Bewegung im Krankenhaus: Vom Krankenbett bis in den Alltag
Shownotes
Bewegung tut gut – das wissen wir eigentlich alle. Doch gerade wenn wir krank sind oder im Krankenhaus liegen, verbringen wir häufig besonders viel Zeit im Bett. Dabei kann Bewegung auch während eines Klinikaufenthalts eine wichtige Rolle spielen.
In dieser Folge von „Risiko und Nebenwirkung“ ist Lena Frenz, Physiotherapeutin am UKM, zu Gast. Gemeinsam sprechen wir darüber, was Physiotherapeutinnen eigentlich im Krankenhaus machen, wie sich ihre Arbeit von der Physiotherapie in einer ambulanten Praxis unterscheidet und warum es für Patientinnen wichtig sein kann, möglichst früh wieder in Bewegung zu kommen.
Und wie sieht es außerhalb des Krankenhauses aus? Wir klären, wie viel Bewegung wir im Alltag tatsächlich brauchen, ob die oft genannten 10.000 Schritte wirklich das Maß aller Dinge sind und was es mit einer einfachen Faustregel auf sich hat: Wer sich mit moderater Intensität bewegt, sollte sich noch unterhalten können – zum Singen sollte die Luft aber nicht mehr ganz reichen.
Außerdem geht es darum, wie sich Bewegung auch ohne großes Sportprogramm in den Alltag integrieren lässt. Denn grundsätzlich gilt: Jede Bewegung zählt – und schon ein bisschen Aktivität ist besser als gar keine.
Ihr habt Anmerkungen, Fragen oder Themenvorschläge für unsere nächsten Folgen? Dann schreibt uns eine Mail an podcast@ukmuenster.de oder auf unseren Social-Media-Kanälen (@ukmuenster).
Transkript anzeigen
00:00:00: Dafür würde ich euch bitten, euch erstmal aufrecht auf den Stuhl zu setzen.
00:00:04: Die Füße fest an dem Boden.
00:00:06: Das kann nicht!
00:00:07: Und dann die Hände ganz entspannt auf den Oberschenkeln ablegen.
00:00:11: und jetzt stellt ihr euch mal vor dass ihr euch einmal wie eine Schnecke in ihrem Haus einrollt also das Kinn geht auf die Brust.
00:00:18: Ihr rollt euch ein der Rücken wird rund... ...das Becken kippt so dass ihr sozusagen ganz klein werdet In eurer Position Und euch dann ganz langsam wieder in die Gegend Richtung bewegt.
00:00:30: Also das heißt der Blick hebt sich zur Decke, ihr streckt euch geht eher in eine Richtung Hohlkreuz und der Blick darf wirklich hoch bis zur Deckel gehen.
00:00:39: Der Kopf ein bisschen in den Nacken, dass der ganze Rücken einmal gestreckt wird und dann geht das Ganze wieder in Die Gegenrichtung.
00:00:46: Risiko-und Nebenwirkungen Ein Podcast der Uniklinik Münster.
00:00:52: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Risikonebenwirkung.
00:00:56: Und ich starte auch direkt mit einer ganz persönlichen Frage an dich rein, Anja.
00:01:00: Schon mal bei der Physiotherapie gewesen?
00:01:02: In meinem Alter ist das sozusagen Pflichtprogramm, das kann ich dir sagen.
00:01:05: Und nicht nur einmal sondern tatsächlich öfter.
00:01:07: also ich hatte mal so ein Miniskus-Riss der wurde operiert da brauchte ich das danach dringend dass es einfach Pflicht und dann hatte ich irgendwie auch ein paar Mal Physio noch angeschlossen weil Ich auf derselben Seite Achillesäden Probleme bekommen habe.
00:01:19: Da war die Kette Die hintere Kette verkürzt und solche Sachen.
00:01:23: Ich glaube ich war vorher immer der Meinung da bekommt man Dann einen zwei Übungen gezeigt und dann geht man vielleicht noch an die Geräte.
00:01:29: Ich möchte aber betonen, es war immer sehr gut.
00:01:32: Und weil ich mehrere Therapeutinnen hatte, war es jedes Mal auch sehr unterschiedlich irgendwie.
00:01:37: Ja, ich dachte das auch mal früher ... Ich war schon ein, zweimal bei der Physiotherapie und dachte auch immer, dass ist eigentlich nur so Einsverübung gezeigt und ab nach Hause.
00:01:44: Aber dass da auch mehr hintersteckt und die ja nicht immer erst zum Einsatz kommen muss, wenn schon etwas kaputt oder verletzt ist, können wir uns heute wahrscheinlich erklären lassen.
00:01:54: Und gerade natürlich hier an einer Uniklinik begegnen unsere Physios ganz vielen Menschen und damit auch ganz vielen Erkrankungsbildern.
00:02:01: von der Intensivstation bis hin zur einfachen Sportverletzung ist hier natürlich alles dabei.
00:02:06: Deswegen
00:02:07: kommen jetzt auch ganz schnell zu unserem heutigen Gast.
00:02:09: Lena Frenz, Physiotherapeutin am UKM Du bist heute bei uns.
00:02:12: wir freuen uns schon sehr dass du uns ein bisschen allgemein zu Physiotherapie erzählen wir es aber natürlich auch wie die Arbeit im Klinikalltag so aussieht.
00:02:19: Hallo Lena schön dass du da bist!
00:02:20: Hallo ganz lieben Dank für die Einladung.
00:02:25: Ja, ich bin Physiotherapeutin und Therapiewissenschaftlerin hier am UKM.
00:02:29: Ich habe tatsächlich vor über zehn Jahren meine Ausbildung und mein Studium schon gemacht und bin dann ursprünglich im Bereich der Neurologie als Physiotherapäutin gestartet Und habe mich dann so im Laufe der Jahre sowohl fachlich als Therapeutin, als auch über ein Studium weiterqualifiziert.
00:02:49: So dass ich jetzt eben an einer ganz spannenden Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis tätig bin und diese beiden Stellen miteinander vereine.
00:02:57: Es gibt ja oft so Quiz-Shows wo man nicht direkt sagen muss was man eigentlich macht beruflich aber wo man so einen Satz sagt und dann sollen die Leute raten wie würde dieser Satz bei dir lauten?
00:03:07: Das ist eine spannende Frage.
00:03:09: Der würde wahrscheinlich lauten, die Vereinung von Theorie und Praxis um Bewegungen als Medizin zu nutzen?
00:03:18: Jetzt können wir.
00:03:19: das finde ich schon
00:03:20: gut!
00:03:20: Ja
00:03:21: und Bewegung ist glaube ich so ein... Punkt, der wahrscheinlich immer irgendwie doch eine Rolle spielt bei der Physiotherapie.
00:03:27: Und was wir direkt zu Anfang vielleicht auch klären müssen ... Anja und ich waren jetzt ja nicht im Krankenhaus in der Physiotherapie, sondern wir waren bei niedergelassenen Praxen oder ambulanten Praxens und haben uns da behandelt lassen.
00:03:40: Was ist denn der Unterschied überhaupt zur Physiotherapy?
00:03:43: In einer Klinik in einem Krankenhaus und den Niedergelassenen Praxien, die wir alle klassischerweise schon kennen oder sogar schon mal da waren?
00:03:50: Also es ... Perspektive der Therapeuten ist es schon sehr großer Unterschied.
00:03:54: Es ist ein anderes Arbeitsfeld, in dem man sich bewegt.
00:03:58: Ein großer Unterschied liegt im Zeitpunkt.
00:04:01: Hier in der Klinik sehen wir häufig Personen, die akut oder schwer erkrankt sind und sich deshalb in einer ganz anderen Situation befinden als diejenigen, die sich als Patientin in einer Praxis vorstellen.
00:04:17: Also das heißt der Zeitpunkt ist ein wesentlicher Unterschied, aber auch quasi die Dramatik würde ich vielleicht manchmal sagen.
00:04:26: Der Krankheitsbilder und daraus folgen dann natürlich auch in der Therapie andere Zielsetzungen.
00:04:31: also Personen, die sich in Praxen vorstellen sind häufig doch deutlich leistungsfähiger Und haben andere Themen im Kopf, die sie beschäftigen oder die sie eben mithilfe der Therapie wieder zurückerlernen.
00:04:44: Oder erhalten möchten als die Person, die wir hier in der Klinik sehen.
00:04:49: und es gibt aber auch rein organisatorisch Unterschiede.
00:04:51: In der Praxis arbeitet man häufig ja in einer Taktung also das heißt das kennt ihr wahrscheinlich auch Man hat zwanzig oder dreißig Minuten Therapiezeit.
00:04:59: Das ist hier in klinik Ja ganz zwangsläufig eine andere Situation, weil die Patientinnen häufig auch aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes gar nicht so zuverlässig ihre Termine planen können.
