkbar gehalten hat.
00:13:50: Das passt nicht zur... australischen DNA.
00:13:54: Und trotzdem passiert sowas.
00:13:55: Also da gibt es viele auch Überfälle, Gewaltmorde, solche Dinge, extremen natürlich, aber auch natürlich durch den Großstädten.
00:14:05: Also insofern hat man ähnliche Faktoren.
00:14:08: Aber es kommt immer auf das System an, auf das Gesamtsystem.
00:14:11: Also man kann Stressfaktoren haben, wie zum Beispiel viel Verkehr.
00:14:15: Auch da Zeitdruck, viele leben auch außerhalb der Städte und müssen in die Städte hineinfahren.
00:14:19: Aber es ist so ein bisschen die Frage, wie man, wie eine Stadt damit umgeht.
00:14:23: Beispielsweise fängt man in diesen Großstädten in der Regel um neun Uhr anzuarbeiten, noch nicht um acht Uhr, damit man vorher dann noch die Kinder in die Schule oder den Kindergarten bringen kann und man Kinder hat, weil man eben auch längere Wege hat.
00:14:33: Und das ist ja oft so ein Stressfaktor jetzt beispielsweise in Ländern.
00:14:37: Deutschland als Beispiel, wo man ja in der Regel beginnt mit der Arbeit und wo dann wirklich hoher Druck auch besteht und man sich das auch bei Mitarbeitenden, die Kinder haben, dass es dann schwierig ist, die in der Kita abzugeben und solche Dinge.
00:14:49: Und das sind Dinge, die man, die auf meiner Sicht eigentlich unnötig sind, unnötig im Sinne, dass man sie relativ leicht verändern kann.
00:14:58: Das Bedarf eines guten politischen Willens.
00:15:01: Genau.
00:15:01: Kann aber viel bewirken.
00:15:03: Es hat sich so an, als könnten wir uns viel von der australischen Mentalität vielleicht abschauen.
00:15:07: Hat das auch was mit Tageszeiten zu tun, die ja nun mal in Mitteleuropa auch anders wahrgenommen werden, als wenn ich im sonnigen Australien sitze, oder?
00:15:16: Ja, also Sonneinstrahlung spielt eine ganz wichtige Rolle.
00:15:19: Man hat natürlich viele Sonnenstunden generell in Australien.
00:15:23: Sonne, also das ist so ein Faktor, der natürlich auch schädlich sein kann, also mit Hautkrebs und solchen Dingen.
00:15:30: Da gibt es noch Australien Städte, die eben sehr stark Hautkrebs gefährdet sind.
00:15:34: Auf der anderen Seite ist das Ozone-Lach über der Antarktis und der Region damit Australien auch deutlich kleiner geworden.
00:15:41: Da hat es also wirklich gute Entwicklungen gegeben und trotzdem spielt Sonne ein positiven Faktor in der Wahrnehmung.
00:15:48: Man ist entspannter, man muss nicht... mit Schal und solchen Dingen, man hat weniger, weniger Dinge zu machen.
00:15:55: Und gleichzeitig ermöglicht eine solche Klima-Lage, sag ich mal, auch mehr Outdoor-Living.
00:16:02: Also das heißt, man kann sich draußen treffen, geht viel Wandern, spazieren, Barbecues und ähnliche Dinge.
00:16:09: Das hat auch das Klima ermöglicht an anderes Verhalten.
00:16:14: Aber es gibt auch Gegenbeispiele.
00:16:15: in Europa, also Kopenhagen als Beispiel, ist ja recht kalt und dunkel.
00:16:19: Und gehört mit zu den, wenn man diesen Umfragen Glauben schenken kann, sicherlich eher zu den Ländern mit der glücklicheren oder nicht sogar glücklichsten Bevölkerung.
00:16:30: Und das hat viel mit Ausgleichsmaßnahmen zu tun.
00:16:35: Die Grünflächen haben deutlich zugenommen in Kopenhagen.
00:16:38: Die sozialen Interaktionen werden sehr stark gefördert.
00:16:41: Man hat relativ wenig Hierarchie auch in der Gesellschaft.
00:16:45: Ja, man duzt sich eher.
00:16:46: Das ist ja fast überall so.
00:16:48: In Deutschland wird das jetzt auch zunehmend.
00:16:49: Ich glaube, das nimmt auch so einen gewissen Stress.
00:16:52: Und das sind so Beispiele, wo man sagen kann, na ja, Kopenhagen ist jetzt nicht so viele Sonnenstunden, ist nicht so warm.
00:16:58: Aber durch geschickte... Maßnahmen in dem System statt Kopenhagen, kann man eben auch Stress insgesamt reduzieren.
00:17:05: Da haben Sie jetzt ja gerade schon was angesprochen, die Systeme auch Anonymität in der Stadt.
00:17:10: Jetzt mit so einem Du kann das ja vielleicht schon mal etwas, eine Barriere etwas überwinden vielleicht, aber... Wie wirkt sich das dann auch aus in Städten, die jetzt vielleicht nicht Kopenhagen oder in Australien schon sind, wo die etwas fortgeschrittener sind?
00:17:22: Also einerseits die Anonymität, weil man sich nicht kennt, wie auf dem Dorf, wo jeder weiß, wer wohnt und wo er zum Kindergarten gegangen ist.
00:17:28: Aber vielleicht auch so ein Vergleich, dann die haben jetzt das Haus oder die haben schon die Eigentumswohnung gekauft und der hat schon den Hund oder die haben schon die drei Kinder.
00:17:35: So ein sozialer Wettbewerb, der in Städten natürlich vielleicht mehr sichtbar wird, weil einfach mehr Menschen da sind, mit denen man sich vergleichen kann.
00:17:41: Was macht das mit dem Selbstwertgefühl auch von Menschen in Städten?
00:17:45: Ja, also es gibt viele, die sehr stark unter Stress sind und in diesem Wettbewerb sozusagen mein Haus, mein Auto, meine Kinder, meine Frau oder sonst was damit machen, mein Boot vielleicht noch für Australien.
00:17:57: Und das ist einerseits, ist das so ein Klischee auf der anderen Seite, ist sozialer Wettbewerb schon ein wichtiges Element in vielen Gesellschaften, Vorteile zu erlangen.
00:18:11: Überhand nicht unbedingt über den Nachbarn, aber vielleicht eine Vergleichssozialgruppe, die vergleichbar ist, dann aufzustreigen, also vertikale Aufstiege und ähnliches.
00:18:19: Das ist ja für Westeuropa ganz wichtig und hat ja in den Siebzigerjahren in Deutschland das Beispiel dann heranzunehmen, dazu geführt, dass viele Leute studieren konnten, weil man eben Chancengleichheit erbringen wollte.
00:18:31: Hat aber gleichzeitig eben auch dazu geführt, dass das nichts anderes als studieren noch zählt.
00:18:36: Also das ist auszulangen dann ein sozialer Nachteil, wenn man das nicht tut.
00:18:42: Also Egalität, dass man gleicher ist untereinander und nicht so sehr sich an Statussymbolen misst.
00:18:48: Man kann sie genießen, aber dass man sich deswegen wertvoll erfüllt als der Nachbar und so auf den herunter schaut, das sind Dinge, die auf Frage der Mentalität sind.
00:19:00: Das kann sehr viel Stress bedeuten einerseits, andererseits aber auch viel Stress nehmen.
00:19:05: Mentalität ist, finde ich, auch ein spannendes Wort.
00:19:06: Da haben wir jetzt schon ein paar Mal drüber geredet.
00:19:08: Aber lässt sich das überhaupt ändern?
00:19:11: Weil das ist ja so ein bisschen was auch, was wir schon immer in uns haben.
00:19:14: So sind wir nun mal, wir Deutschen, so sind die Australier.
00:19:17: Lässt sich Mentalität verändern?
00:19:19: Ja, auf jeden Fall.
00:19:20: Aber Mentalität lässt sich nicht nur verändern, sondern verändert sich auch mit der Zeit.
