Endometriose: Neue Diagnosewege, persönliche Erfahrungen & Behandlungsmöglichkeiten

Shownotes

In dieser Folge widmen wir uns einem Thema, das viele Menschen betrifft und dennoch oft lange unerkannt bleibt: Endometriose. Zu Gast sind PD Dr. Benedikt Schäfgen, Oberarzt in der Klinik für Frauenheilkunde am UKM und im UKM-Endometriosezentrums, sowie Anja, die selbst mit der Erkrankung lebt und sehr persönliche Einblicke in ihren Weg gibt.

Hinweis: In dieser Folge ist Anja Wengenroth, die sonst gemeinsam mit Felia Holtermann durch den Podcast führt, ausnahmsweise nicht dabei. Wenn von Anja die Rede ist, geht es also um unsere Gesprächspartnerin und Endometriose-Betroffene.

Gemeinsam sprechen wir darüber, was Endometriose eigentlich ist und warum die Diagnose häufig so lange dauert. Dr. Schäfgen erklärt, wie Endometriose heute festgestellt wird und welche Neuerungen es in den aktuellen Leitlinien gibt – darunter auch die wichtige Veränderung, dass eine Bauchspiegelung nicht mehr der einzige Weg zur Diagnose ist. Gleichzeitig berichtet Anja offen von ihren eigenen Erfahrungen, den Herausforderungen im Alltag und den Strategien, die ihr geholfen haben, besser mit der Erkrankung zu leben.

Außerdem geht es um Behandlungsmöglichkeiten, den Umgang mit chronischen Schmerzen und die Frage, ob Endometriose auch nach den Wechseljahren noch bestehen bleibt.

Am Ende der Folge greifen wir wieder spannende Fragen aus der Community auf. Es lohnt sich also, bis zum Schluss dranzubleiben.

Und noch ein aktueller Hinweis: Dr. Sebastian Schäfgen und Prof. Lars Hanker, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde, sind am Mittwoch, 6. Mai, bei der Veranstaltung "Endometriose und Schmerz" des Endometriose-Netzwerks Münsterland anwesend.

Ihr habt Anmerkungen, Fragen oder Themenvorschläge für unsere nächsten Folgen? Dann schreibt uns eine Mail an podcast@ukmuenster.de oder auf unseren Social-Media-Kanälen (@ukmuenster).

Weiterführende Links zur Folge:

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:08: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Risikonebenwirkungen.

00:00:11: Heute sprechen wir über ein Thema, das

00:00:13: viele betrifft,

00:00:14: über das aber oft noch viel so wenig gesprochen wird –

00:00:17: endometriose!

00:00:18: Bevor wir einsteigen, ein kleiner

00:00:19: Hinweis Anja, die diesen Podcast sonst mit mir moderiert ist heute

00:00:22: ausnahmsweise mal

00:00:23: nicht dabei.

00:00:24: Wir haben ihren Platz kurzerhand

00:00:26: neu

00:00:26: vergeben

00:00:26: denn heute ist

00:00:27: ebenfalls eine Anja zu Gast.

00:00:28: Das verändert also nicht ganz soviel für euch.

00:00:31: Jetzt aber zurück zum Thema der heutigen Folge.

00:00:34: Aktuelle Zahlen

00:00:34: zeigen nämlich, dass die Zahl der stationären Behandlungen von Patientinnen

00:00:38: mit

00:00:38: Endometriose in den letzten zehn Jahren um rund fünfzig Prozent gestiegen ist.

00:00:42: Aber was genau steckt eigentlich hinter der

00:00:43: Erkrankung?

00:00:44: Warum dauert es so lange bis sie erkannt wird?

00:00:46: und wie lebt es sich mit endometriosem

00:00:48: Alltag?

00:00:48: Darüber spreche ich heute mit unseren

00:00:50: Gästen Dr.

00:00:51: Benedikt Schewkin

00:00:52: Facharzt für Gynäcologie und Geburtshilf am

00:00:54: UKM-Endometriosisentrum

00:00:56: Und wie schon kurz angeteasert,

00:00:57: mit Anja,

00:00:58: die selbst betroffen ist und ihre persönlichen

00:01:00: Erfahrungen mit uns teilt.

00:01:01: Schön dass ihr beide heute da seid!

00:01:05: Guten Tag, ich bin Benedikt Schäfgen.

00:01:08: Ich bin Oberarzt hier in der Frauenklinik am UKM in Münster und beschäftige mich schwerpunktmäßig mit der Endometriose das heißt ich betreuse wohl die endometriosisprechstunde bin auch der Koordinator unseres endometrios Zentrums und in der Forschung aktiv gemeinsam mit den Arbeitsgruppen unserer Grundlagenwissenschaft und auch der Schmerzforschung so dass wir hier auch im Rahmen der klinischen Forschung.

00:01:35: Hallo,

00:01:36: ich bin Anja.

00:01:39: Ich hab meine Diagnose zu Änometriose und Adenomyose vor ungefähr drei Jahren bekommen.

00:01:44: Und versuch, seitdem damit zu

00:01:46: leben.".

00:01:47: Sehr schön, dass ihr da seid!

00:01:49: Herr Schiefkind, wenn Sie Änotriose vielleicht einmal erklären müssten?

00:01:52: Was würden sie sagen?

00:01:53: wie kann man Änotryose in drei Sätzen beschreiben?

00:01:56: Ändometriose ist definiert letztlich als das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter-Höhle, wo sie eigentlich hingehört.

00:02:06: Und dieses Vorkommen von Gebäermutterschreimhau an anderen Stellen kann eben zu Beschwerden führen.

00:02:13: Das Typische ist eben dass die Patientin davon im Rahmen ihrer zyklischen Hormonschwankung Beschwerde bekommen typischerweise Unterbauchschmerzen während ihrer Menstruation.

00:02:26: Die Endometriose wird aber auch als das Chameleon der gynäkologischen Erkrankungen bezeichnet, weil sie sehr viele verschiedene Symptome hervorrufen kann.

00:02:36: Letztlich kann fast jedes Organsystem des Körpers von Endometrioase befallen werden.

00:02:41: deswegen ist die Krankheit eben auch so vielschichtig und häufig auch nicht einfach zu diagnostizieren.

00:02:48: Und wir sehen tatsächlich in unserer Spächtunde Patientin, die sehr unterschiedliche Beschwerden haben.

00:02:54: Das Leitsymptom ist wie gesagt häufig eben so ein zyklischer Unterbauchschmerz aber es gibt ganz viele andere Symptome, die damit einhergehen können.

00:03:03: Ja,

00:03:03: Chameleon klingt ja schon nicht ganz so einfach zudiagnostizieren.

00:03:06: Anja, wie war das denn bei dir?

00:03:07: Wo hast du das erste Mal gemerkt?

00:03:09: irgendwie

00:03:10: stimmt da was nicht?

00:03:10: Das sind vielleicht nicht nur normale Menstruationsbeschwerden.

00:03:13: also ich habe als Teenager hat das schon mal gemerkt, als junge Frau.

00:03:17: Ich hab damals aber die Pille genommen und meine Gynokologin gesagt, ich soll sie doch einfach durchnehmen und keine Pause machen, also diese Abbruchblutung.

00:03:25: Und dann waren halt meine Beschwerden auch weg, weil naja ... es gab ja auch keinen Grund dafür, sag ich mal.

00:03:31: Ich habe dann aber vor einigen Jahren die abgesetzt, weil ich schwanger werden wollte.

00:03:36: Dann ging's los mit starken Schmerzen nicht nur während der Blutwürgen sondern auch davor schon.

00:03:44: Rückenschmerzen, Übelkeit durchfällen.

00:03:47: Zur Periode aber auch zu anderen Tagen.

00:03:49: Schwindeln, Ohnmachtsanfälle... Alles was dann mit den starken schmerzenden Schmerzen zusammenkam.

00:03:59: Dass der ganze Körper irgendwie noch ausgegangen ist, war da einfach überfordert worden.

00:04:04: mit dem Existieren eigentlich schon.

00:04:06: Herr Schiffgen, wie ist das denn?

00:04:08: Also kann man das passt aus was Anja erzählt so von dem was sie auch

00:04:11: in der Klinik mitkriegen an der Beschreibung.

00:04:13: und wann kommen denn die meisten Patientinnen dann bei uns

00:04:17: als endometriose Zentrum?

00:04:18: So ein welcher Altersspanner?

00:04:19: also?

00:04:19: die Beschwerden wie Anja die beschrieben hat sind tatsächlich sehr typisch es Nicht selten so, dass die Patientinnen beschreiben, dass sie eben unmittelbar nach der ersten Menstruation oder schon mit der ersten menstruation die genannten Unterbauchschmerzen entwickeln.

00:04:34: Und es ist aber ganz oft so, das dann im Laufe der Zeit begleitet wird von vielen anderen Symptomen wie wir gerade gehört haben – ganz typisch eben auch zum Beispiel diese magende Armbeschwerden Und obwohl der Leidensdruck sehr, sehr hoch ist also die Patientinnen häufig nur noch eingeschränkt in der Lage sind ihrem Alltag nachzugehen.

00:04:52: Es ist so dass wir eine ziemlich große Diagnose Latenz sehen in der Endometriose und das ist ein großes Problem was viel auch mit dem gesellschaftlichen Bewusstsein dafür zu tun hat, dass eben gerade erst so richtig im Wachsen ist.

00:05:05: zum Glück So ist es so, dass wir tatsächlich die Patientinnen häufig erst nach vielen Jahren sehen.

00:05:12: Nachdem sie die ersten Beschwerden bekommen haben sagt das es oft so ist, dass für mehrere Jahre in Anführungszeichen mit sich selber ausmachen, bevor sie dann zum ersten Mal zur Gynäkologin oder zum Gynädekologen gehen.

00:05:25: Mit der Fragestellung ob das eine Endometriose sein könnte?