00:05:12: Sondern manchmal Untersuchungen dazwischen kommen.
00:05:15: Manchmal geht es den Leuten aber einfach nicht gut und dann müssen wir sehr flexibel darauf reagieren und unsere Therapiezeiten und Planung eben dann auch darauf anpassen
00:05:24: können.".
00:05:25: Was hatte
00:05:25: ich jetzt an dieser Akutsituation der Patientin hier in der Klinik?
00:05:29: Auch noch ne Uniklinik!
00:05:30: Hier sind ja wirklich sehr schwer erkrankte Menschen.
00:05:33: Was hat dich daran fasziniert?
00:05:34: Ich fand immer spannend, die Herausforderung auf dieses Ungewisse reagieren zu müssen.
00:05:40: Es ist kein Tag wie der andere und man kann nie sagen wenn ich einen Patienten mit Diagnose X habe dann ist es jetzt das und das zu tun.
00:05:49: Das ist nicht so ein festgelegtes Schema sondern man muss sehr flexibel reagieren.
00:05:54: Und ich hab auch das Gefühl dass Patienten anders auf Therapie reagieren.
00:05:59: Sie haben häufig dadurch, dass es so akut und einschneidend ist ein ganz anderes Interesse daran Therapie zu machen, um eine Aussicht zu haben wieder in ihren Alltag zurückzukönnen.
00:06:10: Und das ist für mich sehr motivierend.
00:06:12: Es ist
00:06:12: natürlich auch ein bisschen Abwechslung für die im Aufenthalt, dass da mal jemand kommt und mal was mit denen macht wahrscheinlich.
00:06:18: Natürlich freut sich vielleicht nicht jeder gleichen Maß aber es war wahrscheinlich auch noch etwas anderes als man aktiv eine Praxis aussucht oder da kommt mal jemand vorbei und macht ein bisschen was mit einem?
00:06:26: Oder wie nimmst du das wahr?
00:06:27: Ja auf jeden Fall!
00:06:28: Man merkt auch für manche Patientinnen ... Das ist natürlich individuell, aber... Ist das so ne Möglichkeit selber auch Einfluss zu nehmen.
00:06:36: Also häufig ist es sonst, man liegt hier im Krankenhaus im Bett dann kommen unterschiedliche Berufsgruppen zueinem ans Bett sprechen über ein und sprechen über Diagnosen, über Themen die einem nicht geläufig sind.
00:06:51: und das ist häufig so insgesamt einfach eine sehr fremde und überfordernde Situation.
00:06:55: Und in der Therapie geht es ganz oft darum, eben mit den Patienten gemeinsam an denen von ihnen formulierten Zielsetzungen zu arbeiten und das gibt natürlich auch ein Gefühl selbst Einfluss nehmen können und nicht fremdbestimmt sein.
00:07:10: Diese Selbst-Einflussnahme macht natürlich auch was mit den Patientinnen, denke ich mir.
00:07:14: Du hast gesagt das Eigeninteresse ist viel stärker?
00:07:17: Das ist glaube ich wirklich für mich der entscheidende Unterschied.
00:07:19: wenn ich darüber nachdenke ob ich ambulant irgendwo hingehe und sage ja ich habe da jetzt noch sechs Einheiten die reise ich jetzt so ab Da ist es tatsächlich so dass der Einfluß direkt auf die gesundung irgendwie einfluss nimmt
00:07:31: Ganz genau.
00:07:32: Die Situation in den Praxen ist häufig so, dass Personen natürlich auch Beschwerden haben aber die sie jetzt nicht komplett aus ihrem Alltag.
00:07:41: Reißen.
00:07:42: Und das ist, wenn jetzt jemand hier im Klinikum in Behandlung ist und vielleicht auch ganz frisch erst von einer Diagnose erfahren hat eben eine andere Situation dann ist vieles erstmal ungewiss.
00:07:51: kann ich die Dinge, die ich gerne mache wieder machen?
00:07:54: Wenn ja wie?
00:07:55: was muss sich dabei beachten?
00:07:56: da sind ganz viele Fragen und Ja das ist eben der Punkt wo wir mit der Therapie zielführend unterstützen können.
00:08:03: Als du jetzt gerade von Anja die zu Anfangsgestellte Frage zu deinem Satz, wie du deinen Beruf beschreiben würdest beantwortet hast.
00:08:09: Ist ja auch der ... Die Kombi von Theorien Praxis aufgekommen und das ist ja genauso wie quasi zumindest hier im UKM Physiotherapeutinnen herangezogen werden, sag ich mal mit der Kombi Ausbildung und Studiengang.
00:08:21: Ist es normal dass das so läuft?
00:08:23: Wenn man den Weg sich aussucht, Physiotherapoid in Physiopäu zu werden, ist das was Besonderes?
00:08:27: Und was würdest du sagen hat das vielleicht für dich gebracht,
00:08:33: Also grundsätzlich ist Physiotherapie in Deutschland nach wie vor ein Ausbildungsberuf, wo zwar Theorie und Praxis verzahnt werden.
00:08:42: Weil man muss eben wissen zum Beispiel zu anatomischen oder physiologischen Grundlagen haben um dann praktisch mit den Patienten arbeiten zu können aber Physiotherapy als Studium oder so wie es hier am UKM angeboten wird als ausbildungsintegrierte Studium Ende der Zeit über zwei Abschlüsse verfügt.
00:09:01: Das ist nicht typisch, das ist in Deutschland noch sozusagen auf einem Entwicklungsweg.
00:09:09: Es gibt eben gerade eigentlich beide Modelle nebeneinander her.
00:09:12: es gibt Personen die nach wie vor eine ganz klassische Ausbildung machen um den Beruf zu erlernen und es gibt Leute die Ausbildung und Studium gemeinsam machen.
00:09:23: International ist das anders.
00:09:25: Da muss man sagen, da hängen wir in Deutschland leider hinterher.
00:09:30: Im Ausland ist es total gängig, dass man Physiotherapie studiert und mitunter sogar ein Masterabschluss notwendig ist um dann bestimmte Tätigkeiten ausführen zu dürfen.
00:09:41: Ich persönlich bin ein ganz großer Fan des Studiums was ja überhaupt nicht heißt, dass man dann Theoretiker ist und nicht praktisch arbeitet oder das nicht erlernt.
00:09:51: Das gehört immer auch dazu wenn es ein Studium ist.
00:09:53: Es ist ein sehr praxisnahes Studium aber es vermittelt eben wichtige Kompetenzen also zum einen in die Richtung gehen einfach sehr gut zu reflektieren wie die Zusammenarbeit mit den Patienten aussieht um dann auch Möglichkeiten zu finden andere Wege einzuschlagen wenn man merkt Zunächst mal angenommen habe, funktioniert nicht.
00:10:19: Und aber vor allem auch, sich Wissen anzueignen.
00:10:21: Also alles was somit Medizin zu tun hat ist ja ein riesiges Feld mit unterschiedlichsten Bereichen die man gar nicht alle immer so für sich überblicken kann.
00:10:31: und es kann eben habe ich ja vorhin schon gesagt gerade in diesem Setting Universitätsklinikum immer mal sein dass einem Symptome oder Krankheitsbilder begegnen die man auch mit vielen Jahren Berufserfahrung vorher noch nie gesehen hat.
00:10:42: und ein Studium hilft einem einfach finde ich sehr gut dabei sich dann das notwendige Wissen dafür anzueignen, über das man vielleicht nicht spontan verfügt und damit dann handlungsfähig zu bleiben.
00:10:55: Und auch Therapie zu gestalten.
00:10:58: also man kann dann eben auch schauen was sind denn vielleicht neue Leitlinien um ein bestimmtes Krankheitsbild zu behandeln?
00:11:05: Was sagen die aus?
00:11:06: wie muss ich das interpretieren und wie kann ich das dann wiederum in meiner Zusammenarbeit mit dem Patienten auf Station anwenden?
00:11:12: Aber
00:11:12: können wir noch mal zu den Inhalten?
00:11:14: Ich hatte persönlich immer, egal es gibt diese beiden unterschiedlichen Wege zum Ziel Physiotherapie zu kommen.
00:11:21: Ich habe mir immer vorgestellt dass die Inhalte aber trotzdem dieselben sein müssen denn eigentlich leite ich Menschen an wie sie ihr körperliches Wohlbefinden wieder herstellen können.
00:11:30: Würdest du denn sagen es werden dieselben Inhalten vermittelt oder ist das auch unterschiedlich?
00:11:34: im Grundsatz sind das erstmal dieselben Kerninhalte, einfach weil es wenn man Physiotherapeut oder Physiotherapin werden will einen Berufsgesetz gibt und ein dazugehöriges Curriculum was ganz klar festlegt welche Inhalte vermittelt werden müssen damit man am Ende das Staatsexamen erreicht.
00:11:51: Und das Studium das kommt on top.