00:19:25: Und das ist in Ländern ... In Europa, so in Nordamerika, in Südamerika, in Indien sehen wir eine deutliche Veränderung der Mentalität.
00:19:34: Beispielsweise auch weg von eher spirituellen Lebensweisen hin zu materiellen Lebensweisen.
00:19:42: Beispielsweise sind es in den ersten vier Milliarden Menschen.
00:19:45: Natürlich gibt es auch diese großen Gruppen.
00:19:46: China hat das Gleiche jetzt erlebt.
00:19:49: Und insofern gibt es diese Mentalitätsänderungen.
00:19:55: Und ich glaube, dass die Vielfach entstehen aufgrund von Systemdynamiken.
00:19:59: Das ist jetzt so ein abstrakter Begriff.
00:20:01: Aber, dass wenn Menschen zusammenleben, dass dann bestimmte Dynamiken entstehen.
00:20:06: So ganz mehr oder weniger unbewusst erstmal.
00:20:09: Und dass dann tatsächlich eben auch viele Stressfaktoren hinzukommen.
00:20:13: Also Wettbewerb ist so ein Thema.
00:20:15: Es leben mittlerweile also aktuell ca.
00:20:17: fifty-fünfzig Prozent der Weltbefolgerung in Städten.
00:20:20: Zwei-tausendfünfzig werden es fünfzig Prozent sein.
00:20:23: Also... der größere Teil sozusagen.
00:20:26: Und das hat ja auch Vorteile, gerade für jüngere Menschen, wenn es um Verbildung geht, dass man Bildungsangebote wahrnehmen kann, dass man häufiger auch je nachdem, wo aber eine bessere Lebensqualität in Städten hat als auf Dörfern, wenn wir jetzt, Sie sagten weltweit mal, schauen, wo es um Sauberkeit von Wasser geht beispielsweise, es ist auf Dörfern in Indien und das ist mal das Beispiel zu nennen, in Afrika, ein riesen, riesen Problem.
00:20:49: Und wenn man da eben durch Urbanisierung dann auch eine bessere Qualität an Wasser beispielsweise, an Schulen gewährleisten kann, dann hilft das diesen Menschen besonders dort.
00:21:01: Also man muss es sozusagen in einem System betrachten, wo bestimmte Faktoren, die wir vielleicht als stressvoll empfinden, obwohl vielleicht ein bisschen weniger von haben dürfen, dort sind es sehr wichtige Faktoren, die erst noch aufgebaut werden müssen, also Strukturen beispielsweise entstehen müssen, damit auch für diese Menschen weniger Stress ist.
00:21:19: Natürlich nicht nur Stress, aber eben auch weniger Stress.
00:21:21: Dadurch, dass wir alle viel mobiler geworden sind.
00:21:24: Das hat ja auch positive Effekte.
00:21:26: Die haben wir schon so ein bisschen dargestellt.
00:21:28: Jeder kann überall hinziehen.
00:21:29: Die Welt steht einem offen.
00:21:31: Andererseits sitzen wir dadurch, dass wir nicht mehr alle auf dem Dorf sitzen, um das heimische Herdfeuer herum.
00:21:36: Sind wir halt auch in der Tendenz geneigt, uns immer mehr zu vereinzeln.
00:21:41: Was macht das mit dem sozialen Zusammengehörigkeitsgefühl oder eben auf der negativen Seite?
00:21:46: der Vereinsamung der Menschen.
00:21:48: Warum wächst das in Städten?
00:21:49: Ja, das ist ein sehr guter Punkt.
00:21:50: Und um nochmal ins Ausland zu schauen, gerade in Schweden gibt es diese Entwicklung, dass mehr und mehr Menschen mittleren Alters alleine wohnen wollen.
00:22:00: Man hat die wirtschaftliche Stärke, das zu tun, eine eigene Wohnung zu haben, aber man möchte eben nicht sozusagen mit jemand anders in derselben Wohnung leben, weil man irgendwie diesen Individualisierungsanspruch hat.
00:22:10: Und das an sich würde ich sagen, ist Nicht unbedingt ein Problem, wenn man dann auch andere Sozialkontakte hat und entwickelt und pflegt in Gruppen ist beispielsweise oder Hobbys nachgeht oder Freunde einlädt und ähnliches, dann ist das nicht so ein Problem.
00:22:26: Aber es gibt eben doch viele Menschen, die vereinsamen.
00:22:29: Und das hat sehr stark mit Einkommensgrenzen zu tun.
00:22:32: Das ist auch ein weltweites Phänomen.
00:22:33: Gerade in westlichen Ländern, also in Ländern, wo eigentlich die Wirtschaft relativ gut ist.
00:22:39: Wenn da Leute verarmen oder in die Armutsgrenze reinrutschen, steht dann auch ein großes Risiko für Vereinsamung.
00:22:45: Und dann sieht man tatsächlich auch Beispiele, die man ja auch immer wieder liest, dass dann Menschen versterben, alte Menschen versterben.
00:22:51: in Wohnung alleine und niemand kriegt das mit über mehrere Wochen.
00:22:54: Ja,
00:22:54: ich wollte gerade sagen, das betrifft die Menschen mittleren Alters in den Wohnungen alleine, ja, immer mehr Singles.
00:22:59: Aber wenn wir älter werden, muss das nicht unbedingt von Vorteil sein.
00:23:03: Also meine Meinung dazu ist, dass eine gesunde Partnerschaft jetzt oder in Beziehung sozusagen, dass die eigentlich elementar sind für alle Menschen.
00:23:15: für das Überleben der Menschen.
00:23:16: Also keiner kann alleine leben, auch nicht der in Schweden alleine in der Wohnung lebt.
00:23:19: Der braucht den Bäcker und der braucht das Abwassersystem und der braucht die Stadtwerke und ähnliche Dinge.
00:23:25: Also der braucht ein System sozusagen wo andere Menschen Dienst tun, um halt auch selber leben zu können.
00:23:30: Also man braucht schon diesen Teil.
00:23:33: Aber wenn mir zur Schritt weiter geht und sagt, dass Nähe, also auch körperliche Nähe und Bindung an Menschen über viele Jahre, Jahrzehnte Das führt letztlich eben zu mehr Gesundheit.
00:23:46: Diese Menschen werden älter.
00:23:49: Nicht, wenn man sich dreißig Jahre sozusagen im täglichen Streit ergeht.
00:23:54: Streit geht es überall.
00:23:55: Aber wenn eben eine Basis in einer guten Beziehung, in der Partnerschaft da ist, hat das einen sehr positiven Effekt nicht nur auf, wie man sich fühlt, sondern auch auf kalte vascularer Erkrankungen.
00:24:05: Das Risiko sinkt an kalte vascularer Erkrankungen zu erkranken.
00:24:10: Wenn Erkrankungen auftreten, werden sie in der Regel häufiger, früher bemerkt und häufiger begleitet, auch dann durch den Angehörigen, durch die Partner.
00:24:20: Und das sind eigentlich aus meiner Sicht sehr positive, sage ich mal, natürliche Gegebenheiten, die man mehr nutzen sollte.
00:24:27: Was können wir in Städten tun, um gesunde Beziehungen untereinander zu fördern, die jetzt nicht mehr die familiären sein müssen?
00:24:33: Es gibt so ganz interessante Modelle in Holland, beispielsweise in Niederlande, wo ältere Menschen, oder vielleicht auch im mittleren Alter, aber dann auch im höheren Alter in Gemeinschaften leben.
00:24:46: eben und von jungen Menschen mit versorgt werden, wo es also quasi diese Gemeinschaftserlebnisse gibt.
00:24:51: Und die Jungen werden dafür bezahlt, für die ist es gut, zum Beispiel zu studieren und eben eine solche Tätigkeit zu haben, bilden, binden, aber auch dann natürlich Beziehungen sozusagen an die Menschen, an die Älteren.