00:05:28: Oder ob man diese Beschwerden irgendwie abklären kann und dann jemand anderes auf die Idee kommt dass es eine endometriosis sein könnte.

00:05:35: Und bis wir dann die Patientinnen sehen als spezialisiertes Zentrum vergeht da natürlich auch noch mal eine gewisse Zeitspanne.

00:05:42: also ich würde sagen dass die meisten Patienten die zu uns kommen schon ... seit fünf oder zehn Jahren teilweise auch noch mehr... ... mit Endometriose zu tun haben.

00:05:51: Und

00:05:52: woran liegt das?

00:05:53: Würden Sie jetzt sagen, ich meine

00:05:54: sie haben ja auch Medizin studiert und sich auch im Studium ja mit vielen Erkrankungsbildern beschäftigt.

00:05:58: War da endometrioso nie so das Thema?

00:06:00: oder wieso ist das auch beim

00:06:01: sage ich mal Hausgyndekologen-Gynäkologin...

00:06:04: ...noch so das thema dass das da nicht sofort erkannt wird?

00:06:08: Also es gibt tatsächlich das Problem, dass die Endometrioose in den letzten Jahrzehnten häufig verkannt wurde, nicht diagnostiziert wurde.

00:06:17: Weil man gesagt hat das Schmerzen zur Menstruation dazugehören würden, dass eben das Schmärzempfinden unterschiedlich sei von verschiedenen Frauen und dass das sozusagen eine Normvariante wäre.

00:06:31: Und das Bewusstsein dafür, dass es eben wirklich eine handfeste und einschränkende Erkrankung ist die behandlungsbedürftig In den letzten zehn, zwanzig Jahren greift schon immer weiter durch und wird zum Glück immer bekannter.

00:06:50: Aber das ist tatsächlich in dieser intensiven Form ein relativ neues Feld.

00:06:57: Das ist ja auch total

00:06:58: schwierig für Betroffene dann überhaupt zu wissen

00:07:01: was sind normale Regelschmerzen?

00:07:04: Schlimmer.

00:07:05: Gibt's da so Symptome, wo Sie sagen ja das deutet schon eher auf der Endometriose

00:07:09: hin und das sind dann doch

00:07:10: eher vielleicht

00:07:11: normalen Anführungszeichen Regelschmerzen?

00:07:13: Gibt es überhaupt normale

00:07:14: Regelsschmerzen?".

00:07:15: Also das ist keine ganz einfache Frage weil natürlich das Schmerzempfinden sehr individuell ist und man da keine klare Grenze ziehen kann.

00:07:24: ich würde sagen die Grenze dazu dass an den Regels schmerzen egal ob sie jetzt aufgrund von einer endometriosis oder eine adänomioase ganz andere Ursache sind, dann etwas geändert werden muss.

00:07:36: Wenn die Patientin sagt dass das für sie einschränkend ist und dass sie damit so kein freies Leben mehr führen kann in Anführungszeichen also Aktivitäten, die ihr wichtig sind nicht mehr ausführen können.

00:07:50: Dann ist es für mich die Grenze erreicht wo man sagen sollte okay wir müssen gucken woran das liegt und es in irgendeiner Weise behandeln.

00:07:57: Es ist natürlich so dass leider Viele und vielleicht auch die meisten Frauen bis zu einem gewissen Grad Regelschmerzen haben.

00:08:06: Das ist also jetzt erstmal nichts Ungewöhnliches, wenn man so will, was normal ist.

00:08:12: aber bei den meisten Frauen ist es eben zum Glück so dass sie das mit entsprechenden symptomatischen Mitteln, also sein es jetzt Schmerzmedikamente oder bestimmte Aktivitäten wie bestimmte Sportarten oder Entspannungstechniken oder Wärmeanwendungen doch so gut in den Griff bekommen dass sie sagen im Großen und Ganzen ist das für Sie keine große Alltagseinschränkung.

00:08:35: Und wenn wir diesen Bereich verlassen und die Patientinnen eben sagen doch es ist jetzt wirklich was Alltagsrelevantes was mich einschränkt dann ist aus meiner Sicht der Punkt gegeben wo etwas passieren muss.

00:08:44: Anja, wie war das denn jetzt als du quasi die Pille abgesetzt hast und gemerkt hast, da stimmt irgendwas nicht?

00:08:49: Oder irgendwie ist es anders als vielleicht ich normal annehmen würde.

00:08:54: Wie bist du dann weiter vorgegangen?

00:08:56: Ich hab das halt erst mal ausgehalten, denn ich habe genau das gehört was Dr.

00:09:00: Scherfen jetzt auch eben gesagt hat.

00:09:02: man bekommt halt eben ... von vielen, von außerhalb.

00:09:05: Vor allem auch von medizinischem Fachpersonal und von Ärzten gesagt, dass das halt normal ist.

00:09:10: Auch wenn man eben das beschreibt wie schlimm es tatsächlich auch ist.

00:09:14: Da kommen dann solche Totschlagargumente sag ich mal.

00:09:21: Sie sind eine Frau was glauben sie denn?

00:09:23: Solche Aussagen mit denen man sich schon denkt okay ich glaube ich reagiere halt über und ich habe das ausgehalten noch Schmerzmittel, frei verkäuftliche dann gekauft und die auch genommen.

00:09:36: Und da hat er eigentlich wirklich ein bisschen selbst mit rumexperimentiert.

00:09:40: Guckt was hilft mir da?

00:09:42: Was hilft mich nicht?

00:09:43: Ich bin tatsächlich erst durch eine Kinderwunschklinik in der ich war, denn darauf wirklich gestoßen worden, dass es endometriose sein könnte.

00:09:51: Denn die hatten dann während einer Behandlung oder nach einer Be Handlung aufgrund der Symptome.

00:09:56: Dann diese Behandlungen jetzt hier nicht an... springen sollte, dass nicht klappen sollte.

00:10:01: Dann sollte ich mich doch mal auf Endometriose untersuchen lassen oder spielstens nach dem nächsten Versuch.

00:10:06: wenn das nicht klappt und da habe ich gesagt dann warte ich doch jetzt nicht drauf, da gehe ich doch direkt los und bin dann ja los gegangen hab den eben geguggelt wen gibt es hier?

00:10:16: Und bei wem steht endometrioso auf der Tür und dann habe ich ziemlich schnell auch jemand gefunden der mir das dann auch sehr schnell diagnostiziert hat.

00:10:25: Und wie hatte bis dahin, also neben dem Kinderwunsch-Thema die Erkrankung so dein Alltag schon beeinflusst?

00:10:29: Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon ... Also ich wusste, dass ich halt Schmerzen während der Periode habe und auch schon davor.

00:10:35: Bei mir geht das eigentlich in der Regel schon eine Woche vorher los.

00:10:39: Kann jetzt wieder aufm Kalender nach und sieben Tage vorher ist das erste Mal.

00:10:42: Das will ich auch einen ziemlich fieser Schmerztag für mich.

00:10:44: Ich hab mich zum Teil da auch schon ein bisschen eingeiegelt.

00:10:48: Das war dann nach der Diagnose wurde es danach ja sogar noch mehr.

00:10:52: Dass sich dann wusste, ich habe Schmerzen.

00:10:55: Also gehe ich vielleicht lieber nicht am Wochenende raus und ich treffe mich lieber nicht mit Freunden oder wenn ich mich treffe dann eben nur mit bestimmten bei denen ich weiß da kann ich mich halt auch irgendwie zurückziehen.

00:11:06: Ich hab dann ja manchmal so ein bisschen versucht schon mein Leben darum herum zu planen.

00:11:10: aber auf der Arbeit hat er schon angefangen Termine dann nicht in meine Periodenwoche zu legen.

00:11:14: also ich hab dann einen Job dem ich als Personalreferente noch tätig war.

00:11:22: Da muss man noch Bewerbungsgespräche führen und wenn dann jemand externes eben kommt, und man sitzt damit wirklich starken Schmerzen.

00:11:28: Das macht einfach keinen guten Eindruck.

00:11:29: also habe ich das schon versucht so ein bisschen zu vermeiden eigentlich da mit anderen Leuten groß in Kontakt zu stehen.

00:11:37: Also das sind genau diese Einschränkungen von denen Sie gerade gesprochen haben oder wo der Punkt eigentlich erreicht ist?

00:11:41: Wenn der Alltag durch die Erkrankung bestimmt wird dass das dann eigentlich spätestens der Zeitpunkt ist wo man was tun müsste oder tun sollte.

00:11:49: auch trotzdem ist es ja so immer ziemlich lange dauert bei Endometriose, also in den meisten Fällen durchschnittlich bis zu vier Jahren kann das dauernd bis man diagnostiziert wird.

00:11:57: Wenn man selber überhaupt schon diese Symptome richtig eingeordnet hat.

00:12:01: Woran liegt es denn und wie wird die Diagnose dann diagnostiziert?

00:12:05: Also ich denke einer der Gründe ist das was wir schon angesprochen haben was auch Anja gerade gesagt hat dass eben häufig die Beschwerden abgetan werden als eben übertrieben oder letztlich eine Normvariante des normalen Zyklus.

00:12:21: und dadurch kommt es eben das häufig, auch wenn man sich schon ärztlich vorstellt die Endometriose nicht immer gleich in den Blick genommen wird.

00:12:29: Ich habe so ein bisschen die Hoffnung dass das jetzt mit dem... Dass ich in den letzten Jahren eben vermehrt da Forschung darauf fokussiert und ja auch die öffentliche Wahrnehmungen stärker wird, dass sich das ein Stück weit ändert Wir als Ärztinnen und Ärzte eben wachsamer sind, die endometriose früher diagnostizieren.

00:12:51: Aber da gibt es aus meiner Sicht einfach noch großen Nachholbedarf.

00:12:54: Und letztlich ist die Endometriosis nicht sehr schwer zu diagnostiziren.