00:11:53: also das heißt ich lerne dann zusätzlich noch vertiefend Inhalts zum Beispiel aus der Psychologie.
00:11:59: also zum Thema wie kann ich denn vielleicht Verhalten von Personen nachhaltig auch beeilen Einflussen in Richtung gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen.
00:12:10: Und natürlich auch, wie kann ich vielleicht auch in dem Feld wozu ich schon ganz viel Praktisches Wissen habe, auch selber Forschung betreiben oder Forschung interpretieren?
00:12:18: Also alle diese Sachen die in so eine Richtung gehen, die kommen eben zusätzlich noch zu dem was in der Ausbildung vermittelt wird mit dazu
00:12:26: Jetzt haben wir das gerade schon, hast du gesagt, nachhaltig vermitteln Bewegung.
00:12:30: Ich sehe an all unseren Handgelenken Smartwatches.
00:12:33: Jeder von uns hat eine?
00:12:34: Ich glaube auch jeder ein anderes Modell.
00:12:37: Wahrscheinlich sagen eure Smartwatchs euch auch welches Schrittziel ihr am Tag so habt.
00:12:40: Auf jeden
00:12:41: Fall wichtig!
00:12:42: Also meine verändert es auch immer je nachdem wie schlecht ich bin und passt das dann an.
00:12:45: also manchmal ist auch dann nach ein paar Wochen mein Schrittstehen über so zweitausend Schritten und in guten Wochen komme ich dann nochmal wieder auf die Zehntausend.
00:12:52: Habt ihr auch Schrittziele?
00:12:53: Auf jeden Fall.
00:12:54: Ich hab so das Rentner-Schrittziel, sechs Tausend.
00:12:56: Aber meistens, das kann ich von mir sagen und da bin ich stolz drauf, bin ich da deutlich drüber.
00:13:00: Sehr
00:13:00: gut!
00:13:01: Hast du auch einen Schrittziel von deiner Uhr?
00:13:03: Meine Uhr gibt mir eins vor aber sie gibt mir tatsächlich auch ein Minutenziel vor und das habe ich eher im Blick.
00:13:08: Achso!
00:13:09: Ja weil das ist ja genau die Frage wie wichtig ist denn jetzt genau Bewegung in unserem Alltag und für unsere Gesundheit Und vielleicht auch so Punkte wie sollte ich das täglich tracking mit meinen Schritten, die ich am Tag zurücklege oder eben genau eher Aktivitätsminuten.
00:13:24: Wie vielleicht eine Uhr das dann tracked?
00:13:26: Also im Grundsatz erstmal zum Thema Bewegung ist es im Alltag super wichtig.
00:13:30: Es gibt uns einfach einen sehr großen Hebel um auf viele Themen gesundheitsbezogen positiven Einfluss zu nehmen.
00:13:38: also es nimmt halt wenn man ausreichend Bewegungen hat positiven einfluss auf Herzkreislaufsysteme auf Muskulatur und Knochen aufs Immunsystem.
00:13:48: Auf die psychische Gesundheit, das ist auch ein ganz wichtiger Faktor und auf vieles andere auch.
00:13:53: Und so Tracker können natürlich eine Unterstützung sein um das im Blick zu behalten wobei ich finde man muss da immer ein bisschen Augenmaß bewahren weil es gibt durchaus Personen die dann dieser Tracker so viel Stress ausübt dass er wieder mit Gesundheitsförderung wenig zu tun hat.
00:14:10: wenn man das aber gut händeln kann dann ist das erstmal ne schöne Orientierung Wobei diese Zehntausend Schritte, die du vorhin angesprochen hast schon eher als Mythos einzuspielen sind tatsächlich.
00:14:22: Ich habe mich dazu selber noch mal so ein bisschen belesen weil ich zwar wusste dass es ein Mythos ist aber nicht woher er kommt.
00:14:29: das stammt tatsächlich aus einer japanischen Werbekampagne und wurde so relativ aus der Luft gegriffen einfach weil sich das Device was sie da verkaufen wollten eben dadurch gut an den Mann bringen ließ und das so relativ einfach nachvollziehbar.
00:14:47: Es gibt aber noch relativ aktuell eine wissenschaftliche Untersuchung dazu, die das nochmal sozusagen unter die Lupe genommen hat und geschaut hat.
00:14:55: Und die eben zum einen sagt also es müssen nicht Zehntausend Schritte sein sondern... in der Range von so ungefähr sieben Tausend Schritten, sagt man.
00:15:04: Erzählt man große gesundheitsförderliche Effekte mehr ist trotzdem häufig besser aber der Effekt ist dann nicht mehr so viel größer.
00:15:12: also wenn man bei sieben tausend sich einpendelt dann ist das schon mal sehr gut.
00:15:16: Aber was ich immer ganz spannend finde so der alle allergrößte gesundheitliche Nutzen entsteht eigentlich Bei den Personen die inaktiv oder sehr, sehr wenig aktiv sind und dann mit Bewegung beginnen.
00:15:29: Und das kann sein, dass sie vielleicht gar nicht die sieben Tausend Schritte geschafft haben aber irgendwo auf dem Weg dahin sich befinden.
00:15:36: Das ist einfach schon so viel wertvoller in Bezug auf alle diese Faktoren, die ich vorhin aufgezählt habe als eben den ganzen Tag inaktif zu verbringen.
00:15:45: Aber da sprichst du ja schon was sehr Wichtiges an.
00:15:47: also man kann sicher mit diesem Schritt Ziel was man dann vermeintlich eben auch sogar... überschreitet jeden Tag.
00:15:52: Man kann sich da natürlich auch gut vormachen, dass man sich ja eigentlich genug bewegt.
00:15:56: Aber sind denn diese Schritte die Bewegung, die es alleine ausmachen, das ich mich hinterher gesundheitlich wohl fühle?
00:16:02: Also da fällt der Trainingseffekt Krafttraining oder so völlig weg.
00:16:07: Das ist ja nur Kardio-Ziel, oder?
00:16:10: Wenn überhaupt!
00:16:11: Genau also da sprichst du einen total wichtigen Punkt an und das knüpft nochmal an meine Bemerkungen an, dass ich eher auf die Minuten schaue weil So eine Schrittanzahl an sich natürlich noch gar nichts über Intensität aussagt.
00:16:23: Ich kann ja sehr langsam gehen und dann arbeitet mein Herz längst nicht so stark, als wenn ich ein zügiges Nordic Walking zum Beispiel mache oder meine Schritte über meinen Sonntagslauf am ASEE zusammengesammelt
00:16:35: habe.".
00:16:36: Und deshalb sind die Empfehlungen, die so ein bisschen verlässlicher an der Stelle sind von der Weltgesundheitsorganisation eben Minutenziele und die sagen dass man pro Woche hundertfünfzig bis dreihundert Minuten moderatkörperlich aktiv sein sollte.
00:16:53: Das klingt jetzt erstmal relativ komplex.
00:16:55: also Das heißt, dass man eigentlich so von der Anstrengung her sich einpenden sollte.
00:17:02: Dass man sich noch unterhalten kann aber nicht mehr singen.
00:17:06: Natürlich
00:17:07: gut!
00:17:08: Das muss man eigentlich mal testen.
00:17:10: Ja genau das ist zumindest eine ganz gute Faustregel nachdem man schauen kann.
00:17:14: also das heißt aber... der Motor, der soll schon ins Laufen kommen.
00:17:18: Man muss den Körper so ein bisschen fordern um eben auf diese moderate Intensität zu kommen und das kann die Uhr eben auch anzeigen wie weit man da so an den Hundertfünfzig Minuten dran ist.
00:17:28: Je intensiver man sich betätigt.
00:17:30: also wenn ich jetzt zum Sportkurs gehe und richtig meinen Puls nach oben treibe dann reduziert dass die Anzahl der empfohlenen Minuten pro Woche.
00:17:39: Das ist so der eine Baustein, der sich eher eben auf dieses Kadiothema bezieht.
00:17:45: Und dann hast du gerade auch schon angesprochen Krafttraining ist auch ein wichtiger Aspekt.
00:17:49: Gerade auch wenn man älter wird das zunehmend wichtig und da wird empfohlen zu den Hundertfünfzig Minuten zusätzlich zweimal die Woche kräftigende Übungen auch zu machen.
00:18:00: Wenn man wenig oder nicht aktiv ist, dann wirkt es glaube ich erstmal sehr erschlagend.
00:18:06: aber das ist im Grundsatz Auf jeden Fall etwas, was im Alltag machbar ist und nachweislich sehr große positive Effekte auf die Gesundheit.
00:18:15: aufzeigt.
00:18:16: Also zum Beispiel, um mal so eine Zahl in den Raum zu werfen zeigen Studien ein forty-seven Prozent geringeres Sterberrisiko.
00:18:28: Das
00:18:28: ist richtig viel!