00:25:03: Und für die ist es sehr gut, dass sie eben Beziehung haben, dass sie Kontakt haben.
00:25:07: Das sind solche Modelle, die man einfach fördern muss von der Politik, weil das ist, ja ... Es gibt so einzelne Initiativen, wir haben ja in Münster auch hier Gemeinschaften, Entwicklungen gehabt, aber das dauert, das ist so eine eigene Initiative von wenigen Leuten gewesen, die dann eine Verein gegründet haben und in den Oxford-Kasärtenbereich dann da dieses aufgebaut hat, sehr schön.
00:25:27: Aber ich glaube, man müsste von der Politik her viel proaktiver da sein und auch moderner sein an der Stelle und solche Möglichkeiten schaffen.
00:25:37: Menschen, wenn sie Möglichkeiten schaffen, auch zum Beispiel Menschen mit vielleicht beginnend im psychischen Erkrankungen, dass die ganz niederschwellig sich treffen können.
00:25:47: In so einem Drop-in-Center beispielsweise.
00:25:49: Dann gehen die dort auch hin, die nehmen das wahr.
00:25:53: Wenn es aber nicht gibt und nicht angeboten wird, dann gibt es keine Möglichkeit für diese Menschen, da Hilfe frühzeitig zu suchen.
00:26:02: Und da ist Beziehung eben auch sehr wichtig, sozusagen Beziehung aufnehmen mit dem Hilfesystem, wenn wir im psychischen Erkrankungen reden und nicht isoliert zu sein, weil man sich schämt beispielsweise, weil man vielleicht auch ausgeschlossen wird.
00:26:15: Das ist vielleicht auch so eine Frage auf den Dorf.
00:26:16: Einerseits sieht man das auf den Dorf, andererseits auf den Dorf wird.
00:26:19: oft ist viel mehr Toleranz.
00:26:21: Da kann eine auch mal mitlaufen sozusagen, der vielleicht eine schwere Entwicklungstörung hat oder so, dass das... manchmal auch leichter ist, dass die dann eben in den Familien in der Gemeinschaft dann auch anerkannt sind und dann eine Rolle haben und geschätzt werden.
00:26:35: Ja, das kostet alles Geld.
00:26:37: Haben Sie den Eindruck, dass das mehr an personellen finanziellen Ressourcen, die das Ganze benötigt, um ausgebaut zu werden zu einem neuen sozialen Umfeld, dass das schon in der Politik auch angekommen ist, dass man da mehr tun muss?
00:26:49: Ja, ich glaube, dass die... dass das bekannt sein, solcher Faktoren, gerade über Grünflächen und ähnliches geredet, über Hitze, also Klimawandel und ähnliches, das ist, glaube ich, so der Hauptankerpunkt, wo derzeit sehr viel Einsicht besteht, auch in der Politik.
00:27:06: Aber es ist ein bisschen zu kurz gedacht.
00:27:08: und ja, das kostet Geld auf der einen Seite, auf der anderen Seite zahlen Bürgerinnen und Bürgerinnen viele Steuern und es ist die Frage, welche Prioritäten gesetzt werden.
00:27:18: Man hat in Deutschland das Thema Brückenbau und Sanierung hier auch verpennt sozusagen.
00:27:23: An der Stelle und es kostet natürlich auch noch einen Schlag sehr viel Geld.
00:27:26: Also das müsste man mit der Strategie etwas geschickter glaube ich machen.
00:27:29: Das würde auch jeder bestätigen, was die Brücken angeht.
00:27:32: Aber ähnliches kann man halt auch für solche O-Banisierungseffekte, sozialen Effekte und man gibt es gibt viele Studien.
00:27:40: Also es ist nicht so, dass man das Wissen nicht hat.
00:27:43: Also es ist nicht so, dass man nach dem Motto jetzt erst noch Das kann einem auch so ein bisschen der gesunde Menschenverstand erklären.
00:27:55: Das Thema psychische Gesundheit ist ja gefühlt in den letzten, ich nenne es jetzt mal Jahrzehnten, immer relevanter für uns geworden.
00:28:01: Ich meine, sie haben ja sich auch bewusst dafür entschieden, sich mit diesem Befeld zu beschäftigen.
00:28:06: Aber ist es eigentlich denn so, dass man auch, dass es wirklich nachweisbar ist, dass diese Erkrankung zunehmen auch in der aktuellen Gesellschaft?
00:28:13: Oder ist es einfach nur präsenter für uns, weil wir mehr darüber reden, weil es da mehr auch Selbstwahrnehmungen gibt oder auch Räume darüber reden zu dürfen?
00:28:20: Wie ist da so ihr Wissenstand zu?
00:28:23: Also grundsätzlich kann man schon sagen, dass es jetzt auch wieder weltweit betrachtet eine Zunahme an psychischen Erkrankungen gibt.
00:28:30: Das kann man schon sagen.
00:28:31: Und ein Teil, es gibt so eine Art Basis an Zahl an psychischen Erkrankungen, die immer irgendwie gleich sind.
00:28:38: Also solche Schizophrenie, so circa ein Prozent Lebenszeitprävalenz.
00:28:45: Das ist eine relativ kleine Zahl.
00:28:47: Aber wenn es eben die Menschen betrifft hat, das häufig.
00:28:50: Aufgrund der Schwere der Erkrankungen und der langfristige Folge.
00:28:52: An der Erkrankung, die stärker Stress assoziiert sind, wie Angst, Depressionen beispielsweise, nehmen dann eher zu.
00:29:00: Man sieht ja auch in den Statistiken, in Deutschland beispielsweise von den Krankenkassen, Gesundheitsstatistiken, dass eine deutliche Rasante Zunahme sogar gibt von Fehltagen durch psychische Erkrankungen.
00:29:12: Und da führt vor allen Dingen die Depression.
00:29:15: Gefolge von Angst, von anderen Erkrankungen, aber die Depression ist somit die häufigste Ursache.
00:29:20: Und das hat sich in den letzten dreißig Jahren, hier zeichnet sich das sehr, sehr stark ab.
00:29:25: Das heißt, einerseits gibt es Menschen, die sich früher melden, oder auch wegen einer psychischen Erkrankung melden und nicht sagen, zum Arzt gehen und sagen, irgendwie tut mein Bein weg, ich kann nicht laufen zur Arbeit.
00:29:37: Also so eine Verschiebung von Symptom, also natürlich mehr Offenheit da ist, aber es gibt eben auch mehr... ... mehr Erkrankungen insgesamt, das zeigen ... ... epidemiologische Untersuchungen.
00:29:46: Also, um Ihnen eine Zahl zu nennen, Depressionen weltweit, ... ... ca.
00:29:49: ... ... dreihundertzwanzig Millionen Menschen weltweit ... ... und ähnliche Zahl an Angsterkrankungen, ... ... vielleicht noch ein Tick höher, ... ... aber sehr, sehr hoch an absoluter Zahl weltweit.
00:29:58: Die Zahlen steigen ... ... mit der Zunahme der Weltbefolgerung.
00:30:02: Also diese absoluten Zahlen.
00:30:03: Demenz ist ein weiteres, ... ... wichtiges Thema, ... ... wo ja auch Umweltfaktoren eine ... ... also ... Stress beispielsweise aber auch Ernährung solche Dinge eine wichtige Rolle spielen in der in der Entstehung von Demenz sieht man auch eine deutliche Zunehmung.
00:30:18: Ohne da jetzt zu tief reinzusteigen, weil da können wir sicherlich auch eine ganz eigene Folge zu machen.
00:30:21: zum Thema Depression etc.
00:30:23: Was glauben Sie denn sind denn Gründe dafür, dass das jetzt so zunimmt in der letzten Zeit?
00:30:28: Also hat das dann auch was mit so Stichwort?
00:30:31: Verschiebung vielleicht von urbanen Räumen oder auch Digitalisierung, dass man auch auf dem Dorf vielleicht abgehängt wird oder in der Stadt tatsächlich mehr gestresst wird, weil man auch durch Digitalisierung sich mehr vergleichen kann.