00:12:59: Man hat bis vor einigen Jahren gesagt dass man für eine definitive Diagnose eine Bauchspiegelung durchführen sollte und eine Probenentnahme.

00:13:09: Das ist auch nach wie vor eine sehr valide Möglichkeit.

00:13:12: Aber inzwischen sagen die Leitlinien ganz klar, dass eben durch eine klinische Diagnose und eine sonografische Untersuchung – also einen transvaginalen Ultraschall gegebenenfalls kombiniert mit einer MRT-Untersuchung oder einer anderen Bildgebung – auch schon die Diagnese gestellt werden kann.

00:13:30: D.h.,

00:13:31: eine Operation ist aktuell nicht mehr notwendigerweise gefordert um die Diagnose stellen zu

00:13:36: können.".

00:13:38: Jetzt TransVaginal, das... ist ja das, was beim Gynäkologen auch abolant erfolgen kann.

00:13:42: Das heißt, kann ich da ganz normal zu meinem Haus-Gynäcologin sage jetzt mal gehen oder sollte ich da schon an ein Zentrum gehen weil man das besonders erkennen muss?

00:13:51: Also eigentlich sollte das schon in der niedergelassenen Praxis möglich sein.

00:13:56: es gibt so wie es zertifizierte endometriose Kliniken gibt auch zertifiierte endometeriose Praxen also ganz normale Inanführungszeichen Frauenarztpraxen die aber eben eine besondere Expertise nachgewiesen haben eben eine endometriose diagnostizieren und behandeln zu können.

00:14:14: Aber ne erste Wegweisende... Untersuchung sollte eigentlich bei jedem normalen niedergelassenen Facharzt, jeder Niedergelassenden-Fachärztin auch schon möglich sein.

00:14:25: Und dann ist es natürlich so wenn da dann Auffälligkeiten sind oder auch nur Unsicherheiten bestehen das dann natürlich die Kolleginnen im nieder gelassenen Bereich gerne auch an eine nachgeordnete endometriose Klinik oder ein endometrioses Zentrum überweisen können und sollen um eben dann die weitere Behandlung auch sozusagen auf mehrere Schultern zu verteilen.

00:14:47: aber ist es so, dass wir als dann hochspezialisiertes Zentrum nicht die Primärversorgung oder Primärdiagnostik machen können für alle Patientinnen bei denen das sein könnte.

00:14:58: So dass da schon ein gewisses Zuweisungssystem etabliert ist, dass einfach schon die Patientin als erstes zu ihrer niedergelassenen Frauenärztin oder Frauenarzt gehen und dann eben wie gesagt bei Unklarheiten oder Auffälligkeiten an uns überwiesen werden?

00:15:12: Jetzt frage ich mich natürlich als Laie Das sind ja bei der enometriose Schleimhautablagerung außerhalb der Gebärmutter.

00:15:20: Aber der Ultraschall geht quasi in die Gebärmutter, was sieht man denn dann überhaupt als Arzt- Ärztin?

00:15:26: Genau also es sind nicht so richtig Schleimmhautablagerungen ist vielleicht habe ich auch ein bisschen missverständlich ausgedruckt, sondern einfach das Vorkommen von Zählen, die normalerweise typisch für die Gebäermutterschleimhaute sind und man kann sich das schon leihenhaft so ein bisschen vorstellen dass es im Körper dann einzelne Zellnester, Inseln sozusagen gibt wo an einzelnen Stellen dann eben Gebärmutterartige Zellverbände sind.

00:15:50: so ein bisschen und es ist richtig dass die häufig konkret im Ultraschall nicht so einfach zu sehen sind.

00:15:56: aber die haben eben die gleiche Eigenschaft wie die eigentliche Gewehrmutterschleimhaut das sie mit dem Zyklus eben häufig auch bluten.

00:16:05: Und das kann dazu führen, dass dann zum Beispiel wenn sich solche kleinen Endometriose-Nester an den Eierstöcken befinden.

00:16:12: Dann kann es da zuführen, dass eben durch diese Blutung im Rahmen des Zyklus sich an diesen Eier stöcken eine sozusagen blutgefüllte Züste bildet.

00:16:21: Wir sagen dazu dann endometriosozüste oder auch Schokoladenzüste weil das so ein dunkelbraunes schokoladenartiges Sekret ist, wenn man das aufschneidet Und diese Endometriome können tatsächlich auch sehr groß werden, also fünf, sechs, zehn Zentimeter und sind dann in keinem Ultraschall eigentlich zu übersehen.

00:16:39: Das heißt wir sehen häufig indirekte Zeichen für die Endometrioose im Bauchraum Und manchmal können aber solche Zellenester eben schon auch mehr als die genannten paar Millimeter sein und durchaus auch einige Zentimeter groß sein.

00:16:55: Dann sehen wir das tatsächlich als so bindegewebeartige Schwielen in der Bauchhöhle, am Bauchfell oder am Darm oder an der Blase.

00:17:03: Verschwinden diese Herde nenn ich sie jetzt mal denn nach der Periode wieder von selbst?

00:17:08: Oder bleiben die dann auch danach noch an den anderen Organteilen oder an Eierstöcken beispielsweise hängen?

00:17:13: Also diese kleinen Zellenester, diese kleinen Endometrioseknötchen sind da fest und die bleiben auch da.

00:17:22: Diese Einblutung, die sich dadurch ergeben können oder diese Blutblasen zum Beispiel an den Eier stöcken... bleiben auch häufig eine gewisse Zeit können, dann manchmal spontan auch platzen was meistens nicht dramatisch ist sondern einfach heißt das eben dieses Blut dann abfließt kann in die Bauchöhle und sind aber häufig auch über mehrere Zyklen persistent.

00:17:43: Das heisst so ein Endometrium ist häufig etwas was dann über mehrere Monate nachweisbar ist und dadurch eben dann auch zufällig gefunden werden kann wenn man zur Frauenärztin geht auch dann wenn dann vielleicht gerade kein Zyklos ist.

00:17:57: Ja, jetzt bei dir war die Diagnose ja noch vor der Änderung der Leitlinie quasi.

00:18:00: Das war im Jahr zwanzig, glaube ich, dass die Leit Linie erneuert wurde also letztes Jahr?

00:18:04: Du wurdest wahrscheinlich dann auch über die Bauchspügelung diagnostiziert oder wie war das bei dir?

00:18:09: Ja genau zu dem Arzt, den mich damals gegangen bin, der hatte da einen Unterschied gemacht und gesagt er könnte sich das vorstellen und aufgrund meiner Beschwerden dich geschildert habe.

00:18:18: und dann hab' ich halt auch direkt... Ich glaube, ein oder zwei Wochen später, nur eine Woche später habe ich dann noch einen OP-Termin bekommen.

00:18:25: Was sehr schnell ging hätte mich damals schon wundern müssen eigentlich dass ich gar nicht in einem richtigen endometriose Zentrum gelandet bin und auch tatsächlich nicht mal bei einem zertifizierten Arzt sondern einfach jemand der sich das aus sein Schild geschrieben hatte Der aber viele Frauen mit Endometriosa operiert hatte.

00:18:42: Und ja hab dann ziemlich schnell diese OP bekommen Woraufhin ich die Diagnose bekommen habe Dass ich Endometrioase hätte Tschüss, so lief das dann ungefähr.

00:18:52: Und dann stand ich da mit meiner Diagnose und auch die Nachsversorgung von den OP-Bunden.

00:19:00: Das sollte mein Gynäkologe machen und hatte eine Krankschreibung für eine Woche bekommen.

00:19:06: Damit war das für ihn anscheinend beendet.

00:19:08: Stattst du erst mal alleine mit deiner Diagnose so ein bisschen da?

00:19:10: Ja, genau.

00:19:11: Und wie hast du dann weitergemacht?

00:19:12: Hast du damit deine Gynäkologin darüber gesprochen oder wie ist es gewesen für dich?

00:19:16: Ich bin zu meinem Gynänokologen gegangen und hatte auch gesagt den OP-Bericht mitgebracht.

00:19:21: Er hätte dann auch gesagt okay gut, danach müsste man auf jeden Fall Hormone nehmen.

00:19:26: Die kam also von ihm, hat mir verschrieben, er wusste, dass ich in der Kinderwunschbehandlung bin weiterwächst.

00:19:36: Dann habe ich die auch genommen, mehr Infos kamen dann aber tatsächlich auch nicht.

00:19:40: Ich hab dann selber mir gedacht das kann ja irgendwie nicht alles sein, dann fängt man an zu googeln und sieht dann hoffenweise auch Horrorgeschichten.

00:19:47: ganz viele Informationen von denen ich jetzt auch nicht wusste stimmt da, stimmt das nicht?

00:19:51: Bin uns zum Glück auf eine Selbsthilfegruppe gestoßen bei mir im Wohnort.

00:19:55: Da habe ich mich dann vernetzt mit denen und hab da total viele Infos bekommen.

00:19:59: Und auch erfahren, dass mir ja eigentlich eine Reha oder eine AHB zugestanden hätte in dem Moment, die ich natürlich nicht mehr antreten konnte weil frisst abgelaufen.

00:20:10: Viele andere Infos habe ich dann eben über diese Selbsthilfegruppe erst bekommen was ich machen kann.

00:20:16: Wozu ich selber eine Chance habe etwas zu ändern und auch Erfahrungen von den anderen bekommen was sie schon getan haben was anderen geholfen hat.

00:20:24: Also das Erste war quasi die Diagnose und eigentlich würde man ja denken, da ist erstmal eine Erleichterung.

00:20:28: Weil man weiß okay, dass es ist aber in dem Moment bei dir hat's dann eigentlich eher noch zu mehr Hilflosigkeit geführt.

00:20:35: wenn man jetzt mit der Diagnosedarstand aber nicht wirklich wusste was mache ich denn jetzt damit?

00:20:38: Ja genau!

00:20:39: Und eigentlich war ich ja im Kinderwunsch-Tunnel und wollte da weiter machen und mich hat diese Diagnosis in dem moment nur behindert.