00:18:30: Jetzt fühle ich mich schlecht.
00:18:31: Also zweimal die Woche Krafttraining.
00:18:33: aber wie also wieviel heißt?
00:18:35: Ich hebe einmal ne Handel hoch und dann denke ich sie wieder ab und dann habe ich meine Übung erledigt.
00:18:40: oder wieviele muss ich schon sage ich mal eine dreiviertel Stunde Fitnessstudio gehen und mich an die Geräte setzen um das zu erfüllen.
00:18:47: Auch dass es wieder relativ individuell und so ein bisschen davon abhängig von wo man kommt, also wenn du jetzt als untrainierte Person sagst ich möchte morgen anfangen mein Leben umzukrempeln einen aktiven Lebensstil annehmen und ich mache jetzt hundertfünfzig Minuten und zwei mal die Woche Krafttraining Dann wirst du da wahrscheinlich nicht besonders lange dabei bleiben, weil du dann relativ schnell so einen starken Muskelkater hast oder vielleicht dich sogar verletzt.
00:19:11: Weil es einfach sehr viel auf einmal ist, dass es dann langfristig für deine Gesundheit nicht so förderlich war.
00:19:17: Darum wenn jemand jetzt wirklich gerade frisch anfängt, dann immer langsam starten und dann eben an den Trainingszustand angepasst trainieren.
00:19:26: Bei den Minuten ist das relativ einfach Das kann man gut nachhalten.
00:19:30: Beim Krafttraining ist das ein bisschen individueller, da würde ich immer wenn man im Sport noch nicht so tief drin ist empfehlen sich entweder einfach mal... im Fitnessstudio, wenn wir bei dem Beispiel bleiben von einem Trainer Übungen zeigen zu lassen.
00:19:44: Es hätte etwas gut zum eigenen Leistungszustand passt.
00:19:47: oder am Beispiel UKM.
00:19:49: Da haben wir jetzt seit einiger Zeit in unserem Team auch zwei Sportwissenschaftlerinnen die sich mit so was sehr, sehr gut auskennen und die man da auch, wenn man jetzt Patient ist und an dem Thema arbeiten möchte, sehr sehr gut adressieren kann
00:20:02: Und es ist auch gar nicht so schwer.
00:20:04: Also ich kann das positiv berichten, ich habe letztens einen Online-Kurs gemacht über zwölf Wochen glaube ich, zweimal die Woche dreißig Minuten und es war überschrieben mit Krafttraining.
00:20:13: Ich fand es wirklich gar nicht schwer erstens das einzuhalten und hatte auch nicht den beschriebenen schlimmen Muskelkater, ich fand das durchaus sehr machbar.
00:20:21: Das Ding ist halt der Kurs ist zu Ende und du denkst ach irgendwann buche ich mal neun und zack sind schon wieder vier Wochen rum
00:20:28: und
00:20:28: das finde ich halt schwierig da den inneren Schweinehund irgendwie zu überwinden.
00:20:32: Hast du da einen Tipp für den Schweinehund?
00:20:35: Der Schweine-Hund ist auf jeden Fall ein Gegner, den glaube ich viele kennen.
00:20:40: Ich kann mich auf jeden fall mit einreihen.
00:20:42: Gut!
00:20:43: Also das erste ist immer gut wenn man um den weiß.
00:20:47: Wenn der Kurs vorbei ist dann ist das potenziell so eine Solbruchstelle wo mir das schwerer fällt.
00:20:53: Das ist das erste sich das bewusst zu machen.
00:20:56: Was ich dann sehr, sehr hilfreich finde ist immer wenn man Aktivitäten findet die einem Spaß machen.
00:21:02: Also wenn du jetzt sagst der Kurs war grundsätzlich total machbar Ich habe gemerkt das hat mir gut getan es hat mir irgendwie Spaß gemacht Dann erhöht das natürlich auch die Wahrscheinlichkeit sich eine Alternative zu suchen Wenn der kurs vorbei ist da irgendwie dran zu bleiben.
00:21:16: und noch besser finde ich funktioniert dass immer wenn Man das mit jemandem zusammen macht Es klingt so banal aber Das ist wirklich ein richtig großer Schlüssel um für sich selber Verbindlichkeiten zu schaffen und das Ganze natürlich auch viel angenehmer zu gestalten, weil vielleicht macht man es zusammen mit einem Freund oder einer Freundin.
00:21:32: Dann verbindet man Sport auch mit dem wöchentlichen Update.
00:21:37: Wie geht's dir eigentlich?
00:21:38: Was machst du gerade?
00:21:39: Und dann fällt das direkt
00:21:40: nach da.
00:21:40: Man soll ja noch reden können!
00:21:41: Deswegen würde ja quasi dann Reden wieder damit zusammenpassen.
00:21:45: Jetzt ist es natürlich optimal wenn man das hinkriegt wie Anja dass man diesen Sportkurs macht und wirklich zweimal die Woche sich daransetzt.
00:21:51: Können wir denn schon in unserem Alltag?
00:21:53: Wir haben jetzt ja so eine Übung gemacht, beispielsweise am Schreibtisch.
00:21:55: Aber hast du ein paar Tipps für den Alltag wie man Übungen oder gewisse Dinge einbauen kann die auch schon etwas unterstützen können sich gesünder zu halten oder zu bewegen?
00:22:08: Also was relativ simpel ist und leicht in den Alltag zu integrieren ist eigentlich gar nicht bestimmte Übung zu machen sondern Alltagsaktivität vermehrt einzubauen.
00:22:19: Also wenn man jetzt zum Beispiel eine sitzende Tätigkeit hat, einen Job am Schreibtisch zwischendurch Möglichkeiten zu nutzen um diese Sitzzeiten zu unterbrechen.
00:22:30: das heißt wenn ich zb eine kurze Absprache mit meiner Kollegin machen möchte dann vielleicht nehme ich da nicht den Telefonhörer sondern stehe einfach kurz auf und klopfe mal an der Büro-Tour.
00:22:41: vielleicht hat sie gerade kurz Zeit und wir können es direkt klären.
00:22:44: Ich nehme die Treppe anstelle des Aufzugs, fahre zum Beispiel mit dem Rad zur Arbeit.
00:22:50: Anstelle mit dem Auto oder steige eine Bushaltestelle früher aus um einfach so ganz kleine Bewegungszeiten in den Alltag zu integrieren und das hat eben oft schon einen ganz großen gesundheitsförderlichen Effekt.
00:23:04: Kriegen wir vielleicht hin?
00:23:07: Dann weiß es nicht, ob wir das umgesetzt bekommen.
00:23:09: Aber ich, also wir nehmen uns das ja immer vor ... aber ich glaube so eine bewegte Mittagspause oder so ist ja auch schon mal ein
00:23:13: Vorteil.
00:23:14: Also der Gang zum Kuchenbuffet ist jedenfalls nicht gemeint.
00:23:17: Jetzt sind wir, soweit wir hier sitzen, überschaubar gesund und du hast es aber in der Regel eben mit kranken Menschen zu tun.
00:23:24: kann man sagen welche Gruppen benötigen denn gesellschaftlicherweise besonders Physiotherapie bzw.
00:23:32: wer profitiert denn davon?
00:23:33: Das
00:23:33: kann man tatsächlich gar nicht so speziell sagen.
00:23:37: Physiotherapie ist ja in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig, also sowohl hier im Klinikum von der Kinderklinik über die Neurologie bis zur Klinik für psychische Gesundheit aber eben auch im ambulanten Setting findet man eben die physiotherapeutischen Praxen die sich vielleicht sogar auf unterschiedliche Krankheitsbilder spezialisieren aber auch Therapeuten die zum Beispiel bei Preußen Münster tätig sind und mit Sportland zusammenarbeiten.
00:24:02: Also da gibt es eben ganz, ganz unterschiedliche Einsatzbereiche und gerade das ist eigentlich auch der spannende an Physiotherapie dass es so vielseitig ist und Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen begleiten kann immer dann wenn sie Einschränkungen verspüren im Bezug auf ihre Bewegung oder Funktionen und die Einfluss auf die Lebensqualität nehmen können.
00:24:28: also das heißt es gibt jetzt nicht die eine Zielgruppe.
00:24:32: Wenn ich aber jetzt hier so in die Klinik schaue, dann ist es eine Gruppe, die wir auf jeden Fall immer sehr im Blick haben.
00:24:38: Auf jeden Fall der älteren Person.
00:24:41: Weil sie einfach durch unterschiedlichste Faktoren sehr viel ... Wir sagen vulnerabler also anfälliger für bestimmte Komplikation oder Nebenerkrankungen sind.
00:24:52: und auch da kommen wir, glaube ich später noch mal daraus ein Krankenhausaufenthalt selbst.
00:24:56: Für die sehr viel einschneidender sein kann als junge, fitte Personen, die vielleicht mit einem gerissenen Kreuzband in die Klinik kommen.