00:30:41: Man sieht mehr, man kommt mehr mit.
00:30:43: Was sind so, um das mal kurz anzureißen, vielleicht Gründe dafür, dass das zunimmt.
00:30:48: Ja, also Sie haben eine Reihe von interessanten Punkten genannt.
00:30:51: Digitalisierung und soziale Netzwerke, wo ja nur noch ein Image verkauft wird einer Person und gar nicht mehr die Person als Person.
00:30:58: und auch Personen, die sie kennen, persönlich kennen, da oft keinen Bezug zu haben.
00:31:03: Und die Aufrechterhaltung dieses Images ist extrem wichtig, weil es vielleicht auch einen gewissen Narzissmus dann bedient.
00:31:11: Einerseits, aber andererseits, viele nutzen das ja auch, um Geld zu verdienen, Verkaufen Produkte usw.
00:31:16: und haben dann so ein Lebensstil, der sehr mobil ist und die dann eben international leben.
00:31:22: Also das spielt sicherlich eine große Rolle.
00:31:25: Und das sind, Sie sprachen, die Digitalisierung an.
00:31:29: Einerseits ist es ein Vorteil, dass man eben auch sich erkundigen kann, dass man Psychotherapie online durchführen kann.
00:31:35: Also auch für Menschen, die jetzt vor Ort keine Therapie machen können.
00:31:41: Andererseits ist es natürlich aus meiner Sicht wichtig, dass man auch sozusagen Person zu Person Behandlungen durchführt und nicht nur auf Psychotherapie.
00:31:53: online sozusagen geht oder eben Pharmakotherapie sich da was bestellt im Internet und solche Dinge wo dann eben keine fachliche Expertise dabei ist.
00:32:00: das kann durchaus auch schwierig und mit unter auch gefährlich werden für die Personen und digitale Süchte um bei dem Thema zu bleiben gibt es auch zunehmend, dass junge Menschen tatsächlich eben eine sehr, sehr hohe Screen-Zeit haben.
00:32:13: Diese Untersuchungen, die es dazu gibt, zeigen eben eine deutliche Zunahme, eben der Screen-Zeit, der Abhängigkeit.
00:32:19: Wir erleben das auch bei uns in der Klinik, dass solche Patienten da sind, die man dann entwöhnen muss vom Handy erstmal oder generell vom Bildschirm.
00:32:28: Und das ist eben auch ein Problem oder kann ein Problem sein, wenn es den Alltag stört, sprich die Leute nicht mehr studieren gehen oder zur Arbeit gehen oder eben sich sozial isolieren, weil sie ja irgendwie online sozial aktiv sind.
00:32:42: Das ist ja kein echtes Sozialleben, was man da hat.
00:32:45: Und glaube ich, das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass das Erleben ja ein wichtiger, wichtiges Element zwischen Menschen ist.
00:32:52: und das kann man eigentlich... primär erleben, wenn man sich gegenüber sitzt.
00:32:56: Dann erlebt man was, dann erlebt man, wie das Verhältnis ist, der Austausch ist wichtig, es finden Bindungen dann statt, die sind für die Psychotherapie auch ganz wichtig.
00:33:05: Das sind Schutzfaktoren, die man nutzen sollte, auch wenn, wie gesagt, besser als gar keine Therapie, ist auch eine Online-Therapie durchaus.
00:33:13: Aber mit dem Ziel, dann eben vielleicht doch eine persönliche Psychotherapie dann zu machen.
00:33:18: Wenn ich an Social Media und Screensight und so denke, bin ich automatisch bei der Gruppe von Menschen, die wir hier im Moment noch nicht betrachtet haben, die eigentlich unsere Zukunft sind, Kinder und Jugendliche.
00:33:27: Da gibt es ja jetzt im europäischen Ausland, aber auch Australien glaube ich auch, die Initiative, dass die eben weniger Zugang Social Media haben und dass die in den Schulen zum Beispiel Handys abgeben müssten.
00:33:39: Ich nehme an, Sie begrüßen das.
00:33:40: Ja, also meine eigenen Kinder, die in Australien in der Schule waren, also in der Mittelstufe und Oberstufe, haben nicht das jetzt erlebt, dass man Handys abgeben muss, aber da gab es schon eine deutliche Regulation, wie viel Handy man nutzen darf, wann das ausseihen muss.
00:33:54: Also es war wirklich regulimentierter in den Schuhen schon damals und von daher fand das eigentlich sehr gut.
00:34:01: Um das persönlich zu berichten, meine Kinder haben das auch sehr begrüßt, haben auch dadurch einen anderen Umgang damit erlernt und können auch jetzt mal das Handy zur Seite legen, ohne dass da die Zeit zusammenbricht.
00:34:11: Und insofern ist dieser Schritt... mit dem Alterskat auf von sechzehn Jahren eigentlich nur ein logischer nächster Schritt gewesen für Australien.
00:34:19: Und für Deutschland ist das natürlich ein Riesensprung.
00:34:22: Also man sozusagen von kompletter Liberalität im Umgang mit Handys zu einem Verbot.
00:34:27: Und das ist dann manchmal auch so extrem.
00:34:30: Also das kann man auch schlecht dann... Es ist schwerer zu verarbeiten als Gesellschaft.
00:34:35: Die Gesellschaft kommt nicht so gut mit, weil das eben in so einem Riesentempo ist und dann werden Widerstände aufgerissen.
00:34:39: Das ist man ja alles in den Medien halt.
00:34:41: Also manchmal... ein bisschen langsameres Tempo, aber die Leute mitnehmen und dann auch zielorientiert sein und Dinge auch umsetzen.
00:34:48: Zum Beispiel, was eben die Regulierung im Umgang mit digitalen Medien halt angeht, ist halt für sehr wichtig.
00:34:55: Und auch die Leute zu informieren, welches Camps es gibt.
00:34:59: Das ist ein ganz großes Thema, also auch nicht nur hier in Australien, in Europa.
00:35:04: Da wird extrem viel Geld gemacht von Leuten, die Scams durchführen und mit der Gutgläubigkeit der Menschen dann eben arbeiten.
00:35:13: Und das ist ja auch ein Teil des Problems.
00:35:16: Also wenn man dann vielleicht mal hunderttausend Euro verliert, die man in Bitcoin angelegt hat, dann ist das viel Geld.
00:35:22: Und das ist ein Riesenproblem durchaus für solche Menschen.
00:35:25: Glauben Sie, dass man durch diese regulierenden Maßnahmen, die man da jetzt versucht von dieser Entwicklung wieder wegkommt, lässt sich das überhaupt noch einfangen?
00:35:33: Ja, also glaube, dass es wichtig ist.
00:35:35: Ich weiß nicht, ob man beantworten kann, dass sich das wieder einfangen lässt sozusagen.
00:35:39: Dinge lassen sich nicht wieder einfangen, wenn sie einmal sozusagen frei sind.
00:35:42: Das ist vielleicht auch gar nicht so das Ziel, dann stelle, weil es unrealistisch aus meiner Sicht wäre.
00:35:47: Aber eben ein... einen gesünderen, konstruktiven Umgang damit zu finden, also zu unterrichten in den Schulen, auch in den Therapien, wenn wir Patienten haben, die da ein Problem mit haben, das als Ziel mit anzugehen, das halte ich für wichtig.
00:36:03: Und dann kann man durchaus im Einzelfall und dann jeder Fall sozusagen, kommt zum nächsten Fall, kann man durchaus dann auch in der Masse was verändern.
00:36:11: Gibt es denn jetzt auch in der Forschung, die Sie ja auch da betreiben oder den Projekt der EU, gibt es da auch... Maßnahmen, Ideen, das für Kinder und Jugendliche schon mal anzugehen?
00:36:21: oder gibt es schon Studien dazu, wie geht es Kinder psychisch, die in der Stadt leben, wie geht es Kinder psychisch, die auf dem Land leben.