00:20:46: und wenn wir das dann beides mal zusammen... Google, dann kommen halt auch keine guten Geschichten dabei tatsächlich raus.

00:20:52: Und für mich war irgendwie nur klar ... Okay, dann werde ich jetzt niemals schwanger anscheinend.

00:20:57: Nur aufgrund dieser blöden Erkrankungen.

00:21:00: und da muss sich diese Hormone nehmen die ich ja gar nicht nehmen wollte weil ... Jede Frau, die schon mal Hormon genommen hat, weiß vor allem am Anfang der diesen ersten Monate sind sie jetzt nicht so schön und die waren bei mir wirklich gar nicht schön sodass ich die dann halt auch als ich dann diese ... Ich sag mal... ... pflichtbewusst diese paar Monate dann durchgestanden habe, die mein Gynäkolog gesagt hätte ich ja mindestens machen müsste.

00:21:22: Dass ich die dann auch wieder abgesetzt habe und nicht zurückgegangen bin

00:21:26: tatsächlich.".

00:21:27: Ist das wahrscheinlich auch häufig Herr Schiffkind dass Frauen kommen gerade in dem Alter wo sich vielleicht auch Kinderwunsch verfestigt?

00:21:33: Und wo man vielleicht anabsetzt ne?

00:21:35: Die Verhütungsmittel die man dann bis dahin vielleicht auch genommen hat... ...dass dann diese Beschwerden auftreten ist das so typisch dass auch diese Altersgruppe dann kommt?

00:21:42: Ja, das ist tatsächlich typisch.

00:21:44: Und also es gibt das einerseits eben diesen Effekt den Sie gerade schon gesagt haben dass einfach eben aufgrund von Kinderwunsch eine entsprechende hormonelle Verhütung abgesetzt wird und dadurch Beschwerden vielleicht auch verstärkt werden oder wieder neu auftreten.

00:21:58: und umgekehrt gibt's aber eben natürlich auch den Fall dass eben der endometriose Verdacht daraus entsteht Dass man eben einen unerfüllten Kinderwunscht hat und das dann ins Spiel gebracht wird zum Beispiel betreuenen Kinderwund-Klinik oder von der Gynäkologin, dass eben auch eine endometriose Rolle spielen könnte und das dann sozusagen der Anstoß ist für die weitere Abklärung.

00:22:20: Jetzt bevor wir gleich zu den Behandlungsmöglichkeiten kommen ganz kurz die Frage Ist Endometriosis denn heilbar?

00:22:25: Gibt es aktuell Mittel, die das auf Dauer heilen können oder ist man mit Endometrios sein Leben lang quasi beschäftigt?

00:22:33: Also ich würde sagen, Endometriose ist in jedem Fall eine chronische Erkrankung aber eine sehr gut behandelbare und kontrollierbare Erkrankung.

00:22:44: Es ist so dass uns kein Mittel zur Verfügung steht tatsächlich die endometriosse entgültig und restlos zu behandeln oder zu entfernen.

00:22:54: leider ist es so das auch wenn man eben zum Beispiel aufgrund eines überschaubaren Befalls von Endometriose und dann einer gut durchgeführten operativen Therapie, wo man die Endometrioase vielleicht auch vollständig entfernt hat.

00:23:08: Sagen könnte dass die Patientin wirklich geheilt wäre weil eben insbesondere dann wenn halt eine hormonelle Rezidivprophylaxe nicht durchgeführt wird oder durchgefühlt werden kann wir sehen das doch die Patientinnen leider nach einigen Jahren häufig endometrioso Rezide bekommen.

00:23:25: Das heißt, man kann es nicht wirklich final heilen.

00:23:29: aber es gibt schon Behandlungsstrategien die die Patientin durch ihr Leben begleiten ohne dass sie das als eine große Belastung empfinden muss.

00:23:39: und in der Regel wird die Endometriose auch deutlich besser mit dem Eintritt der Wechseljahre oder der Menopause.

00:23:47: Es ist keine Garantie, dass man hinterher keine Beschwerden mehr hat wenn eben die Regelblutungen ausbleibt, dass frei von endometriose Beschwerden wäre.

00:23:56: Aber tendenziell ist natürlich der Gipfel, der Symptome schon so über die Phase des Reproduktiven also der fruchtbaren Zeit der Frau und wird häufig schon deutlich besser mit Eintritt in die

00:24:07: Wechseljahre.".

00:24:08: ... in meinem Umfeld oder was man so kennt.

00:24:17: Sobald irgendeine Endometriose ja okay, dann jetzt hier... ...bestimmte Pillenpräparate die da sicher auch anbieten ist das so der typische erste Weg und da gibt's da mittlerweile auch auf Blick der Leitlinien vielleicht andere Behandlungsmöglichkeiten weil klar Hormone auch.

00:24:31: der Trend geht ja so generell was Verhütungsmittel angeht eher ein bisschen weg von hormoneller Verhübung aus gut dokumentierten Gründen dass es viele Nebenwirkungen gibt.

00:24:39: Wie ist das bei Endometrio?

00:24:40: Ist da eigentlich hormonelle schon das Beste was man machen kann?

00:24:43: Die hormonelle Therapie ist tatsächlich bei der Endometriose die einzige langfristig kausale Therapieoption, die man hat.

00:24:53: Das heißt es gibt schon die Möglichkeit wenn man jetzt sagt man möchte am liebsten ganz auf Hormone verzichten und man sieht einzelne Herde im Bauchraum dass man die chirurgisch entfernt und dann auch natürlich eine deutliche Beschwerde-Besserung eintritt Bei einigen Patienten lange anhalten, häufig kommt es aber ohne hormonelle Therapie dann eben doch zu einem Rezidiv.

00:25:18: Und um das wirklich das Fortschreiten der Erkrankung längerfristig zu verhindern ist tatsächlich eine hormonelle Terapie in der einen oder anderen Form die einzige Möglichkeit.

00:25:29: Aber ich sage in der Einen- oder Anderen Form weil's natürlich da auch ein sehr breites Spektrum gibt Inzwischen und dass eben nicht nur verschiedene Pillenpräparate gibt von denen es eben sicherlich für jede Patientin einzelne gibt, die schlechter passen und vielleicht aber auch manche gibt.

00:25:47: Die besser passen.

00:25:49: Und aber eben auch andere Applikationsformen der Hormontherapie beispielsweise eine Hormonspirale oder ein Vaginaring oder was auch immer.

00:25:59: Da kann man denke ich schon in einem guten ärztlichen Gespräch für die meisten Patientinnen Wege finden, die doch gut verträglich sind mit dem was die Patienten sich vorstellt.

00:26:11: Kann es dann sein dass Frauen die jetzt wie Anja auch beispielsweise von jungem Alter an schon hormonelt verhütet haben und vielleicht auch weiter verhüten weil sie beispielsweise kein Kinderwunsch haben oder aus anderen Gründen gar nicht merken das sie eine Endometriose haben?

00:26:25: Ja, klar.

00:26:26: Das kann schon sein dass dann so eine Endometriose tatsächlich in so einer Situation auftritt wie wir vorhin gesagt haben.

00:26:32: wenn eben Kinderwunsch eintritt und man eine entsprechende Hormontherapie absetzt oder eine hormonelle Verhütung absetzt das dann die endometrioso auch erstmals auftritt Dann ist es häufig natürlich nicht so klar ob die dann schon länger geschlummert hat Und dann wirklich neu auftrit oder ob sie eben wirklich neu auftritt.

00:26:51: aber klar das ist eine situation die wir häufiger mal sehen.

00:26:54: Und Thema Operation, für wen ist das denn überhaupt dann sinnvoll?

00:26:57: Würden Sie das grundsätzlich allen Patientinnen am Anfang erzählen um einmal so ein bisschen aufzuräumen im Bauchraum oder ist da schon sehr individuell zu entscheiden wer eine Operation haben sollte.

00:27:07: endometriose Herden fernzulassen.

00:27:09: Das ist auf jeden Fall eine sehr individuelle Entscheidung, es war so früher war man da tatsächlich relativ schnell bei der Hand damit zu sagen man sollte auf jeden fall zumindest am Anfang einmal so ne Bauchspiegelung machen um entsprechend die Diagnose zu sichern und erst mal soweit aufzuräumen in Anführungszeichen wie es geht.

00:27:26: Inzwischen ist es aber so dass man sagt das man eigentlich versuchen sollte im Patientin leben möglichst wegen der Endometriosis nur eine Operationen durchzuführen und die dafür gut geplant.

00:27:40: Und dann eben auch mit dem Ziel wirklich alle Endometriose zu entfernen, denn es ist beispielsweise so wenn man jetzt eine Endometrioser hat etwas ausgedehnter ist im Bauchraum und die vielleicht in einer kleinen ambulanten Operation nicht komplett entfernt werden kann, weil man sieht das dann eben doch irgendwie was am Darm ist.

00:28:00: Was man vorher vielleicht nicht gewusst hat.

00:28:01: Weil man nicht genau gut genug geschaut hat oder mit der Patientin gesprochen hat oder weil es einfach nicht zu sehen war.

00:28:07: Und man stellt es dann während der Operation fest und hat aber eigentlich nur eine kleine ambulante Operation geplant.

00:28:13: Hat keine Chirurgen dabei, die einen unterstützen könnten.

00:28:16: wenn man an den Darm gehen muss oder sowas muss die Operation abbrechen.

00:28:21: Dann weiß man, dass man dann eben auch in der unmittelbaren Zeit danach ganz schlechte Chancen hat diese Operation zu komplettieren und das man mindestens ein halbes Jahr oder einen Jahr warten muss bevor man wieder im Bauch operiert weil natürlich jede Operation auch wieder neue Verwachsungen und andere Probleme mit sich bringen kann.

00:28:42: und deswegen ist es auf jeden Fall immer das Ziel vor der OP ein möglichst gutes Bild von der Patientin macht und dann eben die Operation auch so zu planen, dass man wirklich alles entfernen kann.