00:25:03: Also genau da kommen wir später noch mal zu, gerade wie auch Bewegung im Krankenhaus helfen kann.
00:25:08: Würdest du denn sagen dass Physiotherapie schon eigentlich nur zum Einsatz kommt wenn was passiert ist?
00:25:14: Da ist ja auch dieses Wort Therapie drin.
00:25:17: oder kann man auch physiotherapeutische Übungen schon präventiv machen oder in seinen Alltag einbauen?
00:25:24: also Prävention würde ich sagen immer sinnvoll.
00:25:28: Und trotzdem ist die Frage, die du da gerade stellst gar nicht so einfach zu beantworten weil man natürlich an diese Übungen ja erstmal irgendwie rankommen muss.
00:25:37: also als Patient ist man ja vielleicht was solche Themen angeht gar nicht unbedingt so tief drin oder so versiert oder hat vielleicht auch im Hinblick auf seine Beschwerden gewisse Unsicherheiten weiß gar nicht richtig.
00:25:48: was darf und soll ich denn jetzt machen?
00:25:50: Was nicht?
00:25:52: Leider ist es heute noch so, dass unser System in Deutschland auf Prävention nicht so sehr fokussiert ist.
00:26:00: Es ist eigentlich vieles darauf ausgerichtet, eben dann tätig zu werden.
00:26:03: Wenn eine bestimmte Symptomatik da ist wenn eine Diagnose vorliegt und gerade in der Physiotherapie ist es eben so dass wir rein rechtlich gesehen auf ärztliche Verordnungen arbeiten müssen.
00:26:15: das heißt er stellt eine Diagnose und damit eine Indikation für die Therapie und dann dürfen wir beraten behandeln usw.
00:26:23: Wenn es jetzt natürlich darum geht schonmal Beschwerden hatte, da Kontakt zum Physio hatte und schon mal so ein Set an Übungen- und Selbstmanagementstrategien mitbekommen hat.
00:26:34: Dann sollte man das immer auch weiter mitnehmen und im Alltag einbauen.
00:26:39: aber das ist ja nicht immer der Fall.
00:26:41: vielleicht hat man vorher noch keinen Kontakt zur Physiotherapie gehabt oder wegen einer ganz anderen Fragestellung.
00:26:46: Da gibt es so ein paar Randbereiche, wo man eben die Option hat.
00:26:50: Es gibt zum Beispiel Präventionskurse zu unterschiedlichen Themen.
00:26:54: was alle kennen sind klassische Rückenkurse.
00:26:58: Mach ich auch immer regelmäßig von meiner Krankenkasse?
00:27:00: Kann ich gut bestätigen?
00:27:02: Sehr löblich.
00:27:03: und das gibt es auch für unterschiedlichste andere Themen.
00:27:06: Das sind einfach Kurse wo ein bestimmtes Konzept vorgelegt werden muss.
00:27:11: Das wird von den Prüfstellen für Prävention überprüft und zertifiziert.
00:27:17: Und dann dürfen Physiotherapeuten auch andere Berufsgruppen präventiv tätig werden.
00:27:24: Ein ähnliches Beispiel sind auch so Ergonomie Coachings, also vielleicht habt ihr das hier im Rahmen eurer Arbeit am Schreibtisch schon mal in Anspruch nehmen können wo man eben dazu beraten werden kann wie man über seine Arbeitsplatzgestaltung und auch das Verhalten am Arbeitsplatz positiv einwirken kann.
00:27:43: Aber unterm Strich ist das eben ein sehr, sehr schwieriges Thema.
00:27:46: Und gerade hier in der Klinik sehen wir die Leute eben häufig erst wenn schon eine Problematik da ist und würden dann weniger primär präventiv tätig werden sondern eher es gibt da unterschiedliche Begrifflichkeiten im Bereich der Terziereprävention arbeiten.
00:28:01: Das heißt dass wir schauen okay Es ist jetzt ein bestimmtes Problem oder Symptom vorhanden.
00:28:09: Was können wir denn jetzt daran anknüpfend langfristig tun, damit nicht zusätzliche Komplikation hinzukommen?
00:28:15: Oder eine Verschlimmerung der Symptomatik auftreten?
00:28:18: Das ist schon so ein Handlungsfeld was wir hier sehr gut ausfüllen können und mit den Patienten zusammen schauen.
00:28:24: wie können wir dann euch auch fit für zu Hause machen und euch möglichst viel mitgeben um eben an dieser Stelle zu arbeiten?
00:28:31: Kommen wir noch mal zu eurer Arbeit hier jetzt speziell im Krankenhaus.
00:28:34: Das Konzept von Krankenhaus ist ja, ich werde wieder gesund.
00:28:38: D.h.,
00:28:38: eigentlich ist das Wort Schonung ziemlich großgeschieden?
00:28:41: Gleichzeitig sagst du, Nefysiotherapie ist begleitend total sinnvoll – widerspricht das diesem Schonungsgedanken nicht?
00:28:48: Ja dieser Schonlungsgedanke an sich ist vielleicht auch so ein bisschen interpretationswürdig.
00:28:57: Fast alle Patienten, würde ich sagen in so ein Krankenhaus reinkommen.
00:29:01: Also dass man denkt, ja hab jetzt eine bestimmte Erkrankung und ich muss jetzt gesund werden dafür muss sich mich schon.
00:29:09: Ja aber schon bedeutet nicht das man sich nicht bewegen soll.
00:29:12: es gibt eben Erkränkungen die das erfordern dass man an der Stelle was Bewegung und Belastung angeht bestimmte Dinge Beachtet.
00:29:19: und in ganz ganz seltenen Fällen gibt es eben auch die Situation, dass Personen für eine bestimmte Zeit Bettruhe einhalten müssen.
00:29:27: Das ist aber überhaupt nicht die Regel.
00:29:29: also vor vielen Jahren war das so, dass man in einem Krankenhaus eigentlich fast jeden Patienten ins Bett gelegt hat um zum Beispiel seinen Herzinfarkt auszukurieren wo man heute weiß, das sollte man auf gar keinen Fall so tun weil das eben dem gesund werden nicht zuträglich ist.
00:29:44: Aber das hält sich leider sehr hartnäckig.
00:29:46: Also ich hab auch da noch mal so ein bisschen nachgelesen und so einen medizinischen Artikel gefunden, der war von nineteenhundertsehnundvierzig ... Und vatergeelter?
00:29:55: Vom Vatergeeltern.
00:29:56: Und schon da wurde aber geschrieben über the dangers of going to bed.
00:30:01: Da wurden eben die Gefahren, die diese Inaktivität mit sich bringen ganz eindrücklich beschrieben Und aus dem Jahr ist es schon eine Weile her.
00:30:10: Trotzdem sehen wir heute noch, auch aus aktuellen Studien, dass viele Patienten in sieben und achtzig bis hundert Prozent des Tages fast die gesamte Zeit liegend im Bett verbringen, obwohl sie das nicht per Diagnose oder per ärztlicher Verordnung tun müssten.
00:30:28: Was hat dann Bewegung für einen Einfluss auf die Genesung, wenn man während des Krankenhaus Aufenthalts das einbaut?
00:30:39: Also in erster Linie geht es darum bestimmte immobilitätsbedingliche Komplikationen zu vermeiden.
00:30:46: Man weiß eben dass dieses Liegen im Bett wenig aktiv sein zum Beispiel das Risiko für Trombosen also Blutgerinsel Pneumonien Also Lungenentzündung oder aber wenn es eben sehr, sehr ausgeprägt ist auch zum Beispiel für die Kubitos erhöhen kann.
00:31:05: Das sind so ganz greifbare Dinge.
00:31:07: Aber was häufig noch viel schlimmer ist gerade bei Personen über sechzig Jahren ist dieser Punkt dass man an seiner Selbstständigkeit verliert also dieses viele im Bett liegen.
00:31:17: das kann eben dazu führen dass ich relativ schnell sogar ein Muskelmasse und Muskelkraft verliere kann dann sehr, sehr viele Folgen so nach sich ziehen.
00:31:27: Also dass ich zum Beispiel vielleicht nach dem Krankenhausaufenthalt nicht nach Hause entlassen werden kann sondern in ein Pflegeheim weiterverlegt werden muss und so weiter.
00:31:35: Und das sind natürlich alles Dinge, das möchte keiner.
00:31:38: eigentlich hat jeder das Ziel, nach Möglichkeit wieder nach Hause zu kommen und natürlich dann auch sein Leben weiterzuleben und leistungsfähig zu sein.
00:31:45: Und darum ist es – auch wenn wir von vielleicht nur fünf Tagen Krankenhausaufenthalt sprechen – total wichtig da direkt mit Bewegung gegenzusteuern und zu schauen dass die Personen keine Komplikation mitnehmen und selbstständig bleiben.