00:36:27: Das hat ja so verschiedene Perspektiven wahrscheinlich.
00:36:29: Also
00:36:29: in der Studie selber, wie man sieht im Environmental, handelt es sich primär um erwachsene Personen und nicht so sehr um Kinder und Jugendliche.
00:36:36: Aber aus meiner Sicht.
00:36:37: lässt sich vieles von dem auch auf eine jüngere Altersgruppe übertragen.
00:36:40: Problem ist bei den Kindern und Jugendlichen, dass die natürlich ein sehr empfindliches Gehirn haben, weil das noch sehr stark in der Entwicklung ist.
00:36:48: Auch unser Gehirn, sage ich mal, entwickelt sich auch noch, aber da ist es eben besonders stark und da liegt auch neue biologischen Veränderungen, die sehr wichtig sind und den weiteren Lebensweg mitprägen.
00:36:58: Und die Auswirkungen können durchaus eben auch negativ sein.
00:37:03: Es gibt eine Reihe von Studien, die sagen, das Nutzen von Internet, Handy oder so hat jetzt keine unmittelbaren negativen Auswirkungen.
00:37:10: Es ist mehr der Umgang damit.
00:37:12: Also wie stark, wie viele Zeiten in meinem Anspruch ersetzt das alle in meiner anderen sozialen Beziehung.
00:37:18: Lern ich nicht mehr in der Schule, weil ich nicht mehr zur Schule gehe, weil ich denke, ich kann das also online machen.
00:37:22: Also die Auswirkungen sind das Problem nicht die Tatsache an sich unbedingt, sondern dann die unbegrenzte Nutzung dieser.
00:37:31: dieser digitalen Medien sind da sozusagen im Umgang damit.
00:37:34: Und wir müssen einfach einen, auch bei jungen Menschen schon einen gesunden Umgang finden damit.
00:37:41: Und das ist eben, wie gesagt, die Uhr lässt sich nicht zurückdrehen, aber man kann eben einen besseren, konstruktiveren Umgang damit finden.
00:37:50: Und damit sollte man durchaus eben auch bei Kindern und Jugendlichen beginnen.
00:37:55: Also wenn man das manchmal so zufällig sozusagen sieht, auch wie Das Eltern, also auch im Ausland jetzt, ihre Kinder da beim Frühstück beispielsweise, dann vor den Alpen setzen und man sitzt dann als Familie dort und jeder sitzt am Handy und das sind aus meiner Sicht schädliche Dinge und vertane Chancen, weil man sitzt ja nicht immer zu viert oder zu fünf oder wie auch immer mit der Familie zusammen, sondern eben gelegentlich im Urlaub oder wenn man verreist und das sind Dinge, die man eher nutzen sollte, weil die Bildschirmzeit wird generell größer.
00:38:27: Die wächst und das will man noch nicht aufhalten können.
00:38:29: Ich gucke bei mir aus dem Küchenfenster tatsächlich mitten auf einen sehr schönen, sehr großen Spielplatz und wirklich jede Mutter, die ich dort sehe, guckt in ihr Handy und beobachtet eben nicht mehr ihr Kind.
00:38:40: Die Kinderspielen untereinander.
00:38:41: Auch die Mütter sitzen zusammen auf der Bank und alle gucken in ihr Handy und schreiben irgendwas.
00:38:47: Das ist schon interessant.
00:38:48: Das gab es zumindest nicht, als meine Kinder klein waren.
00:38:51: Und ich kann mir einfach nur vorstellen, dass das auch irgendwelche Auswirkungen hat.
00:38:54: Ich glaube, manchmal hilft das bewusst.
00:38:57: dass die Zeit eigentlich fürs Kind reserviert sein sollte und nicht für einen selbst und so.
00:39:01: Exakt.
00:39:02: Und aber ich glaube, es sind oft auch Phänomene, die zeitlich begrenzt sind in dieser extremen Ausbrechung, die Sie gerade genannt haben von dem Spielplatz, weil Leute das irgendwie nicht kontrollieren.
00:39:11: Sie denken, es ist ganz wichtig, da jetzt irgendwie online zu sein.
00:39:15: Aber irgendwann, vielleicht nach einem Jahr, nach zwei Jahren, nach drei Jahren oder so, kommen da vielleicht die Erkennen und sagen, na ja, vielleicht muss ich das mal ändern.
00:39:21: Also ich glaube schon, und da bin ich auch Optimist.
00:39:25: dass Menschen sich da auch ändern können.
00:39:28: gesündere Alternativen entwickeln können, auf jeden Fall.
00:39:31: Ich finde das ja ganz spannend.
00:39:33: Wir haben ja mit sehr viel über Digitalisierung gesprochen, aber ich weiß nicht, wie es Ihnen geht oder auch dir, Anja.
00:39:37: Ich habe ja noch keine Kinder.
00:39:38: Aber man hat das ja viel so auch im Umfeld, dass wenn Leute anfangen, Familien zu planen, dann sagen, ja, jetzt ziehen wir weg aus der Großstadt.
00:39:45: Jetzt gehen wir ein bisschen weiter außerhalb jetzt für die Kinder, für die Familie.
00:39:49: Ist das denn sinnvoll, dann auch das aus dem Stress, dem psychischen Aspekt betrachtet, dann mit Kindern eher vielleicht aufs Land zu ziehen, wenn man so im Kopf... Da können die frei spielen oder da ist mehr Raum sich zu entwickeln.
00:40:01: Dafür fehlt natürlich vielleicht auch einiges an sozialen Kontakten beispielsweise.
00:40:06: Das ist ja so ein typisches Phänomen.
00:40:07: Ich weiß nicht, ob das immer noch so ist.
00:40:08: Aber in meinem Umfeld nehme ich das wahr, wo Leute das jetzt planen, so zu tun.
00:40:12: Ja, auf jeden Fall.
00:40:13: Es ist eine wichtige Frage, wo will man leben, wo will man seine Kinder aufwachsen sehen.
00:40:18: Das hat ja oft auch mit den eigenen beruflichen Dingen zu tun und Situationen und Anforderungen.
00:40:25: Das ist sicherlich richtig auf der anderen Seite.
00:40:27: wenn man eine solche Entscheidung trifft, dann muss man auch relativ genau wissen, worauf man sich einlässt.
00:40:32: Also wenn man in eine Stadt zieht, die grüner ist, aber weil diese Idee haben aber nicht nur man selber, sondern viele tausend, zehntausend andere auch, dann braucht man eben auch Kita-Plätze.
00:40:44: Weil wenn ich kein Kita-Platz habe und meine Eltern jetzt wie tausend Kilometer entfernt wurden, dann hilft mir das grüne... auch, aber ich hätte es vielleicht irgendwie etwas intelligenter machen können und vielleicht woanders hinziehen, wo ich mehr soziale Unterstützung habe, zum Beispiel durch die Eltern als Beispiel oder eben dahin in Städte, wo man eben eine gute Unterstützung für Kinder hat.
00:41:05: Und das ist, glaube ich, ganz entscheidend, wenn man dann auch in sich weiterentwickeln möchte, beruflich oder beide auch arbeiten möchten, dass es da wirklich sehr, sehr gute Angebote gibt, also Kitas beispielsweise, Schulen und Das ist so ein Thema, das man mit berücksichtigen muss.
00:41:20: Also einfach so blauäugig da.
00:41:22: Das sollte man nicht tun, dass sich das vorher gut überlegen.
00:41:25: Das zeigt die Komplexität dessen, was wir hier eigentlich diskutieren.
00:41:29: Alles ist irgendwie mit allem verwandelt und hat immer irgendwo auf einer Ebene Konsequenzen.
00:41:33: Ich glaube, in der Problembetrachtung waren wir jetzt schon ziemlich gut.
00:41:36: Ich würde jetzt gerne nochmal anfangen, wo wir konkrete Probleme benennen und welche Lösungen es denn da geben könnte, damit es dann zukünftig besser wird.