00:28:58: Und um das zu erreichen, ist es so dass wir eben bei allen Patientinnen die Komplexe Beschwerden haben oder in Ultraschalt und der klinischen Untersuchung einen ausgedehnten Befall haben mit möglicherweise auch mehreren Organsystemen also typischerweise dem Darm oder auch der Blase.

00:29:15: Dass wir bei all diesen Patienten dann bevor wir die Behandlung starten eine interdisziplinäre Fallkonferenz abhalten Das machen wir immer einmal im Monat gemeinsam mit den Allgemeinschirurgen, der Radiologie und der Schmerzmedizin.

00:29:30: Und dann eben noch andere angrenzenden Fachabteilungen wie der Urologie wenn es darum geht eben andere Organsysteme abzudecken.

00:29:37: Wir setzen uns zusammen in dieser Fallkonferenz schauen uns alle Bilder an.

00:29:43: jemand aus der Sprechstunde meistens ich, stellt eben dann den klinischen Fall vor und wir überlegen gemeinsam ob eine OP sinnvoll ist oder ob es andere Möglichkeiten gibt.

00:29:54: Und wenn wir sagen wir würden eine OP empfehlen oder anbieten wie wahrscheinlich das ist dass eben tatsächlich beispielsweise auch am Darm was operiert werden muss und können dann eben schon in der Konferenz festlegen dass wir dann eben gemeinsam mit den Chirurgen operieren um eben sicherzustellen dass wir wirklich alle dann an einem Tisch haben, um wirklich auch eine vollständige Sanierung zu erreichen.

00:30:16: Denn es ist für die Patientinnen sehr nachteilhaft wenn man so sequenziell immer wieder operiert.

00:30:21: das macht häufig das Ganze immer schlimmer und ja wir sehen da oft leider wirklich Patienten die starke Beschwerden haben weil sie in teilweise halbjährlichen Abständen Bauchspiegelungen bekommen und dass aber letztlich nicht zielführend ist.

00:30:38: Das spricht ja wahrscheinlich auch sehr dafür, dass man an ein Zentrum geht.

00:30:41: An eine Expertise zu dem Thema.

00:30:44: Genau also ich denke ganz ganz wichtig ist erst mal das man wirklich entsprechend beraten wird.

00:30:50: Es ist aus meiner Sicht des A und O Und dann kann man die Frage wo man sich operieren lassen möchte Auch ein bisschen davon abhängig machen was bei dieser Beratung rauskommt.

00:31:01: Wenn es so ist das in irgendeiner Weise absehbar ist das möglicherweise da mehrere Organsysteme befallen sein könnten und man daran einen Eingriff vornehmen muss, beispielsweise an der Blase oder den Darm.

00:31:13: Dann würde ich immer sehr stark dafür plädieren, dass man tatsächlich an einem Zentrum oder einer endometriose Klinik operiert wird um das eben auch sicherzustellen, dass das wirklich alles eine runde Sache ist und nicht so hin- und her ergibt oder so ne endlosen Rattenschwanz von Behandlungen weil es immer Stückwerk bleibt was man macht.

00:31:33: Anja du hast ja gesagt Du musst jetzt gar keine hormonellen Mittel mehr quasi um die Endometriose in Schacht zu halten, sag ich mal.

00:31:40: Was hast du denn für dich so gefunden?

00:31:42: Was dir hilft im Alltag?

00:31:44: Also erst einmal möchte ich dazu sagen, dass mir das schon sehr bewusst war, die Hormone nicht zu nehmen, wie Dr.

00:31:49: Sheffi mich schon gesagt hat.

00:31:51: Ich habe gerade keine Therapie, die das Ganze was in mir wächst ins Schacht hält.

00:31:57: Ist also nichts, was man so leichtfertig mit scheint.

00:32:01: Natürlich kann man jederzeit mit Hormonen anfangen.

00:32:03: Das ist nicht das Problem.

00:32:04: Aber es war bei mir eine sehr bewusste Entscheidung gegen den Rat auch.

00:32:09: Ich habe für mich einen guten Weg damit gefunden, finde ich.

00:32:11: Aber das muss jeder für sich gut abwägen, ob das vielleicht noch nichts für jeden.

00:32:17: Ich hab ziemlich schnell eigentlich eine Reha beantragt.

00:32:21: Das war auf jeden Fall super viel wert.

00:32:23: ganz viele Hinweise da bekommen, was ich für mich selber tun kann.

00:32:27: Ob das jetzt Aquagymnastik ist?

00:32:30: Ob das Yoga ist?

00:32:31: Selbstmassagen habe ich da gelernt von dem Bauchraum, denn ja nicht nur die Indimitriose sind ein Problem sondern halt auch die Verwachsungen, die dann entstehen durch die OP's Und das kann man auch selber sehr gut spüren und diese Verwachsungen eben auch versuchen, ein bisschen zu lösen.

00:32:45: Denn die machen Schmerzen.

00:32:47: Ich habe was zur Ernährung gelernt.

00:32:48: Ich hatte eine Ernährungsberatung.

00:32:50: Da bin ich nachher noch weiter beigeblieben.

00:32:52: Also ich hab festgestellt es bei mir zum Beispiel Fleisch diesen Endo-Belly auslöst also dass man so innerhalb von wenigen Stunden einen riesengroßen Bauch bekommt.

00:33:03: Die haben den man plötzlich aussitzt wenn man im sechsten siebten Monat schwanger.

00:33:08: Der war jetzt nicht einfach Weg geht, indem man mal zur Toilette hingeht oder so.

00:33:13: Man sagt ja dann dauert das eine Stunde, dass es weg ist.

00:33:16: Das dauert wirklich lange bis es wieder weggeht.

00:33:19: Aber das war halt auch ein Ausprobieren.

00:33:21: Wir haben es getestet und festgestellt.

00:33:23: ich glaube, das kann nicht damit verbinden also lasse ich es weg.

00:33:25: Und durch diesen Auslassversuch habe ich gemerkt Ja bei mir hat Triggered, das ist halt eben.

00:33:29: Ich bin ziemlich von Weizen weggegangen bei der Ernährung.

00:33:32: Mein Mann backt für mich zum Glück regelmäßig Sauerteigbrot!

00:33:37: Auch das ist ja so fermentierte Lebensmittel, die sind auf jeden Fall auch was gut für die ganze Damen gesünder.

00:33:43: Ich habe das Gefühl sich mit selbst zu beschäftigen und sich selbst auch etwas Gutes zu tun hat mir auf jeden fall auch gut geholfen.

00:33:50: Das ist z.B.

00:33:51: dieser Punkt der Ernärung, dass es... Es gibt mir selber auch immer einen Gefühl Und gab's vorher auch schon was für mich selbst zu tun und mich selbst mein Leben ein bisschen in den Griff zu haben.

00:34:01: Die Kontrolle über die Erkrankung, nicht die Erkrankungen?

00:34:03: Die Kontrollen über dich so ein bisschen ...

00:34:05: Genau!

00:34:05: Ich habe Atemübungen gelernt, ich hab' die Endo-App genutzt und das ist auch was, dass man sich von der Krankenkarte verschreiben lassen kann.

00:34:14: Auch da hab' ich viele Informationen über dieerkrankungen selbst bekommen.

00:34:17: also einfach nur das Wissen über diese Erkrankung, das hilft natürlich auch schon, dass Man selber weiß okay jetzt hab', ich plötzlich die Sondierne beschwerden ja das könnte auch damit zusammenhängen Ich habe das beschwerten, was kann ich dann machen?

00:34:32: Da hab' ich Übungen gelernt.

00:34:33: So wie Akupressur zum Beispiel.

00:34:35: Mir selber hilft z.B.

00:34:36: Wärme überhaupt nicht.

00:34:37: Das macht's für mich irgendwie noch schlimmer aber ich komme ziemlich gut mit Kälte tatsächlich klar.

00:34:42: also das hilft mir schon.

00:34:43: Ich lege mich jetzt nicht in den Eisbad, mach ich auch nicht.

00:34:46: Aber ja wenn ich halt eben so eine Schmerzattacke habe dann eben nicht in der wärmsten Umgebung zu sein zum Beispiel sehr stark auf mein Kleiderstil geachtet.

00:34:56: Das ist jetzt zum Glück auch nicht mehr ganz so wichtig, also ich bin ziemlich schnell von den High-Waste Jeans weggekommen und bin dann hin zu Legends die eine Nummer größer sind als ich eigentlich brauche gekommen weil einfach dieser Druck auf dem Bauch dann weniger wird.

00:35:10: und da hat doch das Gefühl immer wenn schon der Druck so da war und dann habe ich noch was dass noch mehr Druck macht, dann wurde es halt einfach auch noch schlimmer angefangen vor gutem Jahr mit der Teil, der trans-analen Irrigation.

00:35:24: Ich mache jeden Abend Einläufe mit warmem Wasser.

00:35:28: Das hat mir extrem geholfen gegen diese Durchfälle, die ich dann jeden Tag hatte.

00:35:32: Das ist komplett weg.

00:35:33: Dadurch ist halt auch dieser Druck im Bauch halt komplett weg?

00:35:36: Das war eine Überwindung!

00:35:38: Ja genau, aber das war auf jeden Fall viel wert.

00:35:43: Ich gehe regelmäßig zur Selbsthilfegruppe und tausche mich damit den anderen aus.

00:35:48: Stress, maximal Versuch zu reduzieren.

00:35:51: Natürlich ist das immer so ein Stressreduzieren.

00:35:54: Das ist einfacher gesagt als getan.

00:35:56: Aber ich habe vor einem Jahr mal einen Job gewechselt und das hatte auch extremen Einwirkungen mit auf meinen Schmerzen, von denen ich ja wusste dass die stressgetriggert sind.