00:32:00: Aber jetzt mal so Hand aufs Herz, ihr kommt wahrscheinlich einmal am Tag bei demjenigen derjenigen vorbei.
00:32:06: ich weiß nicht wie lange ihr da Therapieeinheiten macht.
00:32:09: im niedergelassenen Bereich sind es so zwanzig Minuten.
00:32:12: Ich denke mir das ist hier sehr individuell unterschiedlich aber wenn ich hier vierundzwanzig sieben liege reichen wir natürlich auch fünfzehn Minuten am tag nicht aus.
00:32:20: also wie motiviert er die leute dass sie trotzdem für sich auch weiter sich bewegen?
00:32:25: Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:32:27: Wenn Bewegung nur in dreißig Minuten Therapiezeit, die man im Schnitt pro Tag hat stattfindet, dann ist das ein Tropfen auf dem heißen Stein.
00:32:39: Es ist aber so, dass Bewegung im Krankenhaus eben nicht nur Aufgabe der Physiotherapie ist, sondern im besten Fall verstehen alle Professionen, die in einer Patientenversorgung beteiligt sind, und arbeiten gemeinsam daran, das auch an den Patienten weiterzugeben.
00:32:58: Und der Patient oder die Patientin sind da ganz, ganz wichtige Partner.
00:33:02: also wenn man sie nicht ins Boot holt, die nicht darüber aufklärt welche Folgen das überhaupt hat und welche Möglichkeiten Sie haben dem entgegenzuwirken dann ist es sehr schwierig.
00:33:11: aber darum ist es total wichtig das Thema so als Team und die Patientinnen sind Teil davon An zu gehen und Möglichkeiten zu schaffen um aktiv sein zu können.
00:33:21: und dass wiederum beeinflusst dann ganz, ganz viele Dinge hier auch im Krankenhaus.
00:33:25: Also es ist ja nicht nur der Patient selbst, der vielleicht mit der Annahme kommt – ich muss mich ins Bett legen um gesund zu werden, sondern es ist her auch die Haltung das Wissen aber auch die Priorisierung der Tätigkeiten von dem Personal was mit den Patienten zusammen arbeitet.
00:33:41: Es sind die Prozesse in der Klinik, die teilweise einfach sehr, sehr eng gestrickt sind manchmal sehr unvorhersehbar und die dazu führen dass ein Patient sich auch gar nicht traut, sein Zimmer zu verlassen.
00:33:51: Weil er Angst hat die Visite zu verpassen oder hat den ganzen Tag irgendwelche Untersuchungen und ist danach total erschöpft so dass Bewegung irgendwie schwieriger wird.
00:34:00: Hat Schwierigkeiten sich in dem Klinikum zurechtzufinden.
00:34:03: da kommen ganz viele Dinge zusammen Und gerade hier an der Klinik ist ja im Moment auch durch den ganzen Umbau eine recht besondere Situation, also bestimmte Orte sind gerade vielleicht einfach nicht so einladend wie sie normalerweise wären.
00:34:18: Wir haben nicht so viele attraktive Anlaufpunkte für Bewegungen und PatientInnen sind dann manchmal eben... relativ fokussiert einfach auf ihr Zimmer und auf ihr Bett.
00:34:28: Dass du dich jetzt damit so beschäftigst, hat ja auch einen kleinen Hintergrund dass das Ganze ja auch als Projekt gerade hier am UKM läuft aber eben nicht nur am UKMs sondern ja auch an anderen Kliniken d.h.
00:34:38: das ganze Thema ist ja auch deutschlandweit ein bisschen mehr in den Fokus Gott sei Dank gerückt.
00:34:44: wie setzt dir das denn dann tatsächlich um?
00:34:46: Das genau das was Anja angesprochen hat die Patientinnen auch nach eurer Therapie noch wissen, was für Übung kann ich denn machen oder auch das Pflegepersonal beispielsweise weiß.
00:34:55: Was kann ich diesen Patienten denn jetzt auch mal anraten und zumuten?
00:34:59: Ja, ich habe gerade eben ja schon angesprochen dass eben die Barrieren oder die Problemstellungen, die dazu führen, dass PatientInnen so viel Zeit inaktiv verbringen auf ganz vielen unterschiedlichen Ebenen liegen.
00:35:12: Und am UKM haben wir jetzt eben seit einiger Zeit die wirklich tolle Situation, finde ich das eben Stellen dafür geschaffen wurden sich genau mit diesem Thema zu befassen.
00:35:25: Sowohl ich als auch eine Pflegewissenschaftlerin haben sozusagen Zeit dafür bekommen, uns genau diese Punkte genauer anzugucken.
00:35:35: Das heißt wir gehen in die unterschiedlichen Bereiche auf die Stationen, die ja teilweise sehr unterschiedlich organisiert sind – sehr unterschiedliche Patientinnen versorgen und schauen uns an was denn hier jetzt die größten Hemschuhe für körperliche Aktivität, was hindert Patientinnen oder auch Personal daran das Thema zu fördern.
00:35:56: Und wenn wir das wissen dann können wir eben daran anknüpfen Maßnahmen ableiten um dem ganzen entgegenzuwirken.
00:36:04: Ein ganz ganz wichtiger Punkt ist eben anknüpfend an das Unwissen oder die bestehenden Vorannahmen von Patienten selbst Aufklärung und Sensibilisierung.
00:36:14: also wenn ich schon mit einer anderen Grundhaltung in die Klinik komme Dann fällt es natürlich sehr viel leichter, auch dann das Verhalten anzupassen.
00:36:22: Und genau du hast gerade schon angesprochen dass ja auch andere Kliniken mit im Boot sind.
00:36:27: wir haben jetzt in diesem Jahr angeknüpft an den Welt Physiotherapie Tag Anfang September Das erste Mal mit fünfzehn anderen Uniklinien gemeinsam einen Aktionstag zum Thema körperlicher Aktivität im Krankenhaus organisiert, um das Thema sichtbar zu machen und auf unterschiedlichsten Wegen eben zu zeigen.
00:36:48: Warum?
00:36:48: Und auch wie man im Krankenhause aktiv sein kann.
00:36:51: Das ist ein Beispiel dafür was man tun kann.
00:36:54: aber darüber hinaus gibt es natürlich auch weitere Ansätze.
00:36:56: also in der Chirurgie beispielsweise gab's eine ganz coole Idee da gibt es QR-Codes die Patientin scannen können so eine Art Schnitzeljagd machen in unterschiedlichen Bereichen, also auf ihrer Station oder auf dem Gelände des UKM und da unterschiedliche Informationen über die Stadt erhalten und dadurch ein bisschen animiert werden sich zu bewegen.
00:37:21: Dann gibt es Videos auf den Patienten-Screens, die über das Thema informieren.
00:37:26: Es gibt Möglichkeiten, um mit den Patienten gemeinsam Aktivitätsziele für jeden Tag zu formulieren.
00:37:33: Also quasi die Hundertfünfzig Minuten oder die Zehntausend Schritte runtergebrochen auf einen für den Patienten relevantes und erreichbares Tagesziel zum Beispiel.
00:37:43: Und am Ende sind es aber häufig auch eben genau wie bei euch wenn ihr jetzt sitzende Aktivität am Schreibtisch unterbrechen wollt und dafür die Treppe nehmt Ganz, ganz niederschwellige Maßnahmen.
00:37:54: Also das Mittagessen nicht an der Bettkante sondern außerhalb des Bettes zu sich nehmen zum Waschen in das große Badezimmer auf der Station zu laufen und nicht am Waschbecken zu bleiben Freizeitkleidung anziehen, statt im Schlafanzug zu bleiben.
00:38:10: Es sind ganz viele kleine Dinge, die dazu führen, dass man leichter aktiv sein kann und sich auch wohl damit
00:38:16: fühlt.".
00:38:17: Jetzt hast du vorhin über das Projekt gesprochen was es aber nicht beim Namen genannt hat das Kind.
00:38:21: Das hat ja auch einen Namen, sag ihn mal!
00:38:23: Genau, das ist ein wichtiger Punkt.
00:38:25: Das ist die Initiative Hospital Mobility und hinter diesem englischen Begriff verbirgt sich eben das Thema körperliche Aktivität im Krankenhaus.
00:38:33: Gibt es denn schon ... Also das läuft ja quasi noch, oder das ist ja das Projekt.
00:38:38: Das findet ja noch statt.
00:38:39: Gibt es denn schon erste Erfahrungen und Erkenntnisse die ihr gesammelt habt aus den ganzen Sachen?
00:38:44: Die du jetzt auch schon gerade als Beispiel genannt hast wie wird das angenommen?
00:38:46: von Patientinnen oder auch vom Personal auf den Stationen?
00:38:50: also um jetzt so eine generelle belastbare Aussage dazu treffen zu können ist es aktuell noch zu früh.