00:41:45: Also zum Beispiel, was machen wir gegen den Lärm?
00:41:48: Die Enge, das ist der nächste Punkt, oder eben auch vermehrte Hitze.
00:41:51: Den Klimawandel haben wir noch gar nicht diskutiert.
00:41:54: Das würde ich auch gerne noch einmal in den Raum stellen.
00:41:56: Womit wollen wir anfangen,
00:41:57: Klimawandel?
00:41:59: Ja, also das ist ja ein Thema Hitze einerseits, aber eben auch mehr Regen, Zerstörung von Lebensraum.
00:42:07: Das sieht man ja auch in Ländern wie Australien als Beispiel.
00:42:11: Buschbremne und ähnliche Dinge.
00:42:13: Man sieht, dass USA derzeit in Kanada sehr ausgeprägt, also in diesen großen Ländern.
00:42:21: Also ich glaube, man muss immer gucken, was man als Einzelner tun kann in seiner eigenen Situation, sich zum Beispiel kühler zu halten, dass man trotzdem dann vielleicht sich auch engagiert oder hofft, dass die Politik auch Schritte unternimmt, die eben die Klimaneutralität anstreben.
00:42:44: Und da sieht man ja, Entwicklungen aber oft nicht ausreichende Maßnahmen, die weltweit getroffen werden derzeit.
00:42:50: Und trotzdem sollte man das nicht als Anlass nehmen, als Einzelner aus meiner Sicht und sagen, naja, bringt ja sowieso alles nix.
00:42:56: Ich kann aber selber was tun, sozusagen, dass mein eigenes Leben dann eben gesünder verläuft.
00:43:02: Also zum Beispiel nicht in der Mittagshitze Doggen gehen.
00:43:06: als ein Beispiel.
00:43:07: Das ist dann eben ein bisschen zu heiß.
00:43:09: Das macht man dann vielleicht eher abends oder eben auch indoor, wenn es dann klimatisiert ist, also dass man auf solche Sachen achtet.
00:43:16: Schlaf ist ganz wichtig bei Hitze.
00:43:19: Also Hitze stört den Schlaf.
00:43:21: Das hat bestimmte Mechanismen im Gehirn, die dann eben die Wachheit erhöhen durch Hitze.
00:43:26: Das heißt, es ist wichtig, sich kühl zu halten.
00:43:29: Da kann man vieles machen mit Bettdecken und ähnlichen Dingen, die kühler sind als wärmer sind.
00:43:34: Also, wo man selber Einfluss nehmen kann auf diese Punkte.
00:43:39: Lärm.
00:43:40: Ganz wichtiges Thema.
00:43:47: Die Ohren zu schützen.
00:43:49: Man hat nicht so viele Möglichkeiten.
00:43:50: Man kann nicht, also ein ganzes Jahr mit einem Kopfhörer rumlaufen, der Neus-Cancelation hat.
00:43:55: Das sieht auch merkwürdig aus.
00:43:56: Aber wenn man sich exponiert in einer Großstadt, dass man dann eben tatsächlich auch Ohrstöpsel benutzt, die auch effektiv sind.
00:44:04: Und da gibt es sehr unterschiedliche, also Ohrstöpsel, die man da nutzen kann.
00:44:08: Einige sind effektiver als andere.
00:44:10: Oder wenn man zu Konzerten geht, das ist ja extrem laut.
00:44:13: Also zum Beispiel Musikkonzerte, Rockkonzerte oder sowas, dass man da auch darauf achtet, da hinzugehen, aber trotzdem über bestimmte Ohrstöpfe, die man nehmen kann, wird die Dezibelzahl im Ohr deutlich reduziert.
00:44:25: Und es ist wichtig, weil die Stressreaktion des Körpers dann entweder ausbleibt oder deutlich geringer ausfällt.
00:44:34: Denn durch solche Dinge wie Hitze, wie Lärm, gibt es extrem viel Stress im Körper.
00:44:40: Man kommt dann nicht zur Ruhe.
00:44:43: Und das sind so Dinge, die man tun kann.
00:44:46: gerade in Europa Luftverschmutzung, also Lichtverschmutzung sozusagen durch dieses viele Licht wird es ja gar nicht mehr richtig dunkel oft.
00:44:54: Oder im Sommer, wenn man in den nordischen Ländern lebt, dann eben nur kurze Nächte.
00:44:58: Da ist es wichtig zum Beispiel dann abzudunkeln effektiv, dass man bestimmte Schlafzeiten hat an die man sich hält und nicht nur überall so rein stolpert und sagt, naja gut, jetzt ist es halt Sommersohn, wenn dann gehe ich halt nicht ins Bett, kann man mal eine Nacht machen, aber nicht vom vom Rhythmus her gesehen.
00:45:13: Und da gibt es schon Möglichkeiten, da sich anzupassen.
00:45:16: Man sieht das auch in den nordischen Ländern, die im Winter, wo sehr wenig Licht ist, ist das Gegenteil.
00:45:24: durch versuchen, durch Licht duschen, daran Ausgleich zu schaffen, aber auch durch soziale Interaktionen Ausgleich zu schaffen.
00:45:31: Was mir auffällt, sie bauen auf sehr viel Eigenverantwortung.
00:45:35: Also, wenn ich zum Konzert gehe, dann exponiere ich mich ja diesem Lärm wahrscheinlich auch eher freiwillig, sonst würde ich nicht hingehen.
00:45:40: Ich kann mir vorstellen, dass viele jetzt an der Stelle sagen, ja, aber es gibt Faktoren, die kann ich halt selber nicht beeinflussen, die muss irgendwie durch die Politik müssen, die geregelt werden, weil da kann ich mich nicht schaffen.
00:45:49: Exakt, das ist auch so.
00:45:51: Da stimme ich vollkommen zu.
00:45:54: was man beeinflussen kann selber, da sollte man auch hinschauen, weil das führt da nicht zu einer Lähmung, dass man denkt, man ist nur Opfer sozusagen der ganzen Umstände.
00:46:04: Und trotzdem muss man erkennen, ganz richtig, dass es natürlich Umstände gibt und auch politische Entscheidungen gibt, die genau das Gegenteil von dem bewirken, was wir eigentlich brauchen.
00:46:13: Und das meinte ich eben damit, dass man eben auch politisch engagiert, durchaus oder eben die richtige Wahl trifft bei den Parteien oder Koalitionen oder so, die tatsächlich auf was bewegen.
00:46:25: Das hatte ich für einen ganz, ganz wichtigen Punkt, dass die Zivilgesellschaft da auch laut ist und auf sich aufmerksam macht, um eben auch langfristig was zu verändern.
00:46:34: Weil das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber es ist wichtig, das ganze Generationen daran mitarbeiten und sich engagieren.
00:46:42: Sehr wichtig.
00:46:43: Und trotzdem gleichzeitig auch das Individuelle, was man tun kann, das zu tun.
00:46:47: Ja, das macht ja auch was mit der Selbstermächtigung.
00:46:50: Man fühlt sich irgendwie machtvoller, wenn man Dinge in Angriff nimmt.
00:46:53: Das waren jetzt auch alles Sachen, die man vielleicht vorher machen kann, damit es gar nicht zu Stress kommt.
00:46:58: Wenn man sich jetzt aber schon gestresst fühlt, was ja vielen besicherlich so geht, was sind denn Dinge, die sie dann diesen Menschen raten würden?
00:47:04: Also jetzt gerade, wir gucken jetzt mal weit auf die Stadt vor allem, wenn man sich in der Stadt gestresst fühlt und eben jetzt vielleicht nicht direkt die große Parkanlage um die Ecke hat oder so, was sind so Dinge, die sie auch Menschen raten würden?
00:47:17: um sich vielleicht kurz aus dieser Stresssituation physisch oder auch psychisch rauszunehmen.
00:47:21: Also muss ich also ein bisschen anzuknüpfen.