00:36:06: also in Zeiten in denen bei mir zu Hause oder auf der Arbeit viel los war und ich das fühlerte mich überrollt alles, dann war noch meine Schmerzen viel schlimmer.

00:36:16: Sehr vorbildlich!

00:36:17: Also ich glaube da kann man schon weiß ich nicht aus medizinischer Perspektive sagen... Alles was irgendwie möglich ist hat man versucht wahrscheinlich ne?

00:36:24: Ja ja das ist auch in den Leitlinien steht ja auch drin so jetzt neu oder hinzugekommen sowas wie Akkupunktur Physiotherapie Yoga Das sind hier alles Dinge die noch dazugekommen sind oder empfohlen werden.

00:36:35: Patientinnen Ich mein es ist natürlich mal viel Arbeit Aber wahrscheinlich schon auch was, was auch Wirkung zeigt oder?

00:36:41: Ja auf jeden Fall.

00:36:42: Also, da muss man wahrscheinlich einfach so ein bisschen für sich den Weg finden und ausprobieren.

00:36:45: Aber es ist natürlich auch sehr viel Arbeit wenn man eigentlich ja nichts dafür kann was man da jetzt vom Universum gegeben bekommen hat mit dieser chronischen Erkrankung.

00:36:54: Was is denn?

00:36:55: Wenn man jetzt quasi Nichts macht!

00:36:57: Was ist denn so das Schlimmste was passieren kann bei Endometriose?

00:37:00: also Jetzt ist ja eine chronische Erkrankung verringert die Lebenszeit was sind so?

00:37:05: wie sind Da die Studien zu was endometriosis lang Zeitmäßig macht?

00:37:11: Also primär ist es eine Erkrankung, die... sich im Körper ausbreitet und teilweise auch invasiv wächst, das heißt wir sehen tatsächlich bei schweren Befall dass eben entsprechend endometriose Herde auch durch verschiedene Schichten durchgehen können also in den Darm hineinwachsen können oder sowas.

00:37:30: Und eben dadurch dass sie eben auch an verschiedensten Stellen auftritt eben auch nicht räumlich begrenzt ist.

00:37:36: aber trotzdem ist es natürlich jetzt nicht eine Erkrankung die jetzt wie ein Krebs leiden wirklich im eigentlichen Sinne metastasiert und dann eben ferne Organe befällt, und da zum Funktionsausfall führt.

00:37:49: Und dadurch eben tödlich sein kann wie eine Krebserkrankung.

00:37:55: Aber es ist natürlich eine Erkrankung die chronisch ist, wie ich vorhin schon gesagt habe – sehr starken Leidensdruck verursacht!

00:38:04: Was ist das Schlimmste was passieren kann?

00:38:06: Wir wissen natürlich dass es negativen Einfluss auf die Fertilität haben kann.

00:38:12: Das heißt, wenn man jetzt eine junge Patientin hat die eben ja schon mit Beginn letztlich der Periodenblutung im jungen Erwachsenenalter schon in einer Endometriose hat und man eben da das Ganze nicht irgendwie ärztlich begleitet.

00:38:26: Und nicht in irgendeiner Weise dagegen hält und behandelt Kann das natürlich schon dazu führen im Verlauf der nächsten fünf oder zehn Jahre, dass sich entsprechende endometriose Herde- oder Verwachsungen so stark bilden, dass diese Frau dann nicht mehr spontan schwanger werden kann.

00:38:42: Weil zum Beispiel die Eierstöcke zu stark verwachsen sind und die Gebärmutter mit Endometrioso durchsetzt ist?

00:38:48: und sich da spontan keine Schwangerschaft mehr einnistet.

00:38:51: Und häufig auch im Rahmen von der Kinderwunschbehandlung, dass dann sehr schwierig sein kann dieser Frau eben eine Schwangersschaft zu ermöglichen.

00:38:58: das heißt eine ungewollte Kinderlosigkeit kann sicherlich Folge sein von der Endometriose.

00:39:04: Und das kann für viele Patientinnen wirklich ein Lebenstrauma sein, also dass es nicht so was ja was manche Leute eben haben und anderen nicht so wichtig ist sondern das unerfüllter Kinderwunsch ist natürlich eines der ganz großen Themen unserer Zeit.

00:39:22: ganz, ganz schlimmes Thema für diejenigen, die davon betroffen sind.

00:39:25: Und das sind gar nicht wenig Menschen!

00:39:27: Das wäre eine Sache.

00:39:29: und die andere Sache ist eben schon dass eine tief infiltrierende Enometriose also eine Enomertriose, die beispielsweise den Darm oder die Blase befällt.

00:39:38: Die kann natürlich auch dazu führen eben entsprechend auch die Verdauung nicht mehr richtig arbeiten kann.

00:39:44: Und da, das fängt an bei jetzt relativ harmlosen Verstopfungsbeschwerden oder dem genannten Endo Belli der sehr, sehr unangenehm ist aber jetzt nicht im eigentlichen Sinne gefährlich und das kann aber natürlich letztendlich auch im schlimmsten Fall dahin führen dass der Darm wirklich nicht mehr richtig arbeiten kann und man da tatsächlich dann auch zu einer Krankenhausbehandlung vor dem Hintergrund gezwungen.

00:40:10: Das Gleiche gilt letztlich auch für das Hahn ableitende System,

00:40:13: d.h.,

00:40:14: wenn der Urin nicht mehr die Uretheren, also die Hahnleiter passieren kann weil er durch Enometriose verengt ist oder durch Verwachsungen kann auch das sich in den Nieren zurückstauen und auch die Nieren können dann ihre Funktion einstellen nach einer gewissen Zeit.

00:40:30: Das ist nichts, was von jetzt auf gleich passiert.

00:40:33: Wo man irgendwie jetzt Angst haben muss dass einem plötzlich dieses Schicksal droht sondern ist einfach etwas wenn eben man über viele Jahre hinweg vielleicht einerseits auch von Patientin Seite die Beschwerden übergeht und vor sich selber vielleicht auch abtut aber leider eben auch.

00:40:49: manchmal werden die Beschwerten zwar bei Erzkontakten genannt werden, aber dann nicht ernst genommen werden und die Diagnose eben deswegen nicht gestellt wird und keine richtige Behandlung eingeleitet wird.

00:41:01: Und deswegen ist es wichtig dass immer mehr Menschen was über Endometriose lernen und insbesondere auch wir von ärztlicher Seite eben die Erkrankung ernst nehmen und dann die Patientinnen auch dauerhaft gut begleiten.

00:41:14: Thema Kinderwunsch haben wir jetzt ja schon an mehrerer Stelle angesprochen.

00:41:16: Sie haben jetzt gerade gesagt, das ist so eins der Hauptthemen die auch auf Dauer sehr belastend sein können und wo die Endometriose wirklich große Einwirkungen hat.

00:41:25: heißt es in dem Unkehrschluss auch ich habe endometriosis und gleichzeitig bin nicht quasi unfruchtbar?

00:41:30: oder ist das nicht was was immer kausell zusammenhängt?

00:41:34: Nein das ist nicht immer so.

00:41:35: also endometrioses einer von vielen gründen die zu einem unerfüllten kinderwunsche beitragen können.

00:41:42: Umgekehrt gibt es aber natürlich auch Gott sei Dank viele endometriose Patientinnen, die trotz der Endometriase ganz normal schwanger werden können.

00:41:50: die dann häufig auch berichten, dass ihre Endometriose mit Eintritt der Schwangerschaft die Beschwerden deutlich nachgelassen haben.

00:41:57: Also das ist schon häufig so, dass man trotzdem zum Glück noch schwanger werden kann.

00:42:01: Das ist also kein Ausschlusskriterium und umgekehrt gilt dieser Zusammenhang natürlich auch nicht denn eine unerfüllte Kinderlosigkeit kann ganz viele Ursachen haben wo dann auch die Endometrikose nur ein beitragender Faktor sein kann.

00:42:17: Das war ja für dich bestimmt auch, als das erst mal so deine Ursache.

00:42:20: War ja ein bisschen der Kinderwunsch, der unerfüllte, weswegen überhaupt die Endemitriose dann diagnostiziert wurde was alleine ja schon psychisch sicherlich nicht so einfach war.

00:42:29: und dann dieser Umgang mit der Erkrankung, dass du jetzt alles machst wie ist das denn für dich generell?

00:42:35: Die psychische Belastung durch eine chronische Erkrankung Wie gehst du damit um neben dem was du alles physisch tust?

00:42:41: dafür?

00:42:42: Ja, es gab Zeiten in denen war das fast so ein Vollzeitjob tatsächlich.

00:42:46: Also ich muss sagen, ich hatte halt total viele Unterstützung von meinem Umfeld.

00:42:50: Mein Partner hat mich total dabei unterstützt.

00:42:52: Der war echt bei allem dabei.

00:42:54: Von er holt meine Schmerzmittel zu ... Er kann mir schon ansehen, dass irgendwas heute nicht stimmt und lässt mich einfach auch in Ruhe.

00:43:01: Genau so meine Familie, die das akzeptiert hat, wenn ich mich dann einfach mal mit einem Familientreffen zurückgezogen hab Ich grade einfach nicht mehr konnte und dann hat auch niemand einen dummen Spruch gemacht oder mich gefragt, wo warst du schon wieder?

00:43:17: Oder so was.

00:43:18: Es war immer nur ein Braust.

00:43:19: du noch etwas?

00:43:20: Kann ich was für dich tun?

00:43:21: Nein!

00:43:22: Okay... Da hab' ich zum Glück super viel Unterstützung bekommen.

00:43:25: aber ich muss auch sagen es gab Zeiten in denen ich wirklich auch Angst hatte Ja, zur Veranstaltung zu gehen.

00:43:32: Panikattacken hatte wenn ich meine Schmerzmittel nicht dabei hatte weil ich einfach nie wusste wann kommen jetzt die Schmerzen?

00:43:38: wie schlimm ist das?