00:38:57: Was man aber schon sagen kann, dass so zu diesen Einzelmaßnahmen die wir bislang implementiert haben.
00:39:02: Also den Walking Roots also die QR-Kurz, die ich gerade angesprochen habe oder die Zielformulierung für die Patientin beziehungsweise jetzt auch ein Pilotprojekt auf einer Station das da sehr positive Resonanz vor allem von den beteiligten Berufsgruppen zurück kommt.
00:39:18: Das ist finde ich eine sehr große Ressource auch für uns in der Initiative weil dass natürlich die Grundlage ist für sehr vieles, was wir tun wollen.
00:39:30: Also wenn wir wissen das Personal sieht das Thema als wichtig und relevant an und ist bereit daran mitzuarbeiten das Thema zu unterstützen dann ist schon sehr viel gewonnen Und ansonsten können wir uns aktuell vor allem auf internationale Studienergebnisse stützen.
00:39:46: also an vielen Stellen werden wir das Rad gar nicht neu erfinden sondern eben Dinge, die wir aus internationalen Projekten wissen auf den Kontext UKM bzw.
00:39:55: auf den Context der verschiedenen Stationen übertragen.
00:39:58: und da kann man eben sehr gut an den Projekten sehen, die dazu führen dass die Patientinnen zum einen wirklich körperlich aktiver sind und dadurch eben bessere funktionelle Outcomes haben also besser mobil bleiben, besser selbstständig bleiben und in der Folge auch weniger häufig in Pflegeeinrichtungen weiter versorgt werden oder ins Krankenhaus zurück aufgenommen werden müssen.
00:40:24: Und das ist natürlich schon mal eine sehr, sehr positive Aussicht, auf die wir auch hinarbeiten mit unserem Projekt.
00:40:30: Ich finde, das ist auch gesamtgesellschaftlich gesehen natürlich.
00:40:32: Eine große Aufgabe den wir leben in einer alternden Gesellschaft und wir sind eigentlich darauf angewiesen dass Menschen möglichst lange selbstständig und mobil bleiben.
00:40:40: da find ich das ein total wichtigen Punkt zu sagen hey!
00:40:43: Ich kann auf der Bettkante sitzen aber auch versuchen irgendwie ein paar Schritte zu gehen und es muss nicht viel sein.
00:40:49: mir sagt auch im Zweifel jemand wie viel es überhaupt sein darf Aber ich habe die Selbständigkeit das zu tun.
00:40:56: Das finde ich extrem wichtig
00:40:58: Genau.
00:40:59: Das habe ich fürhin schon mal angesprochen, also ich glaube den Patientinnen auch das Gefühl zu vermitteln selber Einfluss nehmen zu können und damit eben etwas tun was so unmittelbar relevant ist auch für Lebensqualität und Alltag dass es glaube ich etwas was eben sehr sehr großen Impact haben kann und wo man ja im aktuellen Zeitpunkt einfach noch auch sehr viel Luft nach oben hat.
00:41:23: Würdest du sagen, das lässt sich auf den Alltag auch so übertragen?
00:41:26: Wenn man jetzt, sag ich mal, Angehörige hat die vielleicht auch krank sind.
00:41:30: Jetzt noch nicht krank im Sinne von, ich muss in einer Klinik liegen aber auch dass man im Alltag Angehöregen diesen Anreiz mal gibt, ja setz dich doch mal hin oder so da ist das, muss das schon medizinisch immer angeleitet werden.
00:41:41: Nee, ich würde sagen gerade in so Alltagssituationen wo natürlich Personen je älter sie werden Häufig so eine kleine Sammlung auch an irgendwelchen Zipperleihen nenne ich das jetzt mal mitbringen.
00:41:53: Aber sie sind ja zu Hause und da wären Sie nicht, wenn irgendwas ganz Akutes, Kritisches gerade wäre.
00:41:59: Und darum glaube ich tut man total gut daran als Angehöriger eben da Einfluss zunehmen zu motivieren weil es hat ja oft auch Gründe warum Personen das nicht tun.
00:42:09: Das tut vielleicht weh oder es fällt schwer oder man hat das einfach sehr lange nicht mehr gemacht.
00:42:14: Manchmal hat man dann auch Ängste, aber wenn man motivieren zur Seite steht und Hilfestellungen anbietet.
00:42:20: Und wieder dafür sensibilisiert, dass das wichtig ist und dass das helfen kann, Dinge zu tun, die man vielleicht lange nicht mehr tun konnte, dann ist das ganz viel Wert.
00:42:29: Aber da sind wir tatsächlich beim gesellschaftlichen Stellenwert von Bewegung vom Erhalt des Fitnesses.
00:42:34: Was würdest du dir denn wünschen der Gesellschaft?
00:42:37: Wie können wir im Einzelnen Leute motivieren, damit sie sich mehr bewegen?
00:42:43: Ich
00:42:44: glaube, dass wir ganz viel motivierenden Einfluss noch mal wirklich über Aufklärung und Relevanz nehmen können.
00:42:50: Also ich glaube vielen Personen ist das nicht bewusst.
00:42:53: zum Beispiel, dass das Sterberisiko so viel geringer wird wenn man sich regelmäßig bewegt oder vielleicht auch dass das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen um ein Vielfaches geringere ist, wenn man es sich regelmässig bewegt.
00:43:07: Das sind ja alles Dinge vor denen Personen auch Angst haben, das irgendwann in ihrem Leben vielleicht zu bekommen.
00:43:12: Und wenn man weiß ich hab da einen Hebel mit dem kann ich was machen dann ist das schon mal ein ganz wichtiger Punkt.
00:43:19: und was sonst für Motivation glaube ich auch noch wirklich ausschlaggebend ist es realistische Ziele zu stecken also zu schauen was passt jetzt eigentlich zu der Person?
00:43:31: Was ist machbar Und dann mit kleinen Schritten anzufangen, sodass man eben den Spaß an der Sache auch nicht verliert und möglichst Dinge findet die man nicht jedes Mal im Kampf mit seinem Schweinehund ausmachen muss.
00:43:45: Wir haben ja alle unsere Smartwatches das heißt wir sind ja zumindest schon mal so ein bisschen auf Technikaffinität aus.
00:43:51: aber wie stehst du generell zu dem Punkt so mit KI sich auch vielleicht so Trainingspläne oder Bewegungsplänen nenne ich jetzt vielleicht mal um es nicht ganz in die Sportblase zu drücken?
00:44:02: generieren zu lassen oder generell so mehr auf Apps, die vielleicht auch einer erinnern zu sagen steht doch jetzt mal auf.
00:44:08: Wie wie stehst du dazu also bei gesunden Menschen?
00:44:12: Ich finde das ist grundsätzlich erstmal eine super Möglichkeit wenn man eben zum Beispiel keinen Fachmann, keine Fachfrau greifbar hat sich Unterstützung zu holen.
00:44:21: Diese App sind heutzutage häufig wirklich schon sehr gut konzipiert, erfragen viele Faktoren zum eigenen Trainingszustand zum Alter zur Konstitution so dass die natürlich abhängig noch mal davon welche App man nimmt aber schon gute Unterstützung geben können um so ein Training durchzuführen.
00:44:43: Ich finde immer wichtig, dass man so ein bisschen wachsam dafür bleibt.
00:44:48: Wenn sich Dinge vielleicht... komisch anfühlen oder man Beschwerden entwickelt, also dass man dann einfach rechtzeitig sozusagen die Bremse zieht.
00:44:56: Wenn man vielleicht auch nie aktiv war und auf einmal aber vorher so jetzt möchte ich richtig Gas geben.
00:45:01: und jetzt möchte in Marathon laufen, das man dann vielleicht nicht mit der App direkt anfängt sondern zum Beispiel ein Sportwissenschaftler aufsucht und einfach einmal so initial eine Leistungsdiagnostik macht, einmal guckt ist bei mir alles okay?
00:45:14: Und wenn das so ist feuerfrei.
00:45:17: Das finde ich sehr gut machen.
00:45:19: Bei der KI ist es natürlich wie bei allem immer so eine Frage, dass man einfach da einen kritischen Filter nochmal drüber laufen lässt.
00:45:27: aber wenn man unterschiedliche Quellen zusammenlegt und einfach noch mal den kritischen Blick drüber wirft dann kann man das durchaus machen.
00:45:35: Ich glaube, wir haben hier das Thema sehr gut aus allen Richtungen rundum beleuchtet.
00:45:40: Ich fühle mich auch schon besser nach diesem Geschäft.
00:45:42: Ich weiß nicht
00:45:42: wie es
00:45:43: dir geht.
00:45:43: Auf
00:45:43: jeden Fall!
00:45:44: Da würde ich einfach sagen, wir versuchen jetzt mal da anzuknüpfen wo wir eigentlich jedes Mal anknüpfen nämlich wir konfrontieren dich mit der Kategorie Mythos oder Fakt in dem fall einige Behauptung die du entweder widerlegst oder bestätigst.