00:47:23: zu dem vorigen Punkt.
00:47:24: Je mehr man selber entscheiden kann, desto günstiger ist das für einen, weil dann die Eigenverantwortung selbst Ermächtigung dann am größten ist.
00:47:32: Man ist sozusagen in Kontrolle dessen, was man tut.
00:47:35: Also man muss sich dann halt überlegen, ob man zu bestimmten Zeiten, wo die Stadt sehr... dicht ist, mit Fußgängern beispielsweise oder mit Autos, ob man sich dann da reinbegibt oder ob man die Chance hat, nicht da durchzugehen und vielleicht ein anderes mal unter anderem Weg zu nehmen.
00:47:50: Das kann man überlegen halt.
00:47:52: Aber es wird auch Situationen geben, wo man sich das überlegt, aber es gibt keine Alternative und da muss man auch mit da durch.
00:47:58: Und da ist es wichtig, dass man, wir haben über ein Set gesprochen, dass man ja weiß, welche Situationen kommen können.
00:48:05: Also beispielsweise, man wird durch einen anderen Fahrradfahrer dann irgendwie unflädig beschimpft.
00:48:10: dass man versucht ruhig zu bleiben und sagt, okay, ich versuche mal Abstand davon zu nehmen, was der jetzt gesagt hat, der oder die Person ist vielleicht auch nur gestresst, soll mich nicht berühren.
00:48:21: Also das kann man in solchen Situationen lernen.
00:48:24: Das kann man nicht unbedingt sofort, also manche können es leichter, andere weniger, aber es ist erlernbar.
00:48:31: Und das ist häufig auch ein Teil, wenn man über Menschen mit war.
00:48:36: Ja, Vulnerabilität für psychische Erkrankungen spricht, dass man über solche Maßnahmen dann auch, was die Verhaltensebene angeht, den Schlaf fördern.
00:48:44: Die kommen dann nochmal drauf zurück.
00:48:45: Entgesunde Ernährung fördern.
00:48:47: Das sind so Grund Dinge, die man durchaus da machen kann.
00:48:50: und eben der Umgang mit Stresssituationen, also zu verstehen, warum man auf den bestimmten Träger... jetzt reagiert.
00:48:58: Wir sind über den Trigger einig, also Großstadt, viele Menschen, das ist irgendwie so ein Stressthema für viele, auch für ihre Zuhörerinnen, das hatten sie am Anfang ja gesagt.
00:49:07: Aber es gibt eben natürlich auch dann in der Therapie, wenn man so ein bisschen tiefer einsteigt, bestimmte vielleicht Kognitionen oder Emotionen, die dadurch getriggert werden, die gar nichts mit der Situation zu tun haben, sondern mit vor zehn Jahren oder mit irgendeiner Erfahrung, die man gemacht hat.
00:49:20: Und das dann besser zu verstehen, kann dann im therapeutischen Prozess auch helfen.
00:49:24: und damit eben einen anderen Umgang mit einer solchen Trägersituation in der Zukunft zu erarbeiten.
00:49:31: Das geht oft nicht von heute auf morgen, aber da sollte man dran bleiben und das ermächtigt dann die Menschen auch mehr, weil sie dann mehr in Kontrolle dessen sind, was da an Träger passiert.
00:49:41: Also man kann sagen, vieles im Leben passiert einem.
00:49:45: Das ist so eine etwas philosophische Zahl, aber weiß ich, ob sie wirklich stimmt, aber man kann sagen, dass ca.
00:49:49: achtzig Prozent der Dinge im Leben, die passieren, einem.
00:49:52: Also... Man begegnet einem Menschen, der irgendwas in einem auslöst.
00:49:57: Da kann man nix führen, weil das gerade so ist.
00:50:00: Und ähnliche Dinge.
00:50:01: Aber wenn man ruhig bleibt, dann hat man eben die Kontrolle darüber.
00:50:05: Und man kann eben nicht das ganze Umfeld kontrollieren.
00:50:09: Das geht nicht.
00:50:09: Auch wenn man erst soll.
00:50:10: über politische Maßnahmen.
00:50:12: Das ist auch wichtig, diese Langfristigkeit, aber in der Kurzfristigkeit, in der Situation hilft mir das ja nicht.
00:50:17: Und da, glaube ich, diese zwanzig Prozent, die man hat und man sagen kann, okay, das kann ich selber steuern.
00:50:23: Da kann ich einen ganz großen Teil dessen, was sozusagen um mich herum passiert, sondern um so achtzig Prozent, kann ich dann schon, ich kann die Ereignisse nicht wettmachen, aber ich kann meine Reaktion darauf so modifizieren, dass sie für mich besser ist.
00:50:38: Nicht unbedingt für den anderen, aber für mich erst mal besser ist, dass mein Stress runtergeht.
00:50:43: Klingt so schön und einfach.
00:50:44: Ich würde mir da sehr viel gerne von annehmen, weil genau das kann ich nachvollziehen.
00:50:48: Ich
00:50:48: glaube, man braucht einfache sozusagen Merksätze.
00:50:52: Natürlich ist das umsetzend schwierig.
00:50:53: Das sehen wir auch im klinischen Alltag mit Patienten.
00:50:57: Das sieht man vor allem selber, wenn man bestimmte Gewohnheiten ändern möchte und so.
00:51:02: Aber... Naja, es hat ja irgendwie auch eine Bedeutung, dass wir hier sind und was lernen sozusagen und insofern, glaube ich, ist das schon ein wichtiges Thema, was man eben da mit aufnehmen sollte.
00:51:14: Ja, definitiv.
00:51:16: Mir fällt gerade auf, wir kommen nicht so richtig gut raus aus dieser Folge heute, denn so langsam ist unser Zeitfenster dann auch zu.
00:51:22: Wir haben die Stimmen aus der Community schon direkt am Anfang mit aufgenommen, weil das irgendwie spannend war und auch gut war, um ins Thema reinzukommen.
00:51:30: Wir haben auch Mythos oder Faktis mal nicht dabei.
00:51:32: Also müssen wir mal überlegen, wie wir jetzt hier wieder uns ordentlich verabschieden voneinander.
00:51:37: Vielleicht können wir ja sagen, was wir uns wünschen würden an Maßnahmen aus der Politik, aber vielleicht auch ganz individuell.
00:51:43: haben wir jetzt gelernt ganz am Ende, dass es auch wichtig ist, dass man selber sich in seiner Rolle da auch irgendwie anpasst.
00:51:49: Was wünschen wir uns von uns selbst, von unserem Miteinander und gegenüber, was vielleicht die Zukunft in Städten besser macht?
00:51:57: Ja, also ich würde sagen, dass man das eine... größere Bekanntheit in der Politik braucht, in der allgemeinen Öffentlichkeit und auch in der Zivilgesellschaft über diese Phänomene, von daher ist dieses Podcast wirklich sehr gut, um Leute zum Nachdecken anzuregen und in der Politik dann aktiv zu werden.
00:52:16: Und das bedeutet zum Beispiel mehr Grünflächen, auch in Münster.
00:52:20: braucht es mehr Grünflächen, obwohl es schon einige hat, aber es gibt ja auch einige Argumente dafür.
00:52:25: Aber es ist ein generelles Thema, mehr Grünflächen beispielsweise.
00:52:27: Man braucht soziale Interaktionsflächen auch, wo man sich auch zufällig treffen kann oder wo man gemeinsame Aktivitäten durchführen kann, beispielsweise Sport in öffentlichen Parks, Tai Chi oder ähnliches.
00:52:39: Da gibt es ja auch Beispiele aus Japan.
00:52:42: Und das zu ermöglichen, also Politik muss ermöglichen und da muss man Forderungen stellen.
00:52:47: Die Evidenzlage ist relativ klar.
00:52:51: Natürlich braucht man immer mehr Studien, aber generell für die Forderung, dass diese Umweltfaktoren, über die wir heute gesprochen haben, so günstig wie möglich gestaltet werden müssen durch die Politik.