00:43:39: Ich habe regelmäßig nachgeguckt wie viele Schmerzemittel ich bei mir gerade trage.

00:43:43: reicht das für diesen Tag?

00:43:46: werde ich damit auskommen wenn es losgeht?

00:43:49: Das ist ja auch was das ein irgendwie auch belastet überhaupt das Leben zu starten.

00:43:54: Ich hab mein Job gewechselt.

00:43:55: Vor meinem Jobwechsel war ich jeden Monat, habe ich zwei, drei, vier Tage eigentlich zu Hause wie so ein Schrimp auf dem Sofa gelegen oder oft genug tatsächlich aufm Badezimmerfußbohnen weil das ist der einzige Ort, an dem ich es ausgehalten habe.

00:44:08: und wenn man dann seinen Job wechseln möchte und schon weiß, man ist jeden Monats drei Tage krank, soll man das erklären?

00:44:14: Wer möchte einen denn haben?

00:44:16: Und in einer Position, in der man ja auch das Unternehmen irgendwo repräsentieren muss.

00:44:21: Das hat ... auch total viel Druck bei mir aufgebaut, weil ich dachte ... Ich hab ja gar keinen Ausweg.

00:44:26: Ich bin hier gefangen in dem, was ich gerade mache.

00:44:29: Ich hatte eine Schmerztherapie gemacht.

00:44:32: Auch da muss man erst mal hinfahren.

00:44:34: Das ist nichts, was bei mir zehn Kilometer von meinem Wohnort entfernt war.

00:44:37: Da fährt man ein Stück.

00:44:39: Das muss mit der Arbeitszeit passen und sich freinehmen.

00:44:43: In einer Zeit, in der ich noch Schmerzinfusionen bekomme, hab ich nicht so gut vertragen.

00:44:48: So hab ich das wieder beendet.

00:44:51: Da fährt man hin, dann sitzt man da eine Stunde oder auch noch länger.

00:44:56: Dann muss man sie erst mal wieder sammeln und fährt zurück.

00:44:59: Der ganze Tag ist irgendwie ... alles dreht sich nur um diese Erkrankung.

00:45:03: Wie bist du rausgekommen?

00:45:04: Also mental?

00:45:05: Ich hab mir versucht selber die Sicherheit zu geben.

00:45:08: Meine Familie hat viel dazu beigetragen.

00:45:11: Ich wusste irgendwann, ich kann mich auf bestimmte Sachen verlassen.

00:45:15: Ich habe Schmerzmittel, die helfen mir.

00:45:16: Ich hab Europiate genommen.

00:45:19: Wenn nichts mehr hilft, aber die helfen.

00:45:21: Ich wusste auch was mich zum Beispiel müde macht.

00:45:23: also wenn man dann im Susi Buskupan nimmt oder so von was kann ich total schnell schlafen?

00:45:28: Das ist natürlich... das hilft eben nicht wenn man gerade unterwegs ist Aber es hilft zumindest gegen die Schmerzen weil ich dann weiß Dann schlafe ich und ich krieg's nicht mehr mit.

00:45:35: Also ich hatte immer irgendwie einen Ausweg.

00:45:37: Mein Partner hat mich unterstützt.

00:45:39: Ja es gab Zeiten in denen wollte ich halt tatsächlich ohne ihn auch nirgendwo hingehen.

00:45:43: Aber er hat das halt mitgemacht, das muss man sehen.

00:45:46: Er hat mich dann unterstützt und ich wusste... Ich werde heute nicht nach Hause fahren müssen wenn ich nicht kann oder er holt mich überall ab und lässt mir das Auto stehen ist egal weil es da noch Momente gab in denen ich selber kein Auto mehr fahren wollte weil ich mir das selbst nicht mehr zugetraut habe.

00:46:03: ich dann irgendwie einen Kreislaufkolaps bekommen oder ähnliches.

00:46:07: Ja, da macht das Umfeld sehr viel aus, ne?

00:46:09: Das ist natürlich sehr wertvoll wenn das da unterstützt nicht immer selbstverständlich.

00:46:12: Wie ist es denn, wenn wir Patienten bei uns in der Klinik haben Ich meine Bei Krebsdiagnosen wird ja direkt eine psychosoziale Beratung meistens mit ins Boot geholt Ist das endometriose auch schon Standard?

00:46:22: Oder empfiehlt man das einfach Patientinnen?

00:46:24: dann in dem Fall Also wir empfehlen eigentlich allen Patienten, die einen relevanten Leidensdruck haben von der Endometriose und das sind natürlich die meisten.

00:46:33: Empfehlen wir auch eine multimodale Schmerztherapie oder eben eine Vorstellung in der Schmerzzambulanz.

00:46:39: Und dass ist ein Ansatz.

00:46:40: eben.

00:46:40: diese multimodales Schmerztherapie impliziert schon, dass da eben auch entsprechende psychische, psychosoziale, psychosomatische Faktoren eine wichtige Rolle spielen und das mit in den Blick genommen wird.

00:46:54: Und dann eben auch natürlich weiter geschaut werden kann, ist das was noch stärker in der Tiefe eben auch behandelt werden sollte in Form von einer Psychotherapie oder wo eine Psychotherapien unterstützend wirken kann, denn es ist natürlich so dass diese langjährigen Schmerzen sind natürlich auch eine psychische Wunde die damit der Zeit irgendwie immer tiefer wird wenn man da eben noch auf sich alleine gestellt ist oder keine wirksame Behandlung gefunden hat bisher.

00:47:24: und dem wird eben dadurch Rechnung getragen das diese multimodale Schmerztherapie ein ganz ganz wichtiger Aspekt in der Behandlungen von den endometriose Patientinnen.

00:47:34: Wir könnten noch stundenlang weiter reden über das Thema.

00:47:36: Ich hab auch noch theoretisch ganz viele Fragen, aber ich glaub wir müssen langsam mal Richtung Ende kommen.

00:47:39: Bevor wir noch zu den Fragen aus unserer Community kommen die auch sehr zahlreich sind würde ich gerne wissen sowohl von dir Anja als auch von Ihnen Herrn Schäfkin was ist so der Wunsch ein bisschen?

00:47:48: Vielleicht an die Gesellschaft ans Umfeld einem Menschen die auch Gott sei Dank vielleicht nicht betroffen sind zum Thema endometriose Anja Was willst du dir wünschen was so'n bisschen mehr vielleicht ja ankommt bei allen zu dem Thema oder was hättest du dir auch gewünscht wie vielleicht der umgang ist?

00:48:00: Nicht vor einer persönlichen umfeld war es ja Gott sei dank sehr Verständnisvoll war.

00:48:04: Aber auch von erziger Seite, gesellschaftlicher Seite wie mit dem Thema Inometriose umgegangen wird?

00:48:09: Ich

00:48:09: glaube das ist wichtig für unsere Gesellschaftes zu lernen dass wir Erkrankungen die wir nicht sehen können trotzdem ernst nehmen müssen.

00:48:18: dazu gehört ja die Inometrioza aber auch alles was so mit psychischen Erkränkungen zu tun hat.

00:48:22: Auch diese Leute werden ja oft genug nicht ernst genommen.

00:48:24: Dass wenn jemand wiederholt Beschwerden äußert und sich sicher ist Das etwas nicht stimmt dass man diese Person irgendwo auch ernst nimmt.

00:48:34: Und ich weiß, das ist unser Gesundheitssystem, das aber leider oft genug einfach nicht hergibt.

00:48:38: Dass auch wenn Ärzte wollen würden, dass sie oft gar keine Chance haben.

00:48:44: Weil die Zeit dafür fehlt oder auch das Wissen und was man ihnen ja nun auch nicht angreifen kann immer weil naja wer soll denn bitte alles und jeden kennen?

00:48:55: Das würde ich mir einfach irgendwie wünschen, dass wir mehr Verständnis für verschiedene Leute aufbringen und Menschen auch einfach dann erst mal zuhören bevor wir sie verurteilen.

00:49:04: Und was würdest du betroffenen auf den Weg geben?

00:49:07: Also wenn jetzt vielleicht eine junge Frau zuhört oder auch eine Frau schon die offensichtlich mit dem Thema Kinderwunsch beschäftigt, was würdest du Betroffenen gerne mitgeben, wenn du nochmal mit dir selbst vielleicht auch reden könntest in der Zeit als das bei dir aufkam?

00:49:19: Also erstmal mich selber auch gerne sagen bleibt dabei Du hast schon so viel durchgestanden.

00:49:26: Du hast diese ... Schon so viele Jahre gelitten, jetzt schaffst du es auch noch ein bisschen weiter und dann hast du dich irgendwann rausgekämpft.

00:49:33: Irgendwann hat man es vielleicht auch ... Ich hoffe für alle dass sie's irgendwann mal geschafft haben!

00:49:38: Und jeder sollte auf sein Bauchgefühl hören Wenn er Bauch sagt und genau das ist ja meine Matriose der wichtigste Teil Irgendwas stimmt hier nicht Dann stimmt auch wirklich etwas nicht.

00:49:49: Wir müssen unsere eigene Anwalt werden Ja, der Profi für unsere eigene Krankheit werden.

00:49:55: So haben wir auch die Chance anderen, die eben nicht so viel Ahnung haben zu erklären dass es gerade ein Problem gibt und vielleicht auch woran das Problem ja voransgrade vielleicht auch liegen kann, sodass man dann gezielten Unterstützung bekommt, die wirklich speziell auf diese eine Sache dann auch erzählt.

00:50:11: Herr Schäfken was würden Sie betroffenen mitgeben aus ärztlicher Perspektive?

00:50:15: Die vielleicht grade das hören und sich unsicher sind habe ich eine Metriose oder nicht?

00:50:19: Was sollt ich tun?

00:50:20: Also ich würde alle Frauen dazu ermutigen wollen, dass sie offen darüber sprechen.