00:45:59: am besten ganz kurz ja oder nein und wenn nein dann vielleicht auch gerne mit Begründung oder Erklärung zum Anfang.
00:46:06: Mütos oder Fakt?
00:46:08: Der Check.
00:46:10: Erste Behauptung, Physiotherapie ist eigentlich nur Massage.
00:46:14: Nein!
00:46:15: Ich hoffe das konnte ich im Verlauf des Podcasts schon ein bisschen deutlich machen.
00:46:19: also es geht eigentlich sehr darum Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen Beweglichkeit Kraft aus Dauer Selbstständigkeit zu verbessern und Da gucken wir einfach sehr individuell abgestimmt, was da helfen kann.
00:46:31: Aber Massage ist in den seltensten Ausnahmen das Mittel der Wahl.
00:46:35: Und ich
00:46:35: möchte da anknüpfen, es kann auch ganz schön weh tun?
00:46:38: Ja, kann nicht bestätigen!
00:46:39: Ich hab's immer mal an einem Kiefer wurde bei mir sehr unangenehm.
00:46:43: Massiert ihn Anführungszeichen, möchte ich sagen.
00:46:46: Okay, zweite Behauptung man braucht Physiotherapie immer erst dann wenn etwas kaputt oder verletzt ist.
00:46:52: Nein, brauchen würde ich sagen ... Es wäre super, präventiv ansetzen könnte und eben schon, wenn absehbar ist.
00:47:01: Man hat eine Schwachstelle Kontakt aufnehmen zu können.
00:47:04: aber ich habe es schon einmal erläutert das im aktuellen System nicht so einfach.
00:47:09: Nummer drei Es ist egal zu welchem Physiotherapeut man geht oder Therapeutin möchte ich sagen die können nämlich alle dasselbe
00:47:16: überhaupt nicht.
00:47:18: Es ist eigentlich so ein bisschen wie in der Medizin auch.
00:47:21: Natürlich haben alle erst mal eine ähnliche Ausbildung absolviert, aber dann spezialisieren sich eben die Therapeuten auf unterschiedliche Settings, auf unterschiedlichen Krankheitsbilder, absolvieren unterschiedliche Fachfortbildungen.
00:47:36: und darum ist es schon als Patient sehr relevant gerade wenn man jetzt ambulant in den Praxen unterwegs ist zu schauen welches Krankheits Bild bring ich mit?
00:47:46: Und kann der Therapeut, die Therapeuten das gut adressieren?
00:47:50: Oder liegt der Schwerpunkt vielleicht ganz woanders und ich schaue nochmal in der Praxis zwei Straßen weiter.
00:47:55: Das finde ich total interessant, dass du sagst.
00:47:56: Denn ich habe diese Erfahrung tatsächlich bei meinem Knie beim Meniscus-Risk gemacht.
00:48:00: Da hatte ich drei unterschiedliche Therapeuten die alle in unterschiedlichen Ansatz gefahren haben.
00:48:05: das fand ich schon manchmal irgendwie komisch weil ich dann am Ende gar nicht mehr wusste was ist jetzt die Linie die hier verfolgt wird?
00:48:11: geht es jetzt um Lymphdrainage?
00:48:12: Geht es um Bewegung und was kann Ich?
00:48:14: Was Kann Ich Nicht?
00:48:15: oder geht Es Um langfristiges Training?
00:48:18: aber vielleicht war ich auch nur einfach zu leihenhaft um das zu durchschauen
00:48:22: Das glaube ich nicht.
00:48:22: Also im Grundsatz kann man natürlich schon sagen, viele Wege führen nach Rom und wenn man jetzt so eine Erkrankung hat einen Meniskusriss zum Beispiel dann hat man häufig auch unterschiedliche Symptome die man unterschiedlich behandeln kann.
00:48:36: aber im Idealfall ist das natürlich abgestimmt sodass zum Einen der Patient oder die Patientin weiß warum wird gerade was mit welchem Ziel gemacht?
00:48:46: Und natürlich auch so eine gewisse Stringenz in der Behandlung verfolgt wird damit es dann auch ein Effekt zeigen
00:48:50: kann.
00:48:51: Okay, letzter Mythos oder Fakt.
00:48:54: Physiotherapeutische Übungen sind immer mit dem Thera-Band oder dem Gymnastikball?
00:49:00: Ja über diesen Mythos freu ich mich besonders!
00:49:04: Ich hab schon gesagt es ist ein Mythos.
00:49:06: also ich glaube wir werden sehr gerne damit in Verbindung gesetzt.
00:49:09: das ist ja auch so schön plakativ.
00:49:11: Es sind auch sehr bekannte Hilfsmittel in der Physiotherapie aber am Ende machen die halt einen sehr kleinen Teil und Arbeit aus.
00:49:17: Also häufig ist es auch so dass wir einfach zum Beispiel mit dem Körper selbst oder ganz alltäglichen Bewegungen arbeiten, um den PatientInnen dahin zurückzuverhelfen.
00:49:28: Wo sie gerne hin möchten und was eben für Sie Lebensqualität entscheidend ist.
00:49:33: Und da können eben ganz unterschiedliche Methoden, Übungen, Hilfsmittel sinnvoll sein.
00:49:38: Ich find den Gymnastikball trotzdem immer super auch das Teil der Band.
00:49:40: Auch bei meinem Rückenkurs kommen die immer wieder zum Einsatz möchte ich an dieser Stelle bestätigen!
00:49:45: Der Gymnasticsball ist immer mein Lieblingsübungsmittel.
00:49:47: Damit kann man so schön ... Ballon-Sachen üben, das finde ich immer einfacher.
00:49:51: Fällt mir leichter als die Sache mit dem Terraband um mal hier aus dem Nähkästchen zu plaudern.
00:49:57: Der Terrabant ist ja auch immer die Frage welche Farbe.
00:49:59: und nicht immer Angst reißt es jetzt gleich?
00:50:02: Weil es war tatsächlich schon in gewissen Kursen weil gerade wenn man in so einem Rehazentrum oder so unterwegs ist da leben dir auch schon ein bisschen länger die Terabänder.
00:50:10: und irgendwann gab's immer diesen Moment wo man uns dann so flitschen hört und denkt oh da ist wieder eins gerissen.
00:50:14: Ich bin beeindruckt.
00:50:16: Wie stark bist du, dass du einen Teraband zerreißen kannst?
00:50:18: Ich nicht!
00:50:18: Das waren die anderen in meinem Kurs.
00:50:21: Dann werden sie so zusammengeknotet und dann geht es einfach weiter.
00:50:24: So ist das.
00:50:25: Nicht aufhalten lassen.
00:50:26: Genau immer weiter ans Terraband.
00:50:30: Wir haben tatsächlich in diesem Fall keine Fragen.
00:50:33: Dann schneiden wir das an dieser Stelle raus und damit sind wir auch am Ende... Danke Lena, Lena Frenz.
00:50:41: Physiotherapeutin hier am UKM und tatsächlich auch sehr wissenschaftlich unterwegs haben wir heute gemerkt Hospital Mobility ist eines deiner Projekte wo du ganz für brenzt und für stehst.
00:50:51: Du warst ein toller Gast.
00:50:52: vielen vielen Dank!
00:50:53: Danke auch
00:50:54: So.
00:50:55: danke für die Einblicke Und es reicht ja leider auch nicht zu wissen wie so manche Übungen geht.
00:50:59: das haben wir Heute auch ausreichend diskutiert.
00:51:01: Man muss sie am Ende auch durchziehen.
00:51:02: da wünsche ich allen die das hier gehört haben viel Glück dabei und auch Ich arbeite weiter daran.
00:51:08: In der nächsten Folge dann sprechen wir über ein Thema, was gesellschaftlich immer mehr Relevanz bekommt.
00:51:13: Gerade weil sich heute Paare... immer später im Leben mit dem Kinderwunsch beschäftigen.
00:51:19: Leider klappt das dann häufig nicht alles so wie gewünscht, mit unserem Gast Tanja Sperlbaum wollen wir uns anschauen, wie der lange Weg vom Kinderwunscht zur Schwangerschaft und dann zur Geburt eigentlich abläuft.
00:51:30: Warum immer mehr Menschen dafür auch klinische Unterstützung in Anspruch nehmen?
00:51:35: Und welche Vor- und Nachteile eine Kinderwundsbehandlung eben haben kann!
00:51:39: Ein sehr sensibles aber auch sehr spannendes Thema – und wir freuen uns schon sehr ausdrücklich darauf Bis dahin, abonniert unseren Podcast.
00:51:47: Lasst gerne einen Kommentar oder ein Like oder Fragen da und hört beim nächsten Mal wieder
00:51:54: rein!
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