00:53:02: Das ist eine zentrale Forderung, die man erheben muss.
00:53:07: Und da kann eine Klinik auch zu beitragen, ein UKM zu beitragen.
00:53:11: ... wie mit diesem Podcast beispielsweise ... ... und dann eben auch ... ... sich multiplizieren lassen ... ... auf größere Ebenen.
00:53:18: Auf der individuellen Ebene.
00:53:20: Geht's darum zu schauen erst mal ... ... für die meisten, na ja, wie ist das bei mir ... ... im Alltag so?
00:53:25: Wo bin ich da gestresst?
00:53:26: Was sind das für Faktoren?
00:53:26: Nämlich eher Stressen.
00:53:28: Womit kann ich ganz gut leben?
00:53:29: auch vielleicht?
00:53:29: Wo muss ich nichts ändern?
00:53:31: Aber ... ... wo kann ich vielleicht was ändern?
00:53:33: Also ... ... nochmal das E-Bike, wenn jemand entscheidet ... ... wohnt in Amelsbürn und fährt dann trotzdem im E-Bike ... ... bei gutem Wetter in die Stadt.
00:53:39: Zur Arbeit ist das eine gute Entscheidung.
00:53:42: Solche Dinge.
00:53:42: Also einfach zu überlegen, wo kann ich mein Alltag weniger stressvoll gestalten und vielleicht auch durch Maßnahmen, über die ich bisher noch gar nicht nachgedacht habe.
00:53:53: Weil wenn ich denke, dass mein Arbeitgeber mich immer stresst und dann würde ich ja, wenn wir mal Projektion gesprochen, einfach sagen, ja, da müssen da irgendwie andere Chefs sind oder andere dies oder andere das, dann wird alles besser.
00:54:04: Das mag auch ein Teil richtig sein.
00:54:06: Aber ich glaube, es ist diese Eigenverantwortung zu stärken und zu gucken, wo kann ich selber etwas tun?
00:54:12: Wo kann ich selber etwas verändern?
00:54:14: Das ist auch ein wichtiger individueller Faktor, den man stärkt.
00:54:17: Und das fördert so Dinge wie Resilienz beispielsweise, das wir heute noch nicht so gesprochen haben, aber das sind so Dinge, die dann, wo einzelne Menschen dann eben auch von profitieren.
00:54:28: Ich selbst wünsche mir, dass wir mehr aufeinander aufpassen, dass wir gut hingucken, aufeinander was braucht der andere, gerade in engen Städten, dass wir vielleicht wenig irgendwie... in die Anonymisierung gehen und einfach mal gucken, was macht der Nachbar in der Etage unter uns?
00:54:44: Das ist natürlich ein heeres Ziel.
00:54:45: Machen wir auch nicht alle täglich, aber ich glaube, wenn wir weiter in immer enger werdenden Städten miteinander leben wollen, dann erfordert das eigentlich das.
00:54:55: Und natürlich wünsche ich mir von der Politik Wärmeschutzkonzepte und so.
00:54:58: Aber da kann man viele Forderungen in den Raum stellen.
00:55:01: Ich glaube, dieses, was ich heute mitgenommen habe, selber bei sich selbst anfangen, ist total wichtig.
00:55:07: Definitiv.
00:55:08: Also das ist auch wieder was, was ich sehr aus dieser Folge mitnehmen werde.
00:55:11: Sich versuchen, nicht so sehr stressen zu lassen, weil ... diese, was sie gesagt haben, man kann die anderen nicht ändern, aber man kann seine Haltung zu dem Verhalten der anderen vielleicht ändern.
00:55:20: Und das ist, glaube ich, ein guter Anfang.
00:55:22: Es setzt sich vielleicht immer die Lösung sein, weil irgendwann kann ich dann auch das nicht mehr aushalten, nur mich selbst zu ändern.
00:55:28: Aber ich glaube, es ist ein guter Anfang, gerade diese Situation mit den Fahrradfahren oder auch mit einem Nachbar, der vielleicht mal wieder meckert, dass die Mülltrennung ordentlich gelaufen ist oder so, obwohl man es vielleicht gar nicht selbst entschuld war.
00:55:38: Dann einfach mal entspannt sein, einmal durchatmen und sagen, ne?
00:55:41: Schönen Tag noch und bis morgen!
00:55:44: Genau, ich glaub, das nehm ich heute für mich aus dieser Folge mit.
00:55:46: Ich hoffe auf jeden Fall, dass wir vielleicht noch ganz oft mit ihnen zusammenkommen, weil ich glaube, es gibt super viele Themen, auf die wir noch mal genauer gucken können, die hier überall schon wieder mitgeschwommen sind.
00:55:57: Aber wofür einfach unsere Zeit nicht reicht.
00:55:59: Aber ich glaube, gerade auch das Thema Depression, auch da gibt es ja viel Forschung zu und viele auch Dinge, die hier in der Klinik bei uns angegangen werden.
00:56:05: Und da können wir sicherlich noch mal häufiger zusammenkommen, nicht nur an Teil des Podcasts, aber ich glaub, wir haben auch viele andere tolle Medien, in denen sie auch ... immer wieder Stadt gefunden haben und die Themen.
00:56:15: Da lässt sich sicherlich immer wieder was finden.
00:56:17: Sehr
00:56:18: gerne.
00:56:18: An dieser Stelle vielen Dank an Sie, dass Sie heute unser Gast waren.
00:56:22: Das war's mit unserer Folge.
00:56:24: Ich hab wieder viel für mich mitgenommen, hab ich schon gesagt.
00:56:26: Ich glaube, ich bin mit so einer großen Stadt wie Münster, also Großkleinen, sehr zufrieden.
00:56:31: Ich muss nicht in die riesen Großstadt wie Shanghai ziehen, aber vielleicht auch nicht aufs Dorf.
00:56:35: Aber wer weiß, das ändert sich auch manchmal noch im Leben ein bisschen.
00:56:38: Wir hoffen natürlich, dass ihr auch wieder ganz viel mitnehmen konntet aus dieser Folge für euer tägliches Leben.
00:56:43: Wege, kleine Lifehacks oder vielleicht auch ein bisschen wie ihr mit dem Stress besser um ... gehen können, falls ihr welche habt und euch auch mal ganz bewusst positive kleine Auszeiten nehmen, ob jetzt der kleine Spaziergang im Park ist oder nur das Durchatmen, wie ich es gerade genannt habe.
00:56:56: Wie gesagt, vielen Dank an Sie, Professor Baune, dass Sie heute da waren.
00:57:00: In der nächsten Folge befinden wir uns dann ja schon im März und damit in der High Season für alle Allergiker innen.
00:57:06: Mit Dr.
00:57:06: Matthias Sulk aus der Allergologie am UKM schauen wir uns mal an, warum manche Menschen Allergien bekommen und manche nicht, was man dagegen tun kann.
00:57:14: Und vor allem auch, dass es nicht nur die saisonalen Allergien gibt, sondern natürlich auch ganz viele andere, wie zum Beispiel gegen Medikamente oder auch Kontaktallergien.
00:57:22: Da ist wirklich ganz viel los.
00:57:24: Schaltet also auch dann gerne wieder ein, wenn ihr vielleicht ... zu den Glücklichen gehört, die bisher noch keine Allergie haben.
00:57:29: Auch für euch ist es sicherlich spannend, denn man weiß ja nie, vielleicht trifft es einen doch leider irgendwann noch mal.
00:57:34: Und natürlich, um keine Folge zu verpassen, abonniert den Podcast, lasst einen Like da, einen Kommentar, schreibt uns auch gerne, wenn ihr Themenwünsche habt.
00:57:41: Wir freuen uns auf jeden Fall drauf.
00:57:43: Genau, danke noch mal an Sie, auch von meiner Seite.
00:57:45: Und ciao, bis zum nächsten
00:57:46: Mal.
00:57:47: Sehr gerne, ciao.
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