00:50:26: Ich weiß das es nicht einfach ist weil leider eben alles was mit Frauengesundheit im Allgemeinen und Menstruationen im Spezifischen zu tun hat leider immer noch sehr stark tabuisiert ist und dass er sich langsam wandelt.

00:50:40: Trotzdem würde ich alle dazu ermutigen, dass sie eben Menschen finden mit denen Sie da eben offen drüber sprechen können.

00:50:46: Das können vielleicht im allerersten Schritt niederschwellig angehörige Freundinnen und Freunde sein den man sich anvertraut aber dann auch den Schritt zu gehen ganz konkret das bei ärztlichen Kontakten anzusprechen die Vermutung hat, dass man vielleicht an einer Endometriose leiden könnte und hier dann auch wenn man das Gefühl hat, daß man nicht ernst genommen wurde oder vielleicht einfach nicht mit der notwendigen Kompetenz angeschaut wurde.

00:51:16: Dass man dann auch hartnäckig bleibt bis man das Gefühle hat, das man tatsächlich mit seinen Beschwerden auf offene Ohren getroffen ist und das ganze entsprechend auch wirklich fachkundig irgendwie abgeklärt wurde.

00:51:29: Und ich denke, das ist wirklich der allerwichtigste Schritt.

00:51:32: Dass man irgendwie das Gefühl gewinnt, dass man eben nicht alleine gelassen ist mit den Beschwerden und nicht irgendwelche Abnormen oder Verrücktenbeschwerden hat die man sich einbildet wie einem vielleicht manche Leute suggerieren wollen sondern dass man tatsächlich eben das Gefühl hat hier das wirklich fundiert abgeklärt wurde ist etwas, wo ich eben die Patientin zu ermutigen möchte.

00:51:55: Dass sie tatsächlich sich Hilfe holen und einen Ort suchen, wo Sie sich gut betreut fühlen.

00:52:01: Dass das Thema so viele ja interessiert haben wir auch gebergt an den Fragen-News noch erreicht haben.

00:52:05: Das machen wir jetzt nochmal schnell zum Ende damit natürlich alle, die uns geschrieben haben, ihre Antwort bekommen.

00:52:09: da würde ich jetzt noch mal an Sie die Fragen richten Herr Schäfkin Nachgefragt – Fragen aus der Community Und zwar eine unserer Fragen, Endometriose und Steißbeinschmerzen.

00:52:21: gibt es da einen Zusammenhang?

00:52:23: Das gibt es manchmal.

00:52:24: Also endometriosischmerze können in alle möglichen Körperregionen ausstrahlen oder auch an allen möglichen Körperregionen sitzen, und da gehört schon das Steiß-Bein zu den Lokalisationen dazu wo das gar nicht so selten ist.

00:52:36: Bei einer Entfernung der Gebärmutter ist dann quasi die Heilung der Endometriose möglich also gleich... Gebärmutter ist weg, gleich Endometryose weg ist was ein Zusammenhang?

00:52:45: Nein, leider nicht.

00:52:46: Also die Entfernung der Gebärmutter kann manchmal zu einer Beschwerdebesserung führen.

00:52:51: wenn die Endometriose primär die Gebärmutter befällt dann kann die Entfernung der Gebäermutter... In manchen Fällen helfen in anderen leider auch nicht.

00:53:00: Wenn aber die Endometriose primär an anderen Stellen des Bauchraums lokalisiert ist, wie zum Beispiel die Eierstöcke als häufige Lokalisationsform dann würde wahrscheinlich auch die Entfernung der Gebärmutter keine Besserung bringen.

00:53:11: Wir hatten das Thema vorhin schon.

00:53:12: Wechseljahre wenn die endometriosen wechseljahren noch sein sollte wir haben ja gerade gehört kann passieren sind die Therapiemöglichkeiten dann ähnlich zu Vor den Wechseljahren oder gibt es da nochmal andere Therapiemöglichkeiten in den Wechseljahren?

00:53:25: Das ist im Wesentlichen vergleichbar.

00:53:26: Es könnte sein, dass vielleicht in den wechseljahren dann tatsächlich sogar stärker noch alternative Therapien in den Vordergrundrücken- oder Symptomatische Therapien weil man vielleicht nicht mehr so die Sorge hat, dass das Ganze wenn man jetzt keine Hormontherapie hat so richtig stark pro Krediant ist aber im wesentlichen sind die Grundsäulen der Therapie ähnlich.

00:53:48: Dann haben wir noch die Frage gekriegt, was wir im UKM denn dafür tun für die Endometriose zu forschen.

00:53:52: Also wie ist das am UKM?

00:53:54: Forschen wir ja an endometrioso Diagnostikbehandlung

00:53:57: etc.?

00:53:57: Ja, wir forschen tatsächlich sehr viel auf verschiedenen Ebenen und ich war jetzt gerade am Donnerstag und Freitag beim Kongress der Europäischen Endometrioase Gesellschaft und da haben wir auch Forschungsergebnisse von uns präsentiert.

00:54:10: vielleicht kann ich ein konkretes Beispiel nennen Beteiligen uns zum Beispiel als eines von drei Zentren an der Step-up Studie.

00:54:18: Das ist eine Studie, die wir hier gemeinsam mit der Abteilung für Schmerzmedizin machen unter Leitung von Professor Pogacki Zahn und das ist ein Studio wo es darum geht eben zu verstehen warum manche Patientinnen wenig augenscheinlichem Endometriose-Befall sehr, sehr starke Beschwerden haben können.

00:54:37: Und bei anderen ist es vielleicht umgekehrt.

00:54:38: und das ist eine Studie wo wir die wir den meisten Patientinnen anbieten, die bei uns operiert werden und da arbeiten wir mit Kollegen zusammen im Clemens Hospital hier in Münster und der Charité in Berlin.

00:54:54: grundlagenwissenschaftliche Labor der Frauenklinik Unterleitung von Professor Martin Götte, die eben tatsächlich wirklich auf Zellebene anfangen zu versuchen.

00:55:05: Die Prozesse der Endometriose zu verstehen und wirklich zu schauen was ganz genau eben nur der kleinsten Teilchen im Körper sozusagen bei endometriose Patientinnen anders ist als bei anderen Frauen und wie man eben entsprechend das Ganze auch behandeln kann.

00:55:22: Da sind wir tatsächlich sehr aktiv in der Forschung.

00:55:25: können wir gerne noch was verlinken in den Show-Nauts, denn auch zu der Studie war nämlich letztendlich noch ein Video.

00:55:29: Zu der Step Up-Studie können wir gern verlinken im Show-Nots falls ihr da nochmal genauer reingucken wollt.

00:55:34: Letzte Frage aus der Community haben jetzt gar nicht so groß angerissen.

00:55:37: vielleicht noch mal kurz in einem Satz erklären Adonomäose?

00:55:40: Was das ist im Vergleich zur Endometriose und was kommt denn häufiger vor?

00:55:44: Also die Adonomyose ist letztlich eine Sonderform vielleicht der Endometreose und beschreibt dass einfach die jetzt vereinfacht gesagt hat, dass die Gebärmutter selber ... auch durch Endometriose durchsetzt ist.

00:55:56: Das also nicht nur in der Gebär-Mutter Schleimhaut, ... ... in der Gebärmutter Höhle, wo die eigentlich hingehört,... ... sondern auch in der Muskulatur... ... der Gebäermutter endometriosoartige Zellenvorkommen.

00:56:05: Das bezeichnen wir insgesamt als Adenomyose und das macht dann so oft ein so etwas... unregelmäßigen Knotik verformten Uterus mit der Zeit und kann eben auch mit starken Schmerzen einhergehen.

00:56:19: Und leider eben auch teilweise die Fertilität, also die Möglichkeit Kinder zu bekommen, verringern.

00:56:27: Das ist eine häufige Begleiterscheinung oder ja es ist ein häufiger Befund bei einer Endometriose.

00:56:32: Man kann jetzt nicht wirklich sagen was häufiger was seltener ist, weil die häufig auch miteinander Hand in Hand gehen und es da eben auch große Überschneidungen gibt.

00:56:42: Vielen Dank.

00:56:42: Sehr gut, dann haben wir die Fragen auch noch abgeklärt und sind damit jetzt auch am Ende dieser glaube ich etwas längeren Folge.

00:56:48: aber ich glaube das war auch nötig denn wir haben doch sehr viel zu besprechen gehabt.

00:56:52: Wir sehen also wir sind auf einem guten Weg was endometriose Diagnostik Forschung Behandlung angeht Aber da ist noch einiges zu tun um Betroffenen auch eine schnelle Hilfe zu ermöglichen.

00:57:02: vielen dank an meine beiden heutigen Gäste für die wirklich guten Und auch sehr persönlichen Einblicke besonders natürlich an dich Anja dass du so offen über auch deinen weg gesprochen hast ihr damit geht.

00:57:12: Ganz lieben Dank!

00:57:13: Ich klinge mich jetzt dafür bei der nächsten Folge dann mal ausnahmsweise aus und Anja, also meine Anja übernimmt dann wieder.

00:57:20: wir bleiben bei den Frauenthemen im Sommer und beschäftigen uns dann mit der Zeit nach der Schwangerschaft Periode und Co.

00:57:25: haben wir vorhin auch schon kurz mal angerissen den Wechseljahren.

00:57:28: das ist zwar ein Thema was ja grundsätzlich alle Frauen betrifft in der Gesellschaft aber auch irgendwie immer trotzdem noch nicht wirklich viel diskutiert wird obwohl die Auswirkungen für viele frauen sehr einschränkt und belastet sein können Wie man Symptome therapieren kann, das erzählt uns dann Seniorprofessor Ludwig Kiesel.

00:57:45: Der sich schon sehr lange mit dem Thema aus medizinischer Sicht beschäftigt.

00:57:49: Schaltet also auch gerne wieder ein!

00:57:51: Bis dahin bleibt gesund, abonniert den Podcast und lasst gerne einen Like oder Kommentar da.

00:57:55: Bis zum nächsten Mal.